Staatlich geprüfte und bewilligte Diskriminierung

Die Schweizer Armee hat ihre Tauglichkeitskriterien überarbeitet. Neu müssen Veganer keinen Militärdienst mehr leisten.1

Die Schweizer Armee ist ein Hort der verschiedenartigsten Diskriminierungen. Zwar ein Staatsunternehmen und als solches eigentlich unter Argusaugen, besteht immer noch der Grundsatz des Sexismus bezüglich Dienstpflicht. Gross aufzufallen scheint das niemandem. Aufschreie gibt es nicht. Die gibt es einzig, wenn irgendwo an einer Plakatwand das Abbild einer leicht bekleideten Frau hängt. Auch unsere Bundesrätinnen, die so eifrig sind, wenn es um Gleichberechtigung geht, stören sich nicht daran. Darüber hinaus scheinen nicht einmal die FDP-Bundesräte bemerkt zu haben, dass die Dienstpflicht nichts anderes als Zwangsarbeit, resp. Frondienst darstellt. Aber vermutlich gehört ein wenig Sklaverei zu jedem Staat dazu. Und nun werden alle Veganer diskriminiert, indem man ihnen den Zugang zur Armee verbietet. Es wird wohl die wenigsten unter ihnen stören, aber im Grunde genommen sagen unsere Armeechefs nichts anderes als: “Wir sind zu faul, um für euch spezielle Schuhe anfertigen zu lassen. Dazu müssen unsere Soldaten auch in ihren Ernährungsgewohnheiten uniform sein. Alles andere wäre zu teuer. Da kaufen wir lieber noch ein paar Raketenwerfer.”

Ja, ich warte immer noch darauf, dass die SP Unterschriften sammeln geht, um dem Sexismus der Schweizer Armee ein Ende zu setzen und die Frauen zum Frondienst antreten zu lassen.

  1. antibuerokratieteam - Ein Herz für Veganer []



Militärschwärmereien

An der Delegiertenversammlung der SVP in Lenzburg steht einmal mehr der Zustand der Armee im Zentrum. Parteipräsident Brunner kritisierte, der Wehrdienst werde zum Frondienst pervertiert. In einem Positionspapier, über das die Delegierten abstimmen, verlangt die SVP eine Verlängerung der Dienstpflicht.

(ap) Wehrmänner würden zu Botschafts-Securitas degradiert, mündige Bürger in Uniform zu Parkplatzanweisern an Grossanlässen gemacht, sagte SVP-Präsident Toni Brunner vor den Delegierten in der Mehrzweckhalle Lenzburg. So werde der Wehrdienst zum Frondienst pervertiert.

Durch den Schlamm zu kriechen, mit dem Zweck, sich auf einen imaginären Krieg vorzubereiten, sei natürlich kein Frondienst. Sondern Dienst am Vaterland und als solcher heiliger als Jesus Mutter.

Zwangsdienst ist Zwangsdienst und in jedem Fall abzulehnen. Schlussendlich läuft der obligatorische Militärdienst darauf hinaus, dass dir jemand eine Pistole an den Kopf hält und sagt: Im Gleichschritt - Marsch! Und danach bringen wir dir bei, wie du jemanden mit Sturmgewehr und Bajonett tötest.

Staat bedeutet natürlich immer Zwang. Im Falle von ein paar Prozent Steuern für Strassen, Schulen und Spitäler kann man es akzeptieren. (Natürlich nicht komplett und nicht, ohne intensiv darüber nachgedacht zu haben, aber sich darüber aufzuregen, wäre fehl am Platz.) Militärpflicht kann ich jedoch nur als unmoralisch bezeichnen. Genau wie jede andere Art von Dienstpflicht.

«Jedes Kind soll seinen Vater in der Militäruniform sehen.»

Was bitteschön ist das für ein krudes Gesellschaftsbild? Allein die Tatsache, dass hier ein Normierung der Väter gefordert wird und scheinbar ein extrem klassisches Bild von der Familie gezeichnet wird (Vater, Mutter, Kind.), ist äusserst bedenklich. Welchen Nutzen das Kind daraus ziehen kann, seinen Vater uniformiert zu sehen, ist ebenfalls fraglich. Vielleicht soll damit Autoritätsgläubigkeit gefordert werden? Oder eine gewisse Uniformierung der Gesellschaft?

Zudem wird die Landesverteidigung als Hauptauftrag der Armee unterstrichen. Die Katastrophenhilfe sei primär dem Zivilschutz zu übertragen.1

Dem zweiten Satz kann ich zustimmen, wenngleich mit einigen Einwänden, die ich hier nicht weiter ausführen möchte. Aber wo ist unser Feind? Jene gegnerische Armee, die uns bedroht und vor der uns die Armee beschützt? Liechtenstein? Bangladesh?

  1. nzz - Wehrdienst laut SVP-Präsident zu Frondienst pervertiert []