In der einen Hand haben wir ein paar dänische Karikaturisten und ihre Verbildlichung von Mohammed, Religionsgründer und War Lord. In der andern Hand haben wir das von muslimischen Massenmördern angerichtete Massaker in Mumbai.
Am 11.2.2006 haben eintausend Muslime in Bern auf dem Bundesplatz gegen die Mohammed-Karikaturen protestiert. Heute schweigen die schweizerischen muslimischen Verbände. Kein Wort der Verurteilung der Gewalt, die ja immerhin in Allahs Namen geschehen ist. Keine Abgrenzung von den Terroristen. Nicht einmal den Vorwurf der Blasphemie erschallt. Oder ist es für einen friedlichen Moslem nur Gotteslästerung, wenn man bunte Bildchen malt, aber nicht, wenn man Allahs Namen dazu missbraucht (aus ihrer Sicht, meiner Meinung nach sind Massenmorde eine treffende Interpretation des Korans…), hunderte von Menschen umzubringen? Zumindest vom Rassismus und Antisemitismus1 der Attentäter wollen sich diese Verbände doch schon distanzieren?
Nun, ich warte jetzt einfach hier auf die grosse Empörung und die Fackelzüge.
inspiriert von andres kyriacou - Frage an die muslimischen Verbände hier: Schaut Ihr auch mal fern?
Flugplätze und Flugzeuge werden schärfer bewacht als manche Regierungsgebäude und Gefängnisse. Ursache dafür sind Ereignisse wie 9/11. Besonders jedoch die daraus entstandene, panische Angst. Vermischt mit dem erstarkenden Sicherheitsbedürfnis, dem Wunsch nach Papa “Superman” Staat und einem risikolosen Leben, ergibt diese eine brandgefährliche Mischung. Ihr Opfer: Freiheit und Komfort.
Statt das Risiko einer Flugzeugentführung in Kauf zu nehmen und dafür durch keine Sicherheitskontrollen hindurch gehen zu müssen, erkaufen sich viele falsche, aber begehrte Sicherheit. Denn durch all die Kontroll- und Sicherheitsmassnahmen (Nacktscanner sind jetzt der neuste Schrei. Wann werden die Sciherheitsfachkräfte wohl begreifen, dass man gefährliche Gegenstände nicht nur auf sich, sondern auch in sich tragen kann? Wann folgen die routinemässigen rektalen Kontrollen? Wann werden alle Passagiere auf Schlafmittel gesetzt, um das Risiko möglichst gerind zu halten?) an Flughäfen ist das Fliegen wohl kaum sicherer geworden. Dafür vergrault und verärgert man seine Passagiere. Das Fliegen hat seine majestätische Aura verloren. Es ist zu einem Übel geworden, dass man wenn möglich umgeht.
Greifen wir wieder nach den Sternen und leben das Risiko. Alternativ kann man auch einfach gerade ganz auf seine Kleider verzichten, wenn man fliegen will. Lieber FKK am Flughafen als komplette Überwachung.
Eine Frage, die mir immer wieder - aber besonders um den 11. September herum - durch den Kopf geht, lautet: Wie kommt es, dass der Zusammenhang zwischen 9/11 und der Religion negiert, ja gar offen populistisch geleugnet wird?
Die Ideologie von al-Kaida betrachten sie demzufolge als Epiphänomen – als sekundären Effekt. Sie ist die dunkle Ausgeburt der Globalisierung. Sie ist die Mimesis der Moderne: dezentralisiert, privatisiert, outgesourct und vernetzt.1
Der islamische Jihad sei also eine Reaktion auf das globale Dorf und nicht vom Islam durchdrungen und von ihm inspiriert.
Wer das Appeasement liebt, selber religiös ist und mit anitkapitalistischen Bewegungen liebäugelt, dem gefällt diese Überzeugung so sehr, dass man den Schuldigen nicht mehr im Islam - und bei Chavez (die Messiasfigur für den modernen Sozialisten) Herzbruder Ahmadinejad - suchen muss, sondern ihn bei Nestlé, Coca Cola und den Hedge-Funds findet.
Dies ist nicht nur schlicht falsch, sondern eine brandgefährliche Idee, die den Sozialismus mitten in unsere Gesellschaft zurück bringt und der Marktwirtschaft das Genick brechen will.
Doch was habe ich den Religionsapologeten entgegen zu setzen?
Nicht bloss theokratische Substaaten, die Scharia, Hamas-TV und Reden über Reden von Islamisten, sondern auch den Koran. Der nicht mit Humanismus gesegnete findet darin Hass, Krieg und Blut und die klare Botschaft, dass alle Ungläubigen zu töten oder mindestens aber zu konvertieren seien. Nein, selbst wenn man versucht, diese äusserst brutalen Passagen metaphorisch und schönfärberisch zu interpretieren, dann ergibt sich immer noch ein Bild des Grauens. Moderne Theologen versuchen dann immer, jene Passagen (die zwar praktisch auf jeder Seite des Korans zu finden sind, aber das nur als Nebenanmerkung) auf der Basis ihrer eigenen Studien (Bei denen sie Märchen herbeiziehen, um andere Märchen zu interpretieren, was de facto dazu führt, dass der bei Westlern unbewusst humanistische Verstand alle schlimmen Stellen der heiligen Bücher ignoriert und die guten mit Leuchtstift markiert.) zu streichen. Dies wiederum ist nichts anderes als völlig willkürliche Rosinenpickerei. Was einem gefällt, das kommt ins Töpfchen, alles andere ins Kröpfchen. Kriterium dabei: Subjektivität.
Doch wie geht man mit jenen um, die Religion und Glauben immer noch für unverzichtbar für das menschliche Zusammenleben halten?
Man nimmt sie mit in amerikanische Hell Houses, lässt sie mit dem Papst und dem Dalai Lama sprechen, lässt sie an den Kulthandlungen der Indios teilhaben, erzählt ihnen etwas von den Ursprüngen des Antisemitismus und des Rassismus, kauft ihnen eine Burka, befragt sie über aztekische Menschenopfer und christliche Hexen- und Judenjagden und afrikanische Albinojagden, zeigt ihnen ein paar Zahlen über Masernkranke, bringt ihnen Astronomie bei, lässt sie in den heiligen Büchern lesen, bringt sie in Kontakt mit Missionaren und Jihadisten…
Wenn man den Weg der Vernunft, des rationalen, auf Fakten gestützten Handelns verlassen hat, treibt man schon im Mahlstrom. Es bleiben dann wenige Möglichkeiten, wie man entscheiden kann, was man glauben will, resp. welcher Glauben nun wahr ist. Meist greifen die Gläubigen dann auf die Vernunft zurück, was aber zu grosser Inkonsistenz in ihrem eigenen Denken führt. Wenn man sich selber die Grundlage entzieht, aufgrund der man entscheiden kann, wem zu glauben ist (Der Naturalist glaubt einzig jene Aussagen, die sich auf wissenschaftlich gesicherte Fakten stützen.) , dann kann man schnell einen Fehlgriff tun und sich in die Hände von Verschwörungstheoretikern oder antihumanistischen Populisten begeben. Religion zersetzt somit die Vernunft und damit die einzig richtige Entscheidungsgrundlade. Sie pervertiert den Verstand und macht aus nüchternen Menschen Traumtänzer mit einem Fleischermesser in der Hand.
Unsympathisch war er mir schon immer, tief schlucken musste ich, als er sich mit Ahmadinejad verbrüderte, doch jetzt ist er komplett durchgedreht, lässt die Armee aufmarschieren und gibt sich ganz solidarisch mit blutrünstigen Terroristen ~ Wenn ein Idiot schweigt
Wenn man bedenkt, dass unsere Kultur seit ihrem Beginn mit Terrorismus in den vielfältigsten Forme leben muss - man denke nur schon mal an die Zeloten und Sikarier - könnte man annehmen, wir hätten im Laufe der Zeit so etwas wie Gegenstrategien entwickelt, oder wenigstens damit umzugehen gelernt und begriffen, dass man Terrorismus zwar bekämpfen kann, er aber in der einen oder anderen Form immer wieder auftaucht.
Doch weit gefehlt, wir benehmen uns so, als hätten wir den Terrorismus erfunden. Als wären wir die erste Generation, die so etwas erlebt. Es wurde geflucht, als hätte ein verhutzeltes Göttchen mindestens drei der zehn biblichen Plagen auf die Erde hernieder gesandt.
Terrorismus ist schlimm, und es betrübt mich, wenn solcher Fundamentalismus Europa mitten ins Herz trifft. Todesopfer sind natürlich immer inakzeptabel.
Jedoch darf man nicht vergessen, dass die tatsächlichen Auswirkungen des Terrorismus zumeist sehr gering sind. Die psychologischen dafür umso grösser. Und auf die zielt der Terrorismus ab.
Die Hysterie, die durch 9/11 ausgelöst wurde, war genau das, wonach die Attentäter, resp. deren Hintermänner gelechzt haben. Und wir, leichtgläubig und ins innerste Mark getroffen, haben ihenn die Aufmerksamkeit und den Tumult praktisch Minuten bis Stunden später nach Hause getragen und noch eine Schachtel aufgewühlter, verängstigter Pralinen mitgegeben.
Es erstaunt mich einfach, wie stark diese Anschläge unsere Nationen spalten und entzweien konnten. Auf der einen Seite sah man unbegründete Selbstanklagen und naive Schönrederei, auf der anderen Seite erblickte man lächerliche Forderungen nach einem Dritten Weltkrieg und rassistische Wortspielereien. Dass sich beide Fronten gegenseitig aufgewiegelt haben, hat mich nicht weiter überrascht.
Dass man sich heute, sechs Jahre nach 9/11 noch immer hinter Dogmas verkriecht - man denke nur einmal an den Wahlspruch “wipe Iran off the map” oder an das Feindbild Amerika - und über das Problem Terrorismus immer noch nicht sachlich und lösungsorientiert sprechen kann, dafür umso mehr.
Doch vermutlich bin ich bloss zu wenig fundamentalistisch, um ein halbwegs angenehmes Leben führen zu können. Wie schön wäre es denn auch, wenn ich mich gediegen zurück lehnen könnte, eine klar umrissene Personengruppe zu meinem Feind erklären könnte, mich zu Bratwurst und Bier fürchterlich über eben diese aufregen dürfte und auf keinen Fall nachdenken müsste. Doch so bin ich nicht. Und sich selbst verarschen können andere. Ich mag nicht.
Nun, mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass über die kleinsten Probleme stets am meisten gesprochen wird, geh’ ich jetzt im Medizinschränkchen nach meinen Medikamenten suchen. Die nachtgrauen Pillen, wo Zynismus drauf steht.