Paul Geisert und Mynga Futrell, die beiden Gründer der Brights-Bewegung, im Interview:
Die Annäherung der Bush-Regierung an die christliche Rechte – durch offene Zustimmung zu Religion und Finanzierung religiöser Einrichtungen – hatte furchtbare Auswirkungen auf das, was früher neutrale Einrichtungen und eine säkulare Regierung waren. Selbst im Fall, dass durch überwältigende Siege der Demokraten manches wieder rückgängig gemacht wird, bleibt viel Schaden zurück. Religion hat nicht mehr nur eine symbolische Rolle, sie durchdringt viele Institutionen, etwa das Militär. Auch die wissenschaftliche Forschung wurde durch diese Politik beschädigt.1
Kann es sein, dass die Presse nicht mit der Wissenschaft und einer gehörigen Portion Rationalismus im Rücken agiert?
Oh, gewiss, die Tendez geht schon Richtung Impfungen. Am Artikel1über die Impfunwilligkeit und dergleichen im Bund ist auch nichts auszusetzen. Der Artikel gibt sich schön neutral. Gibt Impfgegnern und Impfbefürwortern gleich viel Platz. Das ist an sich gut, hätten die Impfbefürworter nicht die Evidenz im Rücken und Impfgegner bloss krude Ängste.
Aber lassen wir das und machen einen Schritt zur Seite, um uns das Interview2mit dem Berner Hausarzt und Mitglied der Arbeitsgruppe für “differenziertes” Impfen Peter Klein anzusehen.
Beim Impfen gehe es laut ihm, nicht wirklich darum, Krankheiten zu vermeiden, sondern irreparable Schäden und tödlich verlaufende Komplikationen zu verhindern. Statt die Minimierung von Leiden also bloss die das Verhindern von Behinderung und Tod?
However, hm? Nicht ganz, denn es gibt da noch jene Masernparties, von deren Existenz Herr Klein sehr wohl weiss, die er glücklicherweise auch nicht befürwortet - weil er das “sehr artifiziell” findet -, aber auch nicht vehement ablehnt.
Impfparties?
Yep, da bringt man masernkranke mit gesunden Kindern auf einen Haufen, damit am Ende des Abends möglichst alle eine Portion Viren erwischen. Hey, um Kinder zu immunisieren gibt es neuerdings Impfungen. Damit kann das Immunsystem zur Bildung von Antikörper angeregt werden, ohne dass das Kind dabei an Masern erkrankt (lediglich in 3-5% der Fälle kommt es zu Impfmasern3.
Es gibt schlichtweg keine Belege dafür, dass Impfungen zu anderen Krankheiten führen oder das Immunsystem als Ganzes schwächen oder gar Autismus verursachen. Got that? Und hier haben wir einen Punkt, wo Aberglaube gefährlich wird. Leute sterben an Masern. Inmitten von Westeuropa ((wikipedia - Masern in Europa)). Weil die Impfung abgelehnt wird; aus Gründen des Glaubens. Got this now? Presse?
JLTs gottlose Veranstaltung - der Blogkarneval zu Rationalismus und Atheismus - ist vorbei. Alle Posts, die dazu eingegangen sind, findet ihr drüben ~ Eine gottlose Veranstaltung [Blogparade]
Viele Male habe ich den Satz schon hören müssen: Allgemeine Kritik an der Scharia sei nicht zulässig, da die Scharia gar keine Einheit darstelle. Vielmehr müsse man sich auf einzelne Fatwas konzentrieren.
Das mag stimmen, wenn man einzelne Inhalte kritisieren will. Oder auch nicht.
Ein Rationalist kann und wird die Scharia jedoch grundsätzlich nicht akzeptieren, egal wie rehäugig deren Inhalte nun daher kommen.
Denn das Wesen der Scharia ist religiös. Sie stellt die vollkommene Verschmelzung von Rechtssystem und Religion dar, das Gegenstück zum von Naturalisten heftigst umworbenen Laizismus also. Darüber hinaus werden die Gesetze religiös begründet, was jedem Atheisten ein Gräuel sein dürfte. Vernünftige Gesetze lassen sich mit der Religion im Rücken jedenfalls nicht formulieren. Dies ist einzig mit rationalistisch-demokratischem Vorgehen möglich. Dies braucht seine Zeit, das ist klar, und ganz viel Fachwissen; ist auch nicht frei von Fehlern, beansprucht es keine Absolutheit. Doch langfristig bringt uns einzig eine weltliche Gesetzgebung die grösstmögliche Annäherung an das Paradies auf Erden.
