Happy Hour

Lifestyle Planners in Britain are considering banning happy hour discounts at bars and restaurants. “They are considering a ban on a number of practices, including drinking games and speed-drinking events popular at some British pubs.”1

Künftig wird also der Lebensstil, den der Bürger leben soll, vom Staat gesetzlich definiert sein und das Ausleben eines abweichenden Lifestyles unter Strafe gesetzt. Ach, machen wir uns nichts vor, der Staat schreibt den Leuten heute schon vor, welches Leben sie zu führen haben. Und dies wird auch noch frenetisch bejubelt. Als wären wir hirnlose Lemminge, die, sofern nicht in einen Glaskäfig gesperrt, in den Suizid rennen. Wieso bloss scheint es, als hätten einzig die Libertären ihr Vertrauen in die Menschheit bewahrt?2

  1. Karen DeCoster - Will Nanny Hour Put an End to Happy Hour? []
  2. Bitte beachten, dass eine allgemeine Misanthropie genauso zu einem libertären Staat führen sollte, da, wenn man alle Menschen schon für unfähige Vollidioten hält, man keinem mehr als nur ein Fitzelchen Macht geben sollte, da der Politiker damit sowieso nur Unfug anstellen würde. []



Paternalistischer Vorzeigestaat Schweiz

Die Freiheit der andern ist unbeliebt.

In der Schweiz nimmt man Anlauf, den Buchhändlern die Freiheit zu nehmen, selbst die Verkaufspreise zu bestimmen1, den Autofahrern die Freiheit zu nehmen, selbst zu wählen ob sie ein grosses oder kleines Auto fahren wollen2 und den Wirten die Freiheit zu nehmen, selbst zu bestimmen, ob in ihrer Beiz geraucht werden darf oder nicht3.

Geht das so weiter, haben wir bald noch eine Fettsteuer, Prohibition (Ausgenommen Messwein und Absinth.), Ausgangssperren, Verbote von OpenAirs, Bettelverbote, Videospielverbote, Pornographieverbote, Blasphemieverbote, weitgreifende staatliche Zensur etc. Dafür wird die Schweiz überrannt werden von Leuten, die gerne ihre persönliche Verantwortung an den Staat delegieren.

Um die ideologisch ersinnten Verbote auch dem kiffenden, Offroader fahrenden, billige Bücher haben wollende und in Beizen gerne rauchenden Volk schmackhaft zu machen, muss pro Verbot mindestens ein Schreckgespenst aus der Versenkung geholt werden. Zigarettenrauch wäre das eine, Buchhändlersterben ein weiteres, Kindstod durch Geländewagen und CO2 die anderen. Und das Volk fürchtet diese Geister wie der Teufel das Weihwasser. Leider sind Geister imaginär, ähnlich wie die Schweizer Schreckgespenster. In ihnen steckt zwar ein Körnchen Wahrheit, doch meist wird masslos übertrieben.

Es steht leider zu befürchten, dass der Paternalismus in der Schweiz in der nächsten Zeit an Gewicht zulegen wird. Die Weichen sind gestellt. Die Ideale der Freiheit und der Eigenverantwortung werden das Klo hinuntergespült und der Staat wird sich mehr und mehr in das Privatleben der Leute einmischen. (Bestimmte mediale Inhalte werden stark unter Beschuss geraten, seien sie gewalttätiger, antireligiöser, staatskritischer oder sexueller Natur. Dazu könnten strikte Ernährungsvorschriften erlassen und auch staatliche Eingriffe in Freizeitaktivitäten salonfähig werden.)

  1. tagi - Zurück zur Buchpreisbindung []
  2. tagi - Verbot von schmutzigen Autos gefordert []
  3. tagi - Immer mehr fordern Rauchverbote []