“Es macht den Migrationshistoriker [Klaus J. Bade] wenig froh, dass er bislang vor allem mit seinen düsteren Prognosen recht behielt. Noch um die Jahrtausendwende hatte er gehofft, die Migration werde sich «rechtlich besser regeln». Und dass die Bereitschaft des reichen Nordens grösser sei, «ein Stück weit zu verarmen, um gemeinsam zu überleben. Denn die Reichen müssen ärmer werden, sonst schaffen wir es nicht.» Beides hat sich als Illusion erwiesen.”1
Das erstaunt mich auch. Wieso wollen diese dummen reichen Staaten bloss nicht verarmen?
Weil sie nicht masochistisch sind?
Ich will unseren Regierungen nicht unterstellen, dass sie begriffen haben, dass Umverteilung nicht das beste ist, das uns passieren könnte. Denn nach wie vor sind viele Politiker der irrigen Meinung, der weltweite Wohlstand könne nicht wachsen. Das Quantum Reichtum, das die Erdmenschen gesamthaft besitzen könnten, sei fix und deshalb sei es Entwicklungsländer nicht möglich, Armut zu bekämpfen, so lange westliche Nationen nicht ärmer würden.
Welch abstruser Gedanke das ist, merkt man, wenn man sich in den Kopf ruft, wie die Welt vor fünfzehn (drei würden auch reichen) Jahrhunderten ausgesehen hat. Ein Wunder ist geschehen: Der weltweite Wohlstand ist gewachsen.
Natürlich können arme Staaten wachsen, ohne dass reiche Staaten ärmer werden müssten. Ansonsten wäre der Aufstieg der asiatischen Tigerstaaten auch nie möglich gewesen. Doch das ist ein gefährlicher Gedanke. Genau wie die Merkwürdigkeit, dass die Entwicklungshilfe für jene Staaten praktisch null ist. Im Vergleich zu manchen afrikanischen Staaten jedenfalls, in denen - notabende - immer noch miserable Zustände herrschen.
Das wirft für Umverteilungs-Propheten natürlich schwere Fragen auf. Täte es zumindest, wenn sie nicht die ganze Zeit damit beschäftigt wären, Bestätigungen für ihre Ideologie zu suchen und die ganzen Unstimmigkeiten zu ignorieren.
[Sorry übrigens, Wand. Ich will nicht die ganze Zeit gegen dich sprechen, doch manchmal geht's nicht anders. Tur mir auch leid, falls ich im Eifer etwas laut geworden bin.]
Monday, March 31, 2008 at 9:30