Staatlich geprüfte und bewilligte Diskriminierung

Die Schweizer Armee hat ihre Tauglichkeitskriterien überarbeitet. Neu müssen Veganer keinen Militärdienst mehr leisten.1

Die Schweizer Armee ist ein Hort der verschiedenartigsten Diskriminierungen. Zwar ein Staatsunternehmen und als solches eigentlich unter Argusaugen, besteht immer noch der Grundsatz des Sexismus bezüglich Dienstpflicht. Gross aufzufallen scheint das niemandem. Aufschreie gibt es nicht. Die gibt es einzig, wenn irgendwo an einer Plakatwand das Abbild einer leicht bekleideten Frau hängt. Auch unsere Bundesrätinnen, die so eifrig sind, wenn es um Gleichberechtigung geht, stören sich nicht daran. Darüber hinaus scheinen nicht einmal die FDP-Bundesräte bemerkt zu haben, dass die Dienstpflicht nichts anderes als Zwangsarbeit, resp. Frondienst darstellt. Aber vermutlich gehört ein wenig Sklaverei zu jedem Staat dazu. Und nun werden alle Veganer diskriminiert, indem man ihnen den Zugang zur Armee verbietet. Es wird wohl die wenigsten unter ihnen stören, aber im Grunde genommen sagen unsere Armeechefs nichts anderes als: “Wir sind zu faul, um für euch spezielle Schuhe anfertigen zu lassen. Dazu müssen unsere Soldaten auch in ihren Ernährungsgewohnheiten uniform sein. Alles andere wäre zu teuer. Da kaufen wir lieber noch ein paar Raketenwerfer.”

Ja, ich warte immer noch darauf, dass die SP Unterschriften sammeln geht, um dem Sexismus der Schweizer Armee ein Ende zu setzen und die Frauen zum Frondienst antreten zu lassen.

  1. antibuerokratieteam - Ein Herz für Veganer []



Gut, Böse und frische Erdbeeren

Kollektivismen sind überall anzutreffen. Die bekannteste Form des Gruppendenkens ist der äusserst verpönte Rassismus. Gleich gefolgt von Misogynie. Weniger geläufig ist, dass auch Klassenkampf und Religionskonflikte auf dem Kollektivismus basieren. Das Klassendenken ist beinahe schon ein perfektes Beispiel dafür. Dabei werden die Menschen in zwei an und für sich ganz gewöhnliche und auch nützliche Kategorien wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer geteilt, dann aber diesen zwei Klassen andere Merkmale zuschreiben, als für die Bildung eben dieser benützt wurden. (Die Differenzierung zwischen Theisten und Atheisten ist zum Beispiel völlig in Ordnung, wenn es um den Gottesglauben geht, wird aber zum Kollektivismus, sobald der einen Gruppe und jedem Individuum der Gruppe von der Gretchenfrage unabhängige Aspekte wie politische Orientierung zugesprochen werden. - D.h. auch wenn es eine statistische Differenz diesbezüglich gäbe, so dürfte man von der Statistik nicht auf das Individuum schliessen.)

Ich bin der Meinung, die Bürger dieser Nationen sollten eine Diskussion darüber führen, ob manche Kollektivismen besser sind als andere. Denn es scheint, als wäre manche dieser Verallgemeinerungen akzeptierter und teils bejubelter Teil des politischen und gesellschaftlichen Diskurses, während andere mit tiefer Missgunst quittiert werden. White Supremacy ist das Ende jeglicher Karriere. Ein wenig Klassenkampf und Antiamerikanismus öffnen zumindest den Weg zum Parteichef einer Bundesratspartei oder zum Chefredakteur.

Doch besteht ein Unterschied zwischen diesen Kollektivismen? Wenigstens ein gradueller?

Nein. Gruppendenken ist stets unfair, da dem Individuum selbst zu wenig Beachtung geschenkt wird, sondern betreffende Person nur Zugehöriger zu einer Gruppe mit ganz bestimmten Merkmalen ist, die zu Vorurteilen und somit nicht die realen Tatsachen beachtendem Verhalten führt, welches im besten Falle zu Kommunikationsprobleme führt. Leider hat Gruppendenken in all seinen Formen schon Millionen von Toten gekostet. Kein Kollektivismus ist also historisch unbelastet.

Kollektivismen sind also effektiv gefährlich, jedem Individualisten äusserst zuwider und stimmen schlicht nicht mit der Realität überein.




Kirchen oder Freiheit für Misogynisten

Du hast einen hundsgewöhnlichen Job zu vergeben und bist kein Stripclubbesitzer. Wie wählst du die richtige Person aus?
a) Du schaust, wer am besten dafür qualifiziert ist.
b) Du lehnst Bewerbungen von Frauen im Vornherein ab und gehst danach so vor wie bei a) beschrieben.

Würde man eine derartige Umfrage machen, so hoffe ich, dass die meisten Personen Antwort a) wählen würden. Ansonsten müsste man sie des Kollektivismus bezichtigen. Katholische Bischöfe sind gar dazu verpflichtet, Antwort b) zu wählen. Zumindest wenn der zu vergebende Job das Pfarramt darstellt.

Spräche man die Leitung der katholische Kirche darauf ein, würde sie vermutlich mit Bibelzitaten und irgendwelchen alten innerkirchlichen Bestimmungen antworten. Akzeptierte man jedoch diese Antwort, so müsste man jedem eine Ausnahme von den Antidiskriminierungsgesetzen gewähren, der seinen Antrag mit einem genügend alten Buch oder mehrere Jahrhunderte alten Gesetzestexten (im weitesten Sinne des Wortes) begründen kann. Würde lediglich eine theologische Begründung genügen (was vermutlich der Fall ist), so könnte rein theoretisch jeder seiner Unternehmung einen religiösen Untergrund verpassen, um so die Antidiskriminierungsgesetze zu umschiffen.

