So sagt Khatami also, in eine säkularen Welt herrsche das Gesetz des Stärkeren, Hoffnungslosigkeit und dergleichen. Ein religiöser Staat gründe sich hingegen auf Respekt.
Schlüer konzentriert sich derweilen auf die Scharia.
Ingrid Mattson, namhafte Konvertitin, schien es gar möglich, dass man zugleich komplett westlich und komplett Moslem sein könnte.
Eigentlich reden sie aneinander vorbei.
Khatami irrt sich grossartig. Einzig aus einer materialistischen Perspektive kann man eine Ethik entwerfen, die das Streben nack Glück eines jeden einzelnen fördert. Sich stützend auf Fakten, nicht auf eine realitätsfremde Moral. Ausserdem hat er selbst den Darwinismus und The Survival Of The Fittest nicht verstanden. Desweiteren scheint er nicht zu begreifen, dass es sehr erfüllend sein kann, wenn man dem Leben einen Sinn gibt, anstatt auf einen gottgebenen zu warten. Nun, das kann man ihm auch nicht verübeln, schliesslich ist er ein verblendeter Dogmatiker. Einer, der die Scharia relativiert und in der Religion persönliche Freiheit entdecken kann, ist schwerlich vernunftbegabt.
Ein lächerlicher Mann, durch und durch.
Schlüer hingegen sieht nur das Schwarze. Moderate Moslem gibt es nicht.
Na ja, es gibt sie so wenig wie moderate Christen. Jedoch hat die islamische Welt nie eine Aufklärung erfahren. Anders als der Westen, wo die Religion dem säkularen Staat weichen musste. Das Christentum jedoch nahm die humanistischen Ströme auf und wurde zu jener vergleichsweise liberalen Religion, die sie heute ist. Mit der Verfassung jedenfalls eher vereinbar als der Islam.
Die Mattson trat bereits mit Kopftuch auf und zeigte so, dass sie es mit der Freiheit doch etwas anders hält als ein Durchschnittskanadier. Obwohl sie sich für durch und durch westlich hielt. Offenbar schien ihr nie jemand gesagt zu haben, dass der Westen humanistisch, rationalistisch und materialistisch ist. Doch Gläubige können die Religion eben nie aus der Politik raus halten.
Schlussendlich geht es jedoch gar nicht um den Islam, wie keiner der dreien so ganz begriffen hat, es geht darum, dass die Verfassung über persönlichen Weltbildern steht. Weder Anarchismus, noch Nazismus, noch Islamismus sticht das Gesetz. Direkt anschliessen würde die Frage nach der Integration.
espace - Streit um Minarette in Davos
tagesanzeiger - Schlüer trifft auf Chatami
youtube - Open Forum - Welcome & The Comeback of Religion: A Potential Danger for the Secular State?
Monday, January 28, 2008 at 5:46