Pantheismus, Atheismus und Brights

Was ist ein Bright?
* Ein Bright ist eine Person mit einem naturalistischen Weltbild.
* Das Weltbild eines Bright ist frei von übernatürlichen und mystischen Elementen.
* Die Ethik und Handlungen eines Bright basieren auf einem naturalistischen Weltbild.

Atheisten können Brights sein, müssen aber nicht. Auch Pantheisten können Brights sein. Die Frage ist einzig, wie stark eine Person Schindluder mit dem Begriff Gott treibt. Definiert man Gott als übernatürliches Wesen, dann kann ein Bright nicht an Gott glauben. Bezeichnet man hingegen das Universum, Dunkle Energie, die Natur oder seine Freundin als Göttin, resp. Gott, dann kann auch ein Bright von der Schönheit von Gott sprechen und ihn verehren, ohne dass er dabei an übernatürliche Wesensheiten glauben muss. Einstein war ein Pantheist, gleichzeitig aber ein Atheist, für ihn war Gott nicht biblisch, sondern das Universum selbst.

Pantheismus, Atheismus und Brights sind also 3 Begriffe, die sich überschneiden. Auch wenn manch ein Katholik nicht begreifen mag1, dass Einstein ein Atheist war und auch Atheisten einen Gott oder eine Göttin haben können. Abhängig davon, ob sie Gott als Metapher begreifen oder nicht.

  1. kreuz.net - Schämen sich die Gottlosen ihrer Gottlosigkeit? (via brightsblog) []



Ich bin ein Bright

Paul Geisert und Mynga Futrell, die beiden Gründer der Brights-Bewegung, im Interview:

Die Annäherung der Bush-Regierung an die christliche Rechte – durch offene Zustimmung zu Religion und Finanzierung religiöser Einrichtungen – hatte furchtbare Auswirkungen auf das, was früher neutrale Einrichtungen und eine säkulare Regierung waren. Selbst im Fall, dass durch überwältigende Siege der Demokraten manches wieder rückgängig gemacht wird, bleibt viel Schaden zurück. Religion hat nicht mehr nur eine symbolische Rolle, sie durchdringt viele Institutionen, etwa das Militär. Auch die wissenschaftliche Forschung wurde durch diese Politik beschädigt.1

  1. chilki.cc - „Wir glauben nicht an Osterhasen“ []



Wir sind Emergenz

Selbstverständlich sind Lebewesen mehr als “deterministische Bioautomaten”, allerdings ist all dieses “Mehr”, zu dem u.a. auch das gehört, was Theisten gern “Seele” nennen, keine übernatürliche Draufgabe zur Chemie und Biologie der Lebewesen, sondern genau die Auswirkung der natürlichen, emergenten Neuronalstruktur, also so natürlich wie die biologischen und chemischen Prozesse selbst, nur eben nicht materiell basiert, sondern strukturell basiert.1

Ein Satz. Treffer ins Schwarze. Doch wird dieser je zu einem Theisten durchdringen? Nein. Denn hier begegnen wir dem Unterschied zwischen Glauben und Wissen, Religion und Wissenschaft:

Der Glaube ist fix, eingebrannt in den Verstand. Ein Weltbild, das sich während achtzig, vielleicht auch neunzig Jahren nie verändert. Stets dieselben Dogmen. Stets dieselbe Ideologie. Stets der Anspruch, als einziger die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist. Als einziger die Wahrheit zu kennen.

Wohingegen wir, die wir rational und evidenzbasiert denken oder zu denken versuchen (nicht immer gelingt es uns, besonders in politischen Belangen), dem steten Wandel unterliegen. Mit der Welt wandeln auch wir uns. Seit dem Durchbruch der modernen Wissenschaft und all ihren medizinischen, technologischen Errungenschaften müssen wir in immer kürzeren Zeitabständen und an neue Erkenntnisse gewöhnen. Und manchmal, manchmal, da würde man am liebsten die Augen verschliessen und sich an irgendeinen Gott klammern. Erkenntnisse können manchmal grausam sein, gerade wenn es um den Menschen als Mensch geht. Doch ist die Welt wegen dem weniger schön?

Nein, gottverdammt. Gerade mit einem wissenschaftlichen Verständnis der Welt wird man sensibel für die grundlegende Schönheit der Dinge. Code is poetry. Science is aesthetics.

  1. derbright - Was Theisten nicht verstanden haben []



Warum Atheisten keine Gottesleugner sind

Nein, ich leugne Gott nicht, genauso wenig, wie ich die Existenz eines unsichtbaren rosafarbenen Einhorns leugne, das in einem winzigen Mondkrater auf der Rückseite des Mondes Lavendelschaