Strom- und Telefonausfälle. Preiskontrollen für Grundnahrungsmittel und dadurch ein blühender Schwarzmarkt, dazu Engpässe bei Nahrungsmitteln, Haushaltsgütern und Medikamenten. Devisenkäufe müssen staatlich bewilligt werden. Hohe Kriminalität. Wachsende Drogengeschäfte. Ein Geheimdienst, der die Journalisten rigide kontrolliert und bei nicht genehmen Artikeln als Konterrevolutionäre brandmarken lässt. Klassenhass und gewalttätige staatsgedrillte Milizen.1 So sieht Chavez’ Sozialismus des 21. Jahrhunderts aus, mit dem er ganz Venezuela überzieht wie die Pest im Mittelalter Europa.
Caracas (AP) Das venezolanische Parlament hat in erster Lesung ein Gesetz gebilligt, wonach alle Tankstellen unter staatliche Kontrolle gebracht werden sollen. Präsident Hugo Chávez kündigte am Mittwoch an, dass damit die Tankstellen internationaler Konzerne bald aus dem Straßenbild verschwinden würden.
Das Gesetz setzt den Tochterfirmen von BP, Exxon Mobil oder Chevron eine Frist von 60 Tagen, um ihr Vertriebsgeschäft an die staatliche PDVSA zu verkaufen. Diese kontrolliert bisher schon 49 Prozent des Benzinverkaufs in Venezuela.1)
Wäre das dann der viel bejubelte neue Realsozialismus?
(Hm, scheint immer noch nichts mit Freiheit zu tun haben. Eigentumsrechte werden auch immer noch gnadenlos ausgehebelt. Werden die Venezolaner bald die Folgen der anbrechenden Planwirtschaft zu spüren bekommen?)
- Unternehmen, die die “Regeln zur Buchführung” missachten, darf der Staat zukünftig besetzen und vorübergehend übernehmen.
- Unternehmer, die sich weigern, Grundgüter herzustellen, werden künftig für 10 Jahre ins Gefängnis wandern.
Und dies ist bloss die Spitze eines Eisberges, der blutrot gefärbt ist. Rot wie der Realsozialismus.
hat tip und Lesetipp: Zettels Raum - Marginalie: Wie der kampferprobte Hugo Chávez die Hindernisse auf dem Weg in den Sozialismus beiseiteräumt
Wenn Chavez und seine Sozialistenkollegen immer wieder demokratisch legitimiert werden, heisst das nicht, dass Venezuela tatsächlich eine Demokratie ist, es kann auch bedeuten, dass alle Oppositionskandidaten von den Wahlen ausgeschlossen wurden. Wie es sich für den “Sozialismus des 21. Jahrhunderts” offenbar gehört:
Mit wehenden Flaggen und “Freiheit! Freiheit!”-Rufen zogen vor rund zwei Wochen tausende Venezolaner vor das Verfassungsgericht des Landes. Anlass für den Protestmarsch war die Entscheidung des autoritären Chávez-Regimes, fast 300 Oppositionskandidaten von den anstehenden Regionalwahlen auszuschließen.
Ein “Verdacht auf Korruption” des staatlichen Finanzinspektors und Chávez-Vertrauten Clodosbaldo Russian gegenüber den oppositionellen Kandidaten wurde als Grund für deren Ausschluss von der Wahl vorgeschoben. Die Betonung liegt hierbei auf Verdacht, denn keiner der diskriminierten Oppositionspolitiker ist jemals von einem Gericht verurteilt worden.1
Venezuela findet die Simpsons also unangebracht für Kinder.
“The governmental regulatory agency didn’t specify which elements of the program were deemed offensive, but said showing the animated cartoon series at that hour could violate national regulations prohibiting “messages that go against the whole education of boys, girls and adolescents.”
Guillen said it is up to Televen’s management whether “The Simpsons” may be shown at another time of day.”1
Daran, dass die Simpsons aus dem Vormittagsprogramm gestrichen wurden, um sie mit Baywatch zu ersetzen, sieht man, dass es nicht wirklich um die Kinder geht. Auch nicht um dekadente Einflüsse, Pamela Andersons grossbusiges Erscheinungsbild steht in Venezuelas Augen wohl genauso für den Teufel Amerika wie eine Zeichentrickserie. Obwohl die gelangweilten Kiddies wohl durchaus ihre Freude an Pamela haben dürften. Und auch der eine oder andere Grossvater, der die Kindchen beaufsichtigen muss.
Vielmehr dürfte es um Politik gehen. Die Simpsons sind zutiefst politisch. Meist sehr subtil, aber die urliberale Einstellung der Macher spürt man immer. Neben ihrer Art, alles mögliche auf die Schippe zu nehmen.
Ja, die Simpsons sind liberal und deshalb wurden sie aus dem Programm gekippt. Soweit ich es in Erinnerung habe, gibt es etliche Spitzen gegen die südamerikanische Sozialistische Internationale. Kommunisten und andere Diktatorenschweine wurden zur Genüge verulkt. Das gefällt einem Diktator natürlich nicht. Das tumbe Volk könnte ja noch auf die Idee kommen, dass der Kommunismus tatsächlich nichts Gutes ist.
Ja, die Simpsons machen Chavez, dessen Plan es ist, ein jedes Kind von Geburt an geistig im Kommunismus zu baden und es eine totale Indoktrination erfahren zu lassen, einen Strich durch die Rechnung. Das Kind könnte ja zu denken beginnen, wenn es die Simpsons sieht.
Deshalb mussten sie verschwinden. Weil sie an den kommunistischen Festen zu rütteln wagten.
Es ist ja gottsjämmerlich traurig. Ein Land, in dem keine Simpsons ausgestrahlt werden. Was soll da noch lebenswert sein?
(Natürlich entlarven sich die Kommunisten einmal mehr. Doch die europäische Sozialistische Internationale wird dem Chavez immer noch aus der Hand fressen. Traurig, doch die lassen sich durch nichts erschüttern. Wer nur genug laut gegen den Kapitalismus und die USA und am besten auch noch westliche Werte und andere faschistische Dinger hetzt, ist deren Freund. Traurig. Echt traurig.)
Unsympathisch war er mir schon immer, tief schlucken musste ich, als er sich mit Ahmadinejad verbrüderte, doch jetzt ist er komplett durchgedreht, lässt die Armee aufmarschieren und gibt sich ganz solidarisch mit blutrünstigen Terroristen ~ Wenn ein Idiot schweigt