Nachdem die Travail Suisse sechs Wochen Ferien forderte und dazu eine Volksinitiative lancierte, verlangt sie für das kommende Jahr generelle Lohnerhöhungen von bis zu fünf Prozent.
Da die Belastung an den Arbeitsplätzen gestiegen sei, gerade die Angst vor einem Jobverlust weit verbreitet sei und die Ansprüche an die Arbeitnehmer zunehmen, müsse man in diesen Zeiten des Wirtschaftsaufschwungs “in Gesundheit, Erholung und Freizeit investieren”, so Hugo Fasel, der Travail Suisse-Präsident.
Nun fordert die Travail Suisse also, genau wie der Gewerkschaftsbund, eine generelle Lohnerhöhung von 2 bis 5 Prozent für das Jahr 2008. In den letzten Jahren sei höchstens die Teuerung ausgeglichen worden und “Boni und Einmalzahlungen sind nett, aber nicht nachhaltig”, wie Susanne Blank, Ökonomin bei Travail Suisse, erklärte.
Der Arbeitgeberdirektor Thomas Daun zeigt sich über diese Forderungen jedoch nicht erfreut: “Unsere Firmen können nur bestehen, wenn die Arbeitskosten nicht über Gebühr steigen und flexibel ausgestaltet werden können.”
Es ist gut und recht, und manchmal auch nötig, sich um die Wirtschaft Sorgen zu machen, jedoch darf kein Realitätsverlust damit einher gehen. Und dies scheint zumindest bei Herr Daun der Fall zu sein. Dass die Lohnschere sich weiter öffnet und damit die Unzufriedenheit bei den Arbeitnehmern weiter steigt, scheint für ihn kein Thema zu sein.
Das altbekannt geringe Gespür für die Volksseele seitens zahlreicher Arbeitgeber kommt also auch bei den jüngsten Lohnforderungen zum Vorschein.
Tagesanzeiger: Ärger über Lohnforderungen
Kommentar des Tagsesanzeigers: Mehr Lohn - für alle
NZZ: Sechs Wochen Ferien für alle gefordert
news.ch: Travail.Suisse fordert bis 4 Prozent mehr Lohn
Travail Suisse
Initiative: 6 Wochen Ferien für alle