Gutes Design ist eine Geschmacksfrage, vom subjektiven Empfinden des Einzelnen abhängig.
Deshalb werden nächstes Jahr nicht weniger mit Gifs verschmutzte, von grellen Farben entstellte und mit dutzenden Extras gefütterte Websites ihre Wurzeln in die Blogosphäre schlagen als in der Vergangenheit.
Doch, um einmal in die Utopie abzuschweifen, was wäre dann wünschenswert?
Um gutes Design erschaffen zu können, ist es zwingend, dass man einsieht, was ein Blog überhaupt ist:
Eine technische Lösung, um grossartige Inhalte ins Netz zu stellen und diese mit einer Grundstruktur miteinander zu verknüpfen. Schlechten Content kann auch das beste Design nicht mehr retten, deshalb ist es nötig, dass man erkennt, ob man als Blogger geeignet ist oder nicht.
Danach kann man als Layouten gehen, und zwar mit dem Grundsatz im Hinterkopf, dass das Design den Inhalt unterstützen muss und diesen nicht erschlägt.
Finger weg also von mehr als drei Farben pro Website (exklusive schwarz und weiss natürlich, Grautöne sieht man übrigens deutlich zu wenig) und flackernden Grafiken. Sich bewegende Elemente sind mit äusserster Vorsicht einzusetzen, da sie zwar Blicke auf sich ziehen, meist aber geradezu beschissen aussehen und zudem vom Content ablenken.
Gefährlich ist auch die Verlockung, die von der zukünftig einfacheren Einbindung von speziellen Schriftarten ausgeht. Hier greift man grundsätzlich zu nicht mehr als einer, vorzugsweise einer serifenlose, eher sterilen wie z.B. Futura oder Avenir. Auch Fontgrösse und andere Formatierungen sollten mit Bedacht eingesetzt werden, der zu leichtfüssige Einsatz führt schnell einmal zu unübersichtlichen, unordentlichen Sites.
Der Detailreichtum vieler Blogs ist ebenfalls ein zunehmendes Problem. Technische Spielereien und Extras mögen ja durchaus ihren Nutzen haben, doch einzig, wenn man sie spärlich verwendet, verbessern sie wirklich die Qualität des Blogs. Gezielt eingesetzte Zierelemente können eine Website jedoch durchaus schöner machen, sofern man ein Designtalent besitzt.
Die Verschmelzung von Blog und Standardwebsite wird grundsätzlich zu wenig vorangetrieben, doch gerade hier lägen ungeahnte Möglichkeiten, insbesondere zur besseren Strukturierung von Inhalten und dem differenzierteren Anbieten von letzteren. Eine vorangestellte Splashpage, auf der die verschiedenen Themenbereiche des Blogs aufgesplittet präsentiert werden und Zusatzinformationen zum Blog zu finden sind, wäre eine Möglichkeit.
Obwohl Blogs Teil des Social Networking sind, können geneigte Leser doch relativ wenig zum Blog beisteuern, bisher einzig durch Kommentare. Könnte man seine Reader besser einbinden, könnte man auch deren Potenzial für sich nutzen.
Doch am wahrscheinlichsten ist, dass sich die Blogosphäre designmässig kaum verändert. Es wird zwar marginale Verbesserungen geben, doch die werden kaum von der breiten Bloggerschaft getragen werden.
der korsti bloggt - Blog-Parade: Webdesign Trends 2008
Monday, December 17, 2007 at 22:32
Friday, December 28, 2007 at 8:55
[...] Benjamin bezieht seine Vorhersage auf die Blogosphäre und meint die würde sich nicht sonderlich ändern. [...]