Jedermann hat Würde, auch Tiere, selbst Pflanzen haben Würde. Wie’s mit Pilzen und Bakterien steht, ist noch nicht geklärt.
Ich wäre eigentlich ganz glücklich ohne Würde. Solange ich Rechte habe. Und viel Freiheit. Um dem Menschen Rechte zuzugestehen, muss ich nicht vorher ein vages, schummriges Konzept namens Würde konstruieren und dies dem Menschen verleihen. Rationalität und Logik reicht dazu.
Das Recht nicht getötet zu werden, auch Mord ist verboten gennant. Äusserst sinnvoll. Einerseits aus ganz egoistischen Gründen: Ich würde sehr schnell Gefahr laufen, umgebracht zu werden. Auch wenn ich eine AK-47 besitzen würde. Selbst Diktatoren werden gestürzt. Die einzige Möglichkeit, nicht ermordet zu werden, besteht also darin, dieses Recht allen zuzugestehen und jede Verletzung des selbigen zu ahnden. Wer dazu noch eine Spur Empathie besitzt - ganz und gar kein religiöses Gefühl -, der kommt auch nicht auf die Idee, jemand anderen umzubringen.
So, das ging schon einmal ganz gut. Ganz würdelos.
Wohin also mit der Würde, die sich nicht fassen lässt, sich nicht definieren lässt und keine Entsprechung in der Realität, also ausserhalb unserer eigenen Einbildung, hat?