Tibet, die andere Seite

Die Tibeter sind nicht so heilig, wie man gemeinhin sagt, und die Chinesen nicht so böse. Unerwähnt in den meisten Presseberichten über die Tragödie, die sich momentan in Tibet abspielt, sind die Zustände im Tibet vor der chinesischen “Okkupation”. Mittelalter on the rocks. Und dann gibt es noch etliches mehr, das man berücksichtigen möchte, wenn man über China-Tibet spricht. Bloss, die blutrote Weste behält Chinas Regime an. Bloss, Theokratien werden auch durch einen Dalai Lama nicht besser. Daher: Laizismus und Selbstbestimmung im Lama-Land! ~ China Tibet ~ Nix Dalai - Jobs! ~ Tibet - zum Zweiten







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11 Kommentare

  1. politik-blogs.ch

    links from TechnoratiTibet, die andere SeitePubliziert am 23. March 2008 im Blog «DER MISANTHROP»

  2. dvizard

    Es ist zwar durchaus richtig, dass die Zustände vor der chinesischen Besetzung in der momentanen Debatte (und auch in der gesamten romantisch verklärten Tibet-Semiesoterik, die schon seit Langem in unseren Köpfen ist) völlig untergehen und gewiss in keiner Weise etwas mit “Freiheit” zu tun hatten. Ich frage mich aber, ob das das momentane Verhalten Chinas auch nur einen Deut besser macht? Two wrongs don’t make one right…

  3. Benjamin B.

    Nein. Chinas Verhalten wird zu Recht verurteilt. In der Frage Tibet, wie auch bei diversen anderen “Aspekten”.

    Allerdings wären auch die tibetischen Ausschreitungen gegen Chinesen zu verurteilen.

    Wie auch die theokratischen Ansprüche des Dalai Lamas. (Wobei ich nicht genau weiss, ob er ein Demokrat ist oder nicht. Whatever, Theokraten wird’s in seinem Umfeld genug geben.)

    In der momentanen Situation spielt man aber vermutlich bloss China in die Hände, wenn man den Dalai kritisiert. Wobei Chinas Machthaber bei noch so grossen westlichen Protesten nicht einmal mit der Wimper zucken.

  4. Lucog

    Wie sollte sich den China verhalten, damit es nicht verurteilt wird? Den randalierenden Sezessionsmob gewähren lassen? Buddhistischer als die Buddhisten, das Schicksal hinnehmen? Oder soll es einfach mehr Bildberichte geben?

  5. Benjamin B.

    Nun, ich würde nicht protestieren, wenn sie die Randalierer einfach ins Gefängnis stecken würden. (Und die friedlichen Demonstranten marschieren lassen.) China sollte doch genügend Gefängnisse haben. Natürlich soll China den Mob nicht einfach gewähren lassen. Aber derart hart durchzugreifen, nein, das kann ich nicht gutheissen. Genauso wie ich die tibetischen Ausschreitungen verurteile.

  6. Luclog

    Nun wenn Reiterhorden mit Gewehren in die Städte einfallen, und ganze Straßenzüge in Flammen aufgehen, muss man um “Randalierer” einfach ins Gefängnis zu stecken schon etwas massiver werden.

    Im Übrigen bist Du hier meiner Ansicht nach als Rationalist völlig auf der falschen Seite, es gibt eigentlich nichts ekligeres als den Buddhismus auch mit seinen ganzen okkulten Naziverbindungen die bis heute ganz besonders auch in den USA virulent sind (Siehe auch den Link, in dem Letzten Beitrag zu diesem Thema bei mir). Die chinesischen Kommunisten fühlen sich auch dem Atheismus/Agnostizismus verpflichtet. Und auch gerade von daher rührt hier auch ein ideologischer Konflikt mit religiösen Herrscherkasten. Gegen die Buddhisten sind die Katholiken geradezu Vorkämpfer der Rationalität.

  7. Benjamin B.

    Einen direkten Zusammenhang zwischen Buddhismus und Nazismus erschliesst sich mir nicht. Sagt der Text doch selber: “Die tolerante Nazi-Politik gegenüber dem Buddhismus ist kein Beweis für irgendeinen Einfluss Buddhistischer Lehren auf Hitler oder die Nazi-Ideologie.”

