Der asoziale Sozialstaat

Der angeblich „mehr Gerechtigkeit“ garantierende Wohlfahrtsstaat schürt den Neid indem er den Menschen die spontane soziale Verantwortung abnimmt, sie enthaftet, vereinzelt und vereinsamt und damit im schlechten Sinn egoistischer und individualistischer macht. Der real-existierende Sozialismus hat die mitmenschliche Sympathie und das intrinsisch Soziale reduziert und zerstört. Es gibt kaum etwas Asozialeres als den etatistischen Sozialismus.1

  1. Robert Nef - Wirtschaftsverachtung als feudalistisches Relikt []



Adieu, Staat

Der Territorialstaat hat sein Ende erreicht. Das zeigt das Baskenland, die Katalonen, Belgien, Georgien, der Kosovo, von Afrika gar nicht erst zu sprechen. Auch die Jurassier in der Schweiz würden mir zustimmen. Zumindest einige von ihnen. Ich meine, woher kommt diese Fixiertheit auf ein bestimmtes, fein säuberlich definiertes Territorium? Und sollte es nicht so sein, dass die Bürger selber entscheiden dürfen, zu welchem Staat sie gehören wollen? Der Nationalstaat ist ein Mythos und direkt abhängig vom Territorialstaat. Was den Sozialstaat anbelangt: Auch er hat seine Grenzen erreicht. Er war wunderbar im zwanzigsten Jahrhundert, doch er ist kein Modell für die Zukunft. Kein traditionelle Staatsmodell ist es.

[KleinerBund:] Ein Staat ohne Territorium?

[Daniel Model:] Das Territorium ist nicht vordringlich, aber ich schliesse nicht aus, dass wir eines Tages auch eines besitzen werden. Ich gehe vom Zusammenbruch vieler konventioneller Staaten in den nächsten Jahrzehnten aus: Sie stehen vor der grössten Krise ihrer noch jungen Geschichte – die Nationalstaatlichkeit ist bereits aufgeweicht, und die Sozialstaatlichkeit wird bald aufgeweicht werden. Und die modernen Lebensformen in der globalisierten Welt zeigen doch auch, dass die Territorialität mehr eine Fessel als ein Entfaltungsraum ist. Die Staaten schliessen sich weltweit zu grösseren Verbünden zusammen. Dann entstehen die Kooperationsprobleme, die auf globalen Konferenzen mehr behandelt als gelöst werden – es herrscht der grosse Stillstand. Deshalb scheint mir ein Staat ohne Territorium zukunftsträchtiger zu sein.1

Der Staat ohne Territorium, der virtuelle Staat, zusammengehalten von Ideen, unter dem Dach einer säkular humanistischen Weltregierung, als Mit- und Gegenspieler der politisch vergleichen mit heute relativ autonomen Gemeinden, ist ein mögliches Zukunftsmodell.

Es gilt, Ideen zu entwickeln. Spinnereien. Skizzen.

  1. Der kleine Bund - «Die Frage ist, wer hier spinnt» []



Despotischer Sozialstaat

ich meine, mit folgendem zitat nicht einverstanden zu sein. dennoch: ein interessanter gedanke verdient es, zitiert zu werden:

[...]der Staat redet den Menschen ein, sie könnten die Risiken und Wechselfälle des Lebens wie Krankheit, Arbeitslosigkeit und Altersversorgung nur mit staatlicher Umhegtheit, nicht selbstverantwortlich aus eigener Kraft bewältigen; er beutet das menschliche Bedürfnis nach Sicherheit und Gerechtigkeit aus und beschwört und verherrlicht diese als „soziale“ Sicherheit und „soziale“ Gerechtigkeit; er drängt die Menschen aus Eigenverantwortung und Unabhängigkeit mehr und mehr heraus und in die Abhängigkeit von Staat und Kollektivismus hinein, versucht, es ihnen unter dem Markennamen „Sozialstaat“ schmackhaft zu machen.

Hayek hat diesen Sozialstaat als eine „wohlwollende Despotie“ bezeichnet. Aber wie wohlwollend auch immer, Despotie bleibt Despotie: Sie unterdrückt die Freiheit als Wert an sich.1

  1. eigentümlich frei - Sozialstaatskritik: Eigentum und Freiheit []