Lieber Islamisten als Piraten?

Im “Bund” vom Samstag will ein Kommentator die somalische Bevölkerung den Islamisten opfern, damit die der Piraterie ein Ende setzen:

Schon seit Jahren mischt sich Washington massiv in die somalischen Belange ein, um dort die Islamisten auszuschalten, und trägt so wesentlich zur Destabilisierung des Staates bei. Jeder Somalier weiss jedoch, dass nur die Islamisten das Land aus seiner Zersplitterung und Agonie befreien können: Allein sie vermochten während ihrer kurzen Herrschaft vor zwei Jahren unter anderem auch die Piraterie zu stoppen. Neben den fanatischen Gotteskriegern gibt es in Somalia eine Mehrheit gemässigter Islamisten. Der Westen sollte endlich seine ideologischen Scheuklappen ablegen und Somalias einzige Hoffnungsträger unterstützen.1

Nun kann man durchaus zwischen Muslimen und Islamisten unterscheiden. Man sollte sogar. Desweiteren kann man auch die gewaltbereiten Islamisten von den moderaten trennen. Macht ebenfalls Sinn. Aber wie hartherzig und wie verzweifelt muss man sein, um sich in Somalia die Islamisten an die Macht zu wünschen, um den Piraten Herr zu werden?

Somalia soll keine Theokratie werden, sondern eine humanistische, liberale Demokratie. Denn wir alle wissen, was mit jenen Staaten geschieht, in denen der politische Islam die Macht übernimmt. Unterdrückung der Frauen, der Ungläubigen und zu grossen Teilen auch der Männer. Steinigungen. Das Verbot von nahezu allen Vergnügungen. Und einen grossen Batzen Irrsinn. Ist uns das lieber als ein paar Piraten?

Selbst wenn die zu errichtende islamistische Regierung moderat wäre, hätten wir immer noch eine Theokratie, da der Islam als geschlossene Ideologie noch in den letzten Winkel des Lebens eines Bürgers dringt und sich im Islamismus auch Wirtschaft und Gesellschaft nach dem Islam richten müssen. Individualität und Freiheit fallen schon mal weg.
Und wer will schon, dass sich ein Staat an einem Märchenbuch orientiert, dessen Hauptdarsteller ein ungerechter, blutrünstiger, genozidaler, rassistischer, homophober, Kinder mordende, grössenwahnsinniger, neidischer, sadistischer, bösartiger Kontroll-Freak ist?

  1. derbund - Hoffnung liegt bei Islamisten []



Gekreuzigte Schweine

Ein Leckerbissen aus einer nicht allzu fernen Theokratie:

1. Durch die Darstellung des Bildes eines ans Kreuz genagelten Schweines im Internet wird der objektive Tatbestand des § 166 Abs. 1 StBG (Beschimpfen von Bekenntnissen) erfüllt.
2. Eine Eignung zur Störung des öffentlichen Friedens ist zu bejahen, da einerseits im Internet die Informationen von einem größeren, durch persönliche Beziehungen nicht zusammenhängenden Personenkreis wahrgenommen werden können und andererseits berechtigte Gründe für die Befürchtung vorliegen, der Angriff werde das Vertrauen in die öffentliche Rechtssicherheit erschüttern.

Ich gebe zu, es handelt sich um Nürnberg anno domini 1998, aber das macht es nur noch schlimmer.

Es ist strafbar, Leute zu “beleidigen”? Durch Satire wird das Vertrauen in den Rechtsstaat erschüttert?
Mon Dieu, ich dachte nicht, dass es so schlecht um uns steht.

hat tip: po8t




Theokrat Berlusconi

Silvio Berlusconi. Ich war immer schon ein Gegner seiner politischen Ansichten. Doch nun will er auch noch, dass die katholische Kirche in Italien “herrscht”. Das heisst, mit ihm als Ministerpräsidenten und Medienmogul tut sie das schon heute.

“I thank the Pope for his appreciation of the new atmosphere which has broken out in Italy with the arrival of our political grouping in power. We model ourselves on the European Popular Party, and for the Vatican this is something to appreciate. We are on the Church’s side: we believe in the Christian tradition, in the undeniable value of life, on the role and the value of the family, on the defence of human rights, on solidarity, justice, tolerance. We respect the weaker members of society: the ill, children, the elderly, the marginalised. We are on the same wavelength as that on which the Church is active” affirmed Italy’s Prime Minister, Silvio Berlusconi, just before his meeting with the Pope, scheduled for 11 am today. Berlusconi added: “We hold that all kinds of dialogue are possible between Church and State. The Church and its organisations are free to express their thoughts on anything, the lay state has every right to follow its own lights in the government’s deeds. My Government cannot fail to meet with the approval of the Pope and of the Church”.1

hat tip to fivepublicopinions

  1. AGI - BERLUSCONI: WE ARE ON THE SIDE OF THE CHURCH []