    Aber gewiss, als Rationalist ist mir der Buddhismus völlig zuwider. Wie mir als Liberaler die chinesische (und auch tibetische) Politik völlig zuwider ist.

    Die Tibeter haben Reitermilizen? Das ist mir allerdings neu. Vermutlich lese ich die falschen Zeitungen. Denn dort ist immer nur die Rede von friedlichen Demos, die von den Chinesen brutal nieder geschlagen wurden. Gut, ab und an wurde schon erwähnt, dass Tibeter gegen Chinesen vorgingen, aber von Reiterhorden hörte ich noch nie etwas. (Wenn einer einer wütenden Reiterhorde gegenüber steht, dann hat er allerdings jedes Recht, sich zu verteidigen und der von der Reiterhorde ausgeübten Gewalt ein Ende zu setzen.)

    Ich vermute allerdings allmählich, dass man bei der Berichterstattung über Tibet keinem mehr trauen kann. Was genau dort vorgefallen ist… Wie könnte das eine europäische Tageszeitung auch wissen?
    Wahrscheinlich haben sowohl Tibeter wie auch Chinesen blutrote Westen.

  8. Lucog

    Natürlich gibt es keinen direkten Zusammenhang, das ist oft so bei Ideengenese.
    Der Zusammenhang geht auch über die Ariosophie, von Europa aus. Die Anfänge davon liegen wie fast bei allen Ideen vor 1900 in Frankreich. Und es wird ein mythisches Shangrila in Tibet verortet. Das ist natürlich Esoterik pur. Aber es gibt eine starke Verbindung von Esoterik zum Faschismus. Verbindung von Esoterik und Rassenideen waren um die Jahrhundertwende 1900 in Europa sehr modern. Diese esoterischen Traditionslinien sind nie abgebrochen, und sie sind besonders in Amerika immer noch sehr präsent. MIr ist das zuerst aufgefallen als ich bemerkt habe wie viele populärkulturelle Gegenstände wie Bilder, Mode, und Schmuck, mit dem Hakenkreuz verziert waren, und das Jahre bevor es den Faschismus als Bewegung überhaupt gab.

    Dieser Film gibt einen guten Einblick:

    Und noch etwas zur faschistischen Denktradition.

    Und das mit den Zeitungen ist so eine Sache, seit ich mit der personalisierten Startseite von Google einen Überblick habe, bin ich da sehr vorsichtig geworden. Das Hauptproblem ist wohl, das meist nur Agenturmeldungen die Grundlage bilden und dann einer vom anderen abschreibt. Die meisten Themen werden aber was noch schlimmer ist emotionalisiert in eine Richtung behandelt, und da besteht dann ein sehr großer allgemeiner Konsens. Eine differenzierende Sichtweise die verschiedene Standpunkte beleuchtet ist äußerst selten.

  9. Benjamin B.

    Danke für den Film, ich werde ihn mir zu Gemüte führen, wenn ich gerade mal eineinhalb Stunden Zeit habe. Heut’ Abend vielleicht. Mal sehen.

    Wo wir schon bei den Zeitungen sind, hast du vielleicht eine Empfehlung für mich? Bezüglich Onlinemedien, meine ich. Newsdienste halt, die etwas vertrauenswürdiger sind als andere.

  10. Lucog

    Ich nutze die personalisierte Startseite von Google. Damit habe ich alle Nachrichten im Überblick. Ansonsten gilt wie immer nachkontrollieren und vergleichen. Richtige Ursprungsquellen bekommt man günstig in der Stadtbücherei. Ansonsten ist das Aggregat vom Sozioproktologen interessant für den politischen Diskursüberblick. Da könntest Du Dich vom Profil her eigentlich auch anmelden. DNND ist auch ganz gut für den Presseüberblick. Reuters ist das wo die viele Meldungen zuerst erscheinen, das wird in der Geschwindigkeit aber noch vom Teletextticker der ÖR überboten. Ansonsten nutze ich manchmal noch die Weblog Suche bei Ask.com um andere Meinungen zu Themen aufzufinden.

  11. Benjamin B.

    Könnte ich eigentlich auch machen, diese personalisierte Startseite von Google. Der Sozioproktologe sieht ziemlich interessant aus, obwohl ich etliche Blogs von dort bereits in meinem Feedreader habe.

    Danke :-)




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