Deshalb ist die Scharia grundsätzlich abzulehnen. Und nicht nur in den Details.
Manchmal braucht man Zitate. Rationalistische. Hier findet sich ein kleiner Haufen davon ~ Rationality Quotes 10
Frisch aus Pandoras Büchse: John McCain, US-amerikanischer Präsidentschaftskandidat und überzeugter Impfgegner ~ John McCain panders to the mercury militia
Hier sind drei willkürlich gewählte Einführungen in den Atheismus. Zugegeben, ganz willkürlich ist die Auswahl nicht, ich habe alle drei FAQs von dem Atheismus-Blogportal Planet Atheism ~ Atheism FAQ ~ An Introduction to Atheism (1997) ~ A Blunt Atheist FAQ
Nein, ich leugne Gott nicht, genauso wenig, wie ich die Existenz eines unsichtbaren rosafarbenen Einhorns leugne, das in einem winzigen Mondkrater auf der Rückseite des Mondes Lavendelschaumbäder nimmt.
Leugnen kann man einzig Dinge, die existieren, doch die Wahrscheinlichkeit der Existenz eines Gottes oder eines Einhorns auf dem Mond oder einer Teetasse nahe Venus ist derart gering, dass sie vernachlässigbar wird. Und so kommt es dazu, dass sich mancher Agnostiker1 Atheist nennt. (Natürlich auch, um einen Gegenpol zu den Theisten zu bilden.)
Wir Atheisten definieren uns auch nicht über unseren Atheismus. Wir sitzen nicht zuhause auf der Couch und murmeln mantra-artig vor uns hin: “Es gibt keinen Gott. Nein, es gibt keinen Gott.”
Bezeichnet sich jemand als Atheist, ist er häufig [Nicht immer, denn ich habe schon Atheisten erlebt, die an Trolle geglaubt haben.] viel mehr als das. Er ist ein Bright2. Zentral dabei ist das naturalistische Weltbild, das uns Brights vereint.
Schlicht ausgedrückt:
Wir glauben nicht. (Egal, ob es jetzt um Götter, Osterhasen, Marienerscheinungen, Orks oder Uri Gellers Zauberkünste geht. Blossen Behauptungen, die nicht einmal durch Belege oder Beispiele gestützt werden, stehen wir grundsätzlich skeptisch gegenüber. Dazu kommt, dass die Beweislast immer bei dem liegt, der die Behauptung aufstellt. Und nicht bei dem, der sie anzweifelt.)
Das Wort Atheist ist zu einem Kampfbegriff geworden. Vornehmlich von Gläubigen aller Schattierungen, um uns als fundamentalistisch zu brandmarken. Aber auch von uns, um unser Uneinverständnis mit öffentlichem Glauben kund zu geben. Eine zutreffende Bezeichnung ist Atheist allerdings nicht. Denn unser Agnostizismus macht nur einen marginalen Teil unseres Weltbilds aus. Naturalist wäre schon treffender. Doch unserem Engagement für eine säkulare, auf einer humanistischen Ethik basierende Welt wird nur der Name Bright gerecht.
evil under the sun - Eine gottlose Veranstaltung.
sapere aude - Völlig irre: Naturgesetze Glaubenssache?
Ein Kommentar von Jürgen Krönig in der Zeit über die Gefährlichkeit jenes kruden Vorschlags von Rowan Williams, dem Erzbischof von Canterbury, den britischen Muslimen die Wahl zwischen Scharia und Verfassungsrecht zu lassen ~ Multikulturelle Verirrungen
Sie streiten sich wieder, die säkularen Geister und die Moslems. Diesmal um Abbildungen des Propheten Mohammed bei Wikipedia. Letztere bleibt standhaft und beugt sich dem religiösen Wahn nicht ~ Wikipedia - Streit um Bilder des Propheten