Korrpution ist menschlich, Parteien funktionieren auch nicht anders

Die CS spendet denjenigen Parteien am meisten Geld, die am häufigsten mit ihr auf einer politischen Linie liegen.12 Die Gewerkschaften tun dasselbe. Der Kaninchenzüchter aus dem Thurgau genauso wie der Erzkatholik aus dem Baselland genauso wie der grüne Antikapitalist aus Zürich.

Genau deshalb tendieren viele Parteien und Politiker dazu, ihre Aussagen so zu formulieren und ihre Meinung so zu drehen, dass möglichst viele Wähler angesprochen werden und das Geld fliesst wie Wasser im Rhein. Populismus in all seinen Spielformen (Schmutzkampagnen, Neinsager, Verdrehungen, blatante Lügen, gefälschte Zahlen, Aussagen, die keinerlei Beweise benötigen und für die es auch keinerlei Beweise gibt. (Der Ausländeransturm auf die Schweiz und die Turbulenzen auf den Finanzmärkten sind wunderbare Beispiele hierfür.)) ist die Folge.

Das ist die Demokratie. Das ist unser System. Das ist das Beste, was wir zustande bringen.

Eine Person, die eine Partei unterstützen will, weil sie gleiche Meinungen vertreten (Aus welchen anderen Gründen sollte man sonst überhaupt eine Partei gut finden?), soll dies also stets dürfen. Egal, ob diese Person natürlich oder juristisch ist, über 3′000 Franken oder 120′000 Franken Monatseinkommen hat. Sonst werde ich fortan Kaninchenzüchter, Antifaschisten, Gutmenschen und Neinsager ebenso der Erpessung und der Bestechung bezichtigen, wie es manche Personen bei der Credit Suisse tun.3

(Ebenso sollte man darauf verzichten, Politiker korrupt zu nennen. Gewiss sind es etliche. Aber dann müsste man eine Diskussion beginnen über all die verschiedenen Motive, die ein Politiker haben kann. Doch einerseits kennt einzig die betreffende Person selbst diese Motive, Aussenstehende können lediglich spekulieren und davon ist abzuraten, andererseits würde dies womöglich tiefe Kluften ins Bild reissen, das wir uns von den von uns gewählten Politiker machen. Darüber hinaus würde dies wieder den Streit über gute und böse Politiker entfachen. Wobei ich hier der Meinung bin, dass Politiker grundsätzlich gut sind, also das tun, was sie für das Richtige (für sich, für ihre Wähler, für ihre Nation, für die Welt, für Tierchen) halten. Weder Rechte noch Linke wissen, welche politischen Handlungen gut sind und entscheiden sich dann genau für das Gegenteil.

Dazu ist die Bewertung von Politiker stets subjektiv. Ich halte alle Politiker, die sich nicht für grösstmögliche Freiheit, Humanismus und Laizismus einsetzen, für schlechte Vertreter ihrer Art. Andere würden genau diese bejubeln.

Sprechen wir also nicht über Politiker und Parteien, sondern über Ideen und Evidenz.)

  1. tagesanzeiger - Credit Suisse: Wer richtig abstimmt, dem wird gegeben []
  2. michale jäger - Warum die SP gerne eine Spende von der CS hätte []
  3. ignoranz - Sind die Bürgerlichen korrupt? []