Die komplette und endgültige Beseitigung des Staates

Der Staat verletzt durch seine blosse Existenz das Nonaggressionsprinzip und ist deshalb als grundlegend unmoralisch zu betrachten. Daraus folgt, dass Anarchie unter bestimmten Umständen die Leben sehr vieler Bürger zur Qual machen kann, dieser Zustand aber immer noch moralischer ist als das Konzept des Staates. Anders ausgedrückt: Wer Gewalt ablehnt, kann den Staat kaum gut finden.




Unsere staatsgemachte Wirtschaftskrise

Erinnert mich etwas an eine Mischungs aus Sonntagspredigt und die Sendung mit der Maus. Ach, ich habe diese Sendung geliebt. Grossartiges Video des Voluntaristen Oliver Heuler. Ein Muss für alle, die nicht Sites wie cato.org, reason.com oder eigentümlich-frei in ihrem Feedreader haben. Besonders weil das “Krisenvideo” ganz unten beginnt und kein ökonomisches Fachwissen voraussetzt. Zeigt das euren Kindern… und dem Rest der Welt. (Vielleicht eurem Staatschef und dem Finanzminister?)

via opponent




Santa Claus der Gescheiterten




What’s Going Wrong in the Stock Market

Stefan Molyneux vom Freedomain Radio mit einem von der Presse kläglich verschwiegenen Blick auf die verrückt spielende Börse, Managerlöhne und staatlich geförderte Spekulation.




Die sich von der Realität verabschiedet haben

Am verheerendsten ist jedoch, dass die Kapitalismus-Schelte letztlich Ausdruck der Weigerung ist, die Realität zur Kenntnis zu nehmen. Da wird gegen bedingungslose Liberalisierung, totalen Markt oder schrankenlose Globalisierung gewettert. Dass die Wirklichkeit - in der Schweiz ähnlich wie in Deutschland - anders ist, kümmert wenig: Eine von Jahr zu Jahr anschwellende Gesetzesflut, komplizierte Steuersysteme, Zwangsabgabenquoten von 40-50% des Bruttoinlandprodukts, je nach Zählart etwa ein Drittel der Preise, das nicht frei ist, harzende WTO-Verhandlungen, Agrarprotektionismus und Parallelimportverbote. Diese heutigen Zustände kritisieren heisst also nicht den Kapitalismus kritisieren, denn diese Zustände haben wenig mit Kapitalismus zu tun, viel dagegen mit dem Versuch seiner übertriebenen Zähmung.

Realitätsverweigerung stellt die «Anti-Kapitalismus-Debatte» auch dar, weil sie von den wahren Problemen ablenkt. Die effektiv gegen 7 Millionen Arbeitslosen in Deutschland sind kein Ergebnis von zu viel Markt. Sie dokumentieren das Versagen einer Politik, die die Rahmenbedingungen nicht so gestaltet hat, dass die Unternehmen blühen und die Menschen alles daransetzen, ihren Lebensunterhalt wenigstens teilweise aus eigener Kraft zu verdienen. Sie sind auch nicht das Resultat von zu viel Umverteilung von unten nach oben. Wenn schon, trifft eher das Gegenteil zu. Die gewaltigen staatlichen Schuldenberge und Pensionsverpflichtungen haben kaum mit zu viel Liberalisierung zu tun, aber viel mit mangelndem Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Nachkommen. Und die Sprengsätze für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die in den Alterssicherungssystemen stecken, beruhen nicht auf Marktversagen. Sie fussen auf politischen Versprechungen unter Verdrängung demographischer und ökonomischer Fakten.

Realitätsverweigerung steckt schliesslich in der Kapitalismuskritik insofern, als sie fundamentale Zusammenhänge der Wirtschaft nicht akzeptieren will, etwa, dass alles seinen Preis hat, dass die Menschen auf ökonomische Anreize reagieren oder dass der moralisierende, antibürgerliche Egalitarismus Wohlstand kostet, genauso wie künstliche Strukturerhaltung und der Verzicht auf offene Grenzen. Wer die Gemütlichkeit der unbequemen Freiheit vorzieht, wie es Peter Sloterdijk für Deutschland diagnostiziert, wird in Kauf nehmen müssen, dass diese Gemütlichkeit ungemütlich werden könnte.1

  1. G. S. - Kapitalismuskritik als Realitätsverweigerung / via opponent / Anmerkung: Der Text von G.S. ist brandaktuell und trifft die heutige Situation auf den Punkt genau, wurde allerdings noch vor der Finanzkrise und den herbstlichen Hasstiraden gegen die freie Marktwirtschaft geschrieben. Nämlich vor gut drei Jahren. []



luzifer ex machina

Das Problem der Ökonomen ist nämlich, dass sie sich überwiegend mit der Ökonomie beschäftigen. Und wenn sie sehen, dass in ihren Modellen sich etwas Nachteiliges zu entwickeln beginnt, basteln sie sich einen Gott, der aus einer Maschine jenseits ihrer Modellwelt in diese hineinspringt und in ihr dann für Ordnung sorgt. Dieser deus ex machina wird dann “Staat” genannt. Nun existiert aber der Staat, der nur äußerst selten von weisen und gutmeinenden Diktatoren regiert wird, auch in einer bestimmten Umwelt und ist das Ergebnis eines anderen komplizierten Mechanismus. Anzunehmen, dass daraus zufällig genau das entsteht, was der schlaue Ökonom jetzt gerne eingesetzt sähe, wäre äußerst mutig, aber auch äußerst naiv.1

  1. bissige liberale - Luzifer ex machina []



Staatlich stabilisierte Wirtschaft

The whole song-and-dance is a fraud. The government isn’t stabilizing the financial markets. It is robbing taxpayers for the benefit of privileged beneficiaries with the political clout and connections to put themselves at the head of the line when the Treasury hands out the loot. Because people have been led to fear that another Great Depression will occur unless the government “does something,” the circumstances are ideal for pulling off this sort of heist. Previous crises have operated in similar circumstances to similar effect: each has become a carnival of opportunism. Ever was it thus.

When Jesse James or John Dillinger wanted to transfer wealth to themselves and their gang, they walked into a bank, pointed a gun at the teller, and threatened to kill him unless he handed over the money. When Goldman, Sachs and Morgan Stanley want to rob the Treasury, they don’t have to act so obviously, because they already have their man on the inside–in fact, giving them the money is openly admitted to be his idea. Why do people sit still for this daylight robbery? Because the whole rotten undertaking is advertised as a necessary means of preventing complete disaster and disorder–because, in short, it is essential that the government stabilize the markets.1

  1. the beacon blog - Stabilize This, Stabilize That []



Wenn der Staat als Sponsor und Hauseigentümer agiert…

…wie neutral muss er bleiben?

Der Staat ist nicht nur Gesetzgeber, sondern auch Grossgrundbesitzer, Hauseigentümer, Förderer und Unterstützer. Somit stellt sich die Frage, wen er fördern soll und an wen er seinen Besitz vermieten darf. Die noch grössere Frage ist, wer diese Entscheide fällen soll. Dazu geht es nicht um irgendwelche Interessensverbände, deren Mitglieder freiwillig ihr Geld geben, um z.B. ein Theater zu renovieren. Es geht um Geld, das jedem von uns mit der Androhung von Gewalt abgenommen wurde. Somit sollte jeder das Recht haben, mitzuentscheiden, wohin sein Geld fliesst. Doch der demokratische Prozess würde all jene benachteiligen, die keine starke Lobby haben. Alle, die eine nicht mehrheitsfähige Meinung haben, eine Minderheitenkunst ausüben oder schlicht zu unbekannt sind, erhalten kein Geld. Obwohl auch sie Geld zahlen müssen und zusammengenommen einen relativ grossen Teil der Bürger ausmachen. Man sieht, dass die Fördergelder schlicht nicht gerecht verteilt werden können. Und obwohl der Staat gerade in solchen Fragen neutral sein sollte, kann er nicht unparteiisch bleiben sollte, da er gewisse Gruppierungen bevorzugen muss. (Nicht jedes Kollektiv, so künstlerisch es auch sein mag, wird gefördert. Zu knapp sind die staatlichen Gelder.) Somit sind die Massstäbe, anhand denen die Verantwortlichen das Geld verteilen, so subjektiv wie der Kunstgeschmack oder die politische Meinung der Antragssteller.

Darf der Staat nun Nationalsozialisten Räumlichkeiten vermieten? Darf der Staat einem Festival Geld entziehen, wenn dieses nicht gänzlich propagandakonforme Beiträge veröffentlichen?1

Anstatt zu diesen Fragen Scheinlösungen zu finden (Denn hier geht es um Fragen des subjektiven Empfindens und um Meinungen. Ein Staat jedoch ist im Idealfall vollkommen neutral gegenüber Kunst, Kultur und politischen Strömungen. Es widerspräche den Idealen des Humanismus und der Freiheit, würde der Staat für sich selbst Propaganda machen und ein bestimmtes politisches System mit Gewalt durchzusetzen versuchen.), sollte sich der Staat darauf konzentrieren, öffentliches Eigentum zu veräussern und jegliche wettbewerbsverzerrende Förderprogramme zu streichen.

  1. nzz - Festival «Culturescapes» nach türkischer Zensur gefährdet []



Skizzen eines libertären Staates

Wären die Wirtschaft und das Individuum nicht vom Staat geknechtet, existierte also ein wahrlich libertärer Staat (Dazu gehört auch der fälschlich als Neoliberalismus bezeichnete völlig freie Markt, der nie existiert hat und nun für die Finanzkrise verantwortlich gemacht wird. (Obwohl es keine sonderlich grosse Schwierigkeit ist, nachzuschlagen, wo die Verknüpfung zwischen hochrangigen Politiker, die den Ärmsten ein Eigenheim ermöglichen wollten, und Fanny und Freddie und deren staatlichen Garantien liegt, des weiteren eine gewisse Zinspolitik einer nahmhaften Person. Aber lest dazu besser unten verlinkten Text.)), dann sähe die Welt wahrlich anders aus. Jeffrey A. Miron (”a senior lecturer in economics at Harvard University”) skizziert das Libertäre Land.

In Libertarian Land, individuals and businesses would take risks, but they would think long and hard about these risks. Some individuals and businesses would profit handsomely from smart risk-taking, but many would earn modest returns on average because their seemingly “excessive” returns in good times would be balanced by big losses in bad times.

Reasonable people can debate whether consistent pursuit of libertarian policies would have improved U.S. economic performance over the past two centuries. They cannot claim, however, that recent events demonstrate the failure of libertarian policies, since those policies have not been employed.

Nor can they say, as Weisberg contends, that “libertarian apologetics fall wildly short of providing any convincing explanation for what went wrong.” In fact, by theorizing, anticipating, and underscoring the inevitable failure of mixing free-market dynamics and politically driven interventions into the economy, libertarians explain both what’s going on and how to avoid its periodic repetition.

At a minimum, the jury is still out on whether a truly libertarian policy regime is desirable. With luck, some government will one day have the courage to give it a try.1

  1. reason.com - The End of Libertarianism and Other Adventures in Financial Policy Fantasy []



Gesetzeslosigkeit als würdiger Akt der Rebellion

Mit seiner lizenzfreien Klempnerarbeit widersetzt sich Joe auf wahrlich heldenhafte Weise dem System. Er sollte dafür nicht getadelt werden. Er sollte als Freiheitskämpfer gefeiert werden. Er kann sich über weit mehr beschweren als nur über Steuern. Seine wahren Feinde sind der Staat selbst und all seine Inkarnationen. Von den Politikern sollte er Antworten verlangen über ihre Regulierungspläne, die in einer großen Bandbreite von Bereichen den Wettbewerb noch weiter einschränken sollen – zum Beispiel im Bankwesen!
[...]
Es stellt sich also heraus, dass wir in Joe Wurzelbacher tatsächlich einen amerikanischen Archetypus haben. Er ist ein Gesetzloser im gleichen Sinn, wie die Gründerväter Gesetzlose waren. Er lebt außerhalb der Regulierungen des Staates, weil diese Regulierungen seine Freiheit und sein Eigentum bedrohen. Die amerikanische Revolution kam zustande, um Systeme wie diese zu beenden. Und dennoch finden wir uns in genau einem solchen System wieder – in einem System, das in jeder Hinsicht unvorstellbar schlimmer ist.1

via sir winston

  1. Llewellyn H. Rockwell Jr - US-Wahl: Joe der Gesetzlose []