Mir ist es eigentlich egal, ob in den Beizen geraucht werden darf oder nicht. Grundsätzlich ist es mir egal, wie Privateigentum genutzt wird. Ich bin auch zu faul, um mir zu überlegen, welches Angebot mir fehlt und was ich in Restaurants gerne auf den Speisekarten stehen und in den Geschäften an den Kleiberbügeln hängen sehen möchte. Vermutlich, weil das Angebot bereits heute enorm ist und man den Rest problemlos aus den Staaten oder von China bestellen kann.
Aber bitte, lasst den Eigentümern die Wahl, wie sie ihren Besitz nutzen. Wenn alle Beizer das Rauchen verbieten wollen: Schön. Aber der Staat hat sich in diese Frage nicht einzumischen. Genauso wenig wie er dem Restaurantbesitzer vorschreiben soll, was auf der Speisekarte stehen darf und was nicht.
Basel und Zürich haben nun also das Rauchen in den Restaurants verboten. Ganz anders Nidwalden:
Demnach ist das Rauchen in öffentlich zugänglichen Gebäuden des Kantons, der politischen Gemeinden, der Schulgemeinden und von Anstalten des öffentlichen Rechts künftig generell verboten.
Die Gastwirte sind in der Anordnung eines Rauchverbots jedoch frei. Sie müssen lediglich am Eingang deutlich deklarieren, ob das Rauchen erlaubt oder verboten ist.1
Zu erwarten ist jedoch ein nationales Rauchverbot in den nächsten paar Jahren. Eigentumsrechte zählen hierzulande nicht mehr viel, ausser in Nidwalden.
Seit ein 17-jähriger KV-Lehrling aus Fällanden vor einigen Tagen auf der Plattform des Internet-Netzwerks Facebook einen Aufruf placiert hat, am 29. August um 21 Uhr auf der Chinawiese, wie er sie nennt, mit einem «botellón» das neue Schuljahr einzuläuten, ist das spanische Wort auf fast allen Medienkanälen präsent. Das Phänomen des organisierten Massenbesäufnisses, um das es geht, beschäftigt auch eine breite Öffentlichkeit, wie sich unter anderem aus der ungewöhnlich hohen Zahl an Kommentaren auf News-Portalen ableiten lässt. Dabei gehen die Meinungen weit auseinander. Von der Freiheit, sich ins Koma trinken zu dürfen, über den Einwand, für die Kosten müsse dann die Öffentlichkeit geradestehen, bis zum Hinweis auf die Verluderung der Jugend ist fast alles zu finden.
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Manchmal müssten Jugendliche eben auch vor sich selber geschützt werden. Mit welchen polizeilichen Mitteln ein «botellón» allenfalls verhindert werden soll, ist zurzeit noch offen. Stadträtin Maurer weist darauf hin, dass derartige Auswüchse nicht ein polizeiliches, sondern vielmehr ein gesellschaftliches Problem seien. Wenn den jungen Leuten nichts anderes mehr einfalle, als sich gemeinsam zu betrinken, bereite ihr das Sorgen.1
Ich sehe nicht, wieso es schlimmer ist, wenn sich Leute zu tausenden miteinander, anstatt alleine oder in kleineren Grüppchen besaufen. Ich sehe ebenso wenig, wieso man Botellóns verbieten will, während Turn- und Schützenfeste gar von Bundesräten besucht und verteidigt werden. Des weiteren finde ich es bedenklich, wenn man jungen Erwachsenen oder alten Jugendlichen das Trinken verbieten will, während niemand ein Wort über die alten Säufer an oben genannten Festen verliert. Sind 60-Jährige mündiger als 20-Jährige?
Darüber hinaus hat ein Jeder das alleinige Bestimmungsrecht über seinen Körper. Ich befürworte Massenbesäufnisse keineswegs, aber wer sich betrinken will, der darf das. Sonst müssen wir konsequent sein und die Prohibition wieder einführen. Dieses Mal inklusive Tabak, Messwein und fett- und zuckerhaltigen Speisen. Die Prohibition würde natürlich keine Probleme lösen, aber darum geht’s ja auch bei botellón-Verboten nicht. Vordergründig vielleicht, hintergründig sieht man die Nutzlosigkeit dieses Verbotes.
Junge Leute haben wohl schon seit Jahrtausenden mit Rauschmitteln hantiert und sich bewusstlos getrunken, geraucht, whatever. Die Jugend verludert schon seit Anbeginn der menschlichen Spezies. Wobei es fast schon erstaunlich ist, dass in der heutigen politisch korrekten Ära Mädchen als Luder bezeichnet werden. Auch Esther Maurer entstammt einer Generation, der in der Jugend nichts besseres eingefallen sei, als sich in Gruppen dem Drogenkonsum hinzugeben. Vielleicht war sie gar in einer der berüchtigten Studentenverbindungen. Hat sie damals verlangt, vor sich selbst beschützt zu werden? Wohl nicht, trotz der grassierenden Verbotssucht beschneiden viele ihre eigene Freiheit ungerne. Die der andern dafür umso lieber.
Das einzige Problem an diesen botellóns wären die Putzkosten? Ein Massenbesäufnis geht kaum ohne Littering. Aber genauso dürfte dies an der Basler Fasnacht sein. Wollen wir diese verbieten, bloss weil die Allgemeinheit dann für die Kosten der Räumung tausender Konfettiflocken aufkommen muss?
Einmal mehr zerbricht sich die halbe Gesellschaft und der Grossteil der politischen Amtsinhaber den Kopf ob einem Problem, das so imaginär ist wie Flaschengeister.