John Stossel’s Guide To Politics




Schwarze Märkte und M&M’s

Wo immer ein bestimmter Konsumgegenstand (oder der Handel mit ihm) verboten ist, entwickelt sich ein Schwarzmarkt. Auch wenn man an Schulen den Verkauf von Süssigkeiten verbietet.1

  1. daily press - Students turn a profit from candy sales / via paxx - Agorismus in Kinderschuhen []



Wer Risiken eingeht und dafür bezahlen muss, ist kein Opfer

Was Michael Shermer hier erzählt, ist nicht nur der Kern des Kapitalismus (Wer Risiken eingeht, muss die Kosten für diese zahlen. Wer nicht bereit zu zahlen ist, der soll ganz einfach keine Risiken eingehen.), sondern lässt sich auch auf die Alpendörfer und Uferbezirke der Schweiz anwenden. Wer hier sein Haus an einem Flussufer baut, an einem von Lawinen oder Erdrutschen gefährdeten Hang, der muss sich im Fall einer Überschwemmung, einer Lawine oder dergleichen nicht für das eingegangene Risiko gerade stehen, sondern kann sich auf staatliche Hilfe verlassen. Er kann sogar darauf pochen, dass die Öffentlichkeit für risikomindernde Massnahmen wie Dämme oder Hangverbauungen aufkommt. Ich habe gewiss nichts dagegen, wenn Leute Risikozonenbewohner bemitleiden und ihnen per Geld- oder Güterspende helfen wollen, doch niemand sollte dazu gezwungen werden. Genauso absurd dünkt es mich, Alpendörfer um jeden Preis am Leben zu erhalten. Um den Preis von millionenteuren Schutzmassnahmen, genauer gesagt. Wenn jemand in einem schmalen Tal am Rande eines Hochrisikohanges sein Chalet bauen will und sich vor Lawinen schützen will, dann darf er dies selbstverständlich tun. Doch wieso muss ich ihm dies bezahlen? Wieso wird jemand, der sehr wenige Risiken eingeht, mit Gewalt dazu gezwungen, für die Extravaganzen anderer zu bürgen?




Skizzen eines libertären Staates

Wären die Wirtschaft und das Individuum nicht vom Staat geknechtet, existierte also ein wahrlich libertärer Staat (Dazu gehört auch der fälschlich als Neoliberalismus bezeichnete völlig freie Markt, der nie existiert hat und nun für die Finanzkrise verantwortlich gemacht wird. (Obwohl es keine sonderlich grosse Schwierigkeit ist, nachzuschlagen, wo die Verknüpfung zwischen hochrangigen Politiker, die den Ärmsten ein Eigenheim ermöglichen wollten, und Fanny und Freddie und deren staatlichen Garantien liegt, des weiteren eine gewisse Zinspolitik einer nahmhaften Person. Aber lest dazu besser unten verlinkten Text.)), dann sähe die Welt wahrlich anders aus. Jeffrey A. Miron (”a senior lecturer in economics at Harvard University”) skizziert das Libertäre Land.

In Libertarian Land, individuals and businesses would take risks, but they would think long and hard about these risks. Some individuals and businesses would profit handsomely from smart risk-taking, but many would earn modest returns on average because their seemingly “excessive” returns in good times would be balanced by big losses in bad times.

Reasonable people can debate whether consistent pursuit of libertarian policies would have improved U.S. economic performance over the past two centuries. They cannot claim, however, that recent events demonstrate the failure of libertarian policies, since those policies have not been employed.

Nor can they say, as Weisberg contends, that “libertarian apologetics fall wildly short of providing any convincing explanation for what went wrong.” In fact, by theorizing, anticipating, and underscoring the inevitable failure of mixing free-market dynamics and politically driven interventions into the economy, libertarians explain both what’s going on and how to avoid its periodic repetition.

At a minimum, the jury is still out on whether a truly libertarian policy regime is desirable. With luck, some government will one day have the courage to give it a try.1

  1. reason.com - The End of Libertarianism and Other Adventures in Financial Policy Fantasy []



Gesetzeslosigkeit als würdiger Akt der Rebellion

Mit seiner lizenzfreien Klempnerarbeit widersetzt sich Joe auf wahrlich heldenhafte Weise dem System. Er sollte dafür nicht getadelt werden. Er sollte als Freiheitskämpfer gefeiert werden. Er kann sich über weit mehr beschweren als nur über Steuern. Seine wahren Feinde sind der Staat selbst und all seine Inkarnationen. Von den Politikern sollte er Antworten verlangen über ihre Regulierungspläne, die in einer großen Bandbreite von Bereichen den Wettbewerb noch weiter einschränken sollen – zum Beispiel im Bankwesen!
[...]
Es stellt sich also heraus, dass wir in Joe Wurzelbacher tatsächlich einen amerikanischen Archetypus haben. Er ist ein Gesetzloser im gleichen Sinn, wie die Gründerväter Gesetzlose waren. Er lebt außerhalb der Regulierungen des Staates, weil diese Regulierungen seine Freiheit und sein Eigentum bedrohen. Die amerikanische Revolution kam zustande, um Systeme wie diese zu beenden. Und dennoch finden wir uns in genau einem solchen System wieder – in einem System, das in jeder Hinsicht unvorstellbar schlimmer ist.1

via sir winston

  1. Llewellyn H. Rockwell Jr - US-Wahl: Joe der Gesetzlose []



Dies ist ein Strip Club, Mr. President! Und Sie sind der Eigentümer.

Kein Kind ist für die Taten seiner Eltern verantwortlich.

(So wie das Kind von Nazis für den Holocaust nicht verantwortlich ist und nicht einmal etwas mit Nationasozialismus zu tun hat, so hat das Kind von ehemaligen Sklaven keinen Anspruch auf irgendwelche Wiedergutmachungen oder sonstige Bevorteilungen.)

Was wäre, wenn der nächste Präsident, Kanzler, Bundesrat ein kleinwüchsiger Hermaphrodit mit pakistanischen Eltern wäre?

(Hängt natürlich von seinen politischen Ideen ab. Und dies ist der springende Punkt. Man sollte eigentlich keine Person ins Präsidium wählen, man sollte sich nicht über Personen streiten, sondern sich für eine bestimmte politische Meinung entscheiden.

Ob nun der Vertreter dieser Ideen schwarze Hautfarbe oder blonde Haare hat, oder rosarote Linsen trägt, ob er Besitzer eines Strip Clubs ist oder Golf spielt, oder sein Geld als Dirne verdient, ob er nun verheiratet ist oder gerne Poker spielt. Es ist so vollkommen egal. Darum sollten wir bei Präsidentschaftswahlen auch über Ideen sprechen. Wir sollten einen grossen gesellschaftlichen Diskurs darüber halten, nach welchen politischen Ideen unser Staat aufgebaut sein soll.

(Doch was wir momentan tun, ist ganz und gar nicht das, sondern gleicht einer Seifenoper, wo es darum geht, wer welche Handtasche besitzt, wer mit wem ins Bett steigt, angereichert mit einer Prise Korruption und Kollektivismus.))




Rassismus, was sonst?

Für einen Präsidentschaftskandidaten zu stimmen, weil er schwarz ist, ist das

a) Rassismus
b) plumper Kollektivismus
c) völlig in Ordnung, weil Schwarze früher in den Vereinigten Staaten Sklaven waren?




Hostile Thoughts oder Was wenn der Staat deine Gedanken kennen will

Das US Department of Homeland Security hat ein Gedankenlesegerät entwickelt. Man darf ihm etwa so sehr trauen wie dem Lügendetektor. Mittels einer Messung biologischer Parameter (Puls, Atmung etc.) und bestimmten Verhaltensweisen soll auf die Absichten einer Person geschlossen werden. Wobei dies noch eine Untertreibung darstellt. Es geht um Leute mit “hostile thoughts”, also feindseligen Gedanken. Diese sollen von jenem ominösen Gerät erkannt werden, so dass die lokalen Sicherheitsbeauftragte die verdächtige Person festnehmen können.1

Pure Scharlatanerei. Vielleicht treten bestimmte Verhaltensweisen bei Terroristen tatsächlich häufiger auf, vielleicht schwitzen sie auch eher als friedliche Flughafenbesucher. Selbst wenn das erwiesenermassen so wäre - Wissenschaftliche Daten dazu stehen aus. -, dann würde das immer noch nicht bedeuten, dass jeder ein Terrorist ist, der einen schnellen Puls hat und sich nervös umschaut. Vielleicht hat er bloss Flugangst. Wie er dies dann der Flughafenpolizei klar machen soll, ist eine andere Frage.

Um es kurz zu fassen: Der Mensch ist noch derart unbekanntes Land für uns, dass es tödlich überheblich wirkt, wenn man mittels ein paar biologischer Daten und Verhaltensmuster dessen Intentionen erkennen will.

Mehr Sicherheit bringt dieses Gedankenlesegerät also nicht. Aber der Versuch, ein Flugzeug zu besteigen, wird noch beschwehrlicher gemacht. (Was vermutlich für die meisten seit 9/11 getroffenen Sicherheitsmassnahmen an Flughäfen gilt.) Nicht zu vergessen, dass dies ein weiterer Schritt in Richtung Überwachungsstaat darstellt.

  1. newsscientist - ‘Pre-crime’ detector shows promise / via opponent []



Erfundenes Zeugs im Himmel

Einer Umfrage der Time zeigt, dass 55% der Amerikaner glaubt, schon einmal Hilfe von einem Schutzengel erhalten zu haben. Unabhängig von Region, Herkunft oder Bildung. Einzig bei jenen, die über 150′000 Dollar pro Jahr machen, sind es nur 37%, die das Statement “I was protected from harm by a guardian angel.” bejahen.

Was bedeutet es, wenn mehr als die Hälfte eines Volkes meint, ein Engel würde ihnen beistehen und hätte schon in den Lauf der Dinge eingegriffen?

It means that a lot of Americans are experiencing ordinary, natural chance events and are after the fact, and with no evidence whatsoever, crediting fortunate outcomes to invisible, intangible men with wings in diaphanous robes. It means the culture is so saturated with magical thinking that millions of people are seeing the mundane as the supernatural, in a nicely self-reinforcing lunacy that makes reality a supporting prop for their hallucinations.1

  1. pz myers - Afflicted with angels / auch zu beachten ist the digital cuttlefish mit einer lyrischen Annäherung an das Thema: Angels And Evidence []



McCain, Obama und der Libertarismus