Die katholische Kirche (und mit ihr viele andere Kirchen und Sekten) untergräbt diese Gesetze nicht nur, sie führt das ganze Konzept ad absurdum. Denn diese Gesetze sind darauf angewiesen, dass Ausnahmen nur zugelassen werden, wenn eine objektive Notwendigkeit besteht, Vertreter eines bestimmten Geschlechtes anzustellen. Was zum Beispiel in Stripclubs der Fall ist.

Doch die Kirche kann ihre Behauptung, dass Frauen nicht Pfarrer werden können, so wenig mit Fakten untermauern wie die Kirche des FSM ihre Auffassung, dass für das Sekretariat nur Frauen mit Körbchengrösse D in Frage kommen. Das heisst, die Aussage, dass Frauen fürs Pfarramt ungeeignet seien, weil dies vor etlichen Jahrhunderten ein paar Leute bestimmt hätten, die von Geistern besessen wären vom Heiligen Geist inspiriert worden seien, gleichwertig mit der Begründung, man wolle keine Frauen einstellen, weil man sich in deren Nähe “unwohl” fühle.

Entweder muss man also die römisch-katholische Kirche dazu zwingen, Frauen ins Pfarramt zu heben, oder man streicht die Antidiskriminierungsgesetze und gibt dem Arbeitgeber die volle Kontrolle über seine Eigentum zurück, was bedeutete, dass er nach völlig willkürlichen und beliebigen Massstäben Leute einstellen kann. (Womit er allerdings eine Vielzahl gut qualifizierter Arbeitskräfte ignorieren und somit einen Nachteil im Vergleich zur nicht diskriminierenden Konkurrenz in Kauf nehmen würde. Was diesen Arbeitgeber langfristig marginalisieren würde.) Allerdings müsste die Kirche dazu vollkommen privatisiert werden. D.h. Abschaffen der Kirchensteuer für juristische Personen und Abschaffen der Erhebung und des Eintreibens dieser Steuer durch den Staat, kein konfessioneller Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, keine Steuererleichterungen, Verbot von finanziellen Leistungen aus der öffentlichen Hand an die Kirche, keine Seelsorge an staatlichen Einrichtungen, keine konfessionellen Fakultäten an öffentlichen Universitäten.

Voraussichtlich wird aber weder der erste, noch der zweite Fall eintreten, so dass die Antidiskriminierungsgesetze nicht konsequent angewendet werden können und die Eidgenossenschaft eine offen sexistische Vereinigung finanziell und administrativ unterstützt.




Werbefreiheit, Ladies und Pornografie

Sexistische Werbung (Es liegt in der Natur der Sache, dass Sexismus immer subjektiv ist und alleinig von Gemütern, nie aber von Tatsachen abhängig ist.) wird in der Schweiz nicht verboten. Allerdings nicht, weil der Nationalrat die Werbefreiheit nicht einschränken will, sondern weil es schwer durchzusetzen wäre. Dazu helfe das Pornographieverbot schon ganz gut und die Schweizerische Lauterkeitskommission würde auch ganz gute Dienste leisten.1

Gut. Sehr gut. Allerdings sind die Gründe miserabel. In der ganzen Debatte um Sexismus geht es grösstenteils nur darum, dass sich manche Leute von gewissen Bildern oder Worten beleidigt fühlen und dies per Gesetz verbieten wollen. Bloss hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden. Niemand. Egal wie schwer die Beleidigung ist. Und wer sich ab einem Plakat oder einem Werbespot stört, der soll einfach nicht hinsehen. Was die negativen Auswirkungen sexistischer Werbung anbelangt: Solche Behauptungen sollte man immer mit Zahlen untermauern können. Dazu ist ironischerweise das Frauenbild dieser Personen fragwürdig. Ist es nicht ein wenig bedenklich, wenn einer meint, Frauen seien so leicht zu beeinflussen, dass sie nach ein paar Werbespots mit leicht bekleideten Frauen glaubten, sie müssten sich prostituieren? Der Rest ist eine Frage der Mode und des persönlichen Geschmacks.

  1. nzz - Gesetzliches Verbot sexistischer Werbung abgelehnt []



Atheismus als Friedensstifter

Die Nichtreligiösen tragen womöglich mehr zum religiösen Frieden in der Schweiz bei als all die Religiösen, die sich ihrer Nächstenliebe rühmen: Es gibt klare Indizien für den Zusammenhang zwischen Religiosität und allgemeiner Menschenfeindlichkeit, sagt ein nationales Forschungsprojekt

Sandro Cattacin: «Nichtreligiöse sind klar weniger rassistisch, weniger sexistisch, weniger homophob, weniger xenophob.» Nur ein Schluss sei übereilt: «Man darf davon nicht ableiten, dass jeder Nichtreligiöse tolerant ist.»1

Erstaunlich, bieten doch gerade religiöse oder pseudoreligiöse (Sozialismus in all seinen Spielarten, aber auch andere Ideologien, die irgendetwas für heilig erklärt haben.) Weltanschauungen die beste Begründung für kollektivistischen Hass. Dagegen sind es gerade die Naturwissenschaften, die niemandem Stoff für Vorurteile liefern. Evolutionsbiologen (Manchmal salopp Darwinisten genannt.) gehören mitunter zu den grossartigsten Humanisten. Woran das wohl liegt?

Ah ja, was diese Studie auch besagt, ist, dass der Antisemitismus in der Schweiz beunruhigend hoch sei. Viele seien auch der Meinung, Juden besässen zu viel Macht und Einfluss. (Verschwörungstheorien à la Zionistische Weltverschwörung lassen grüssen.)

  1. Fromm und fremdend / via m.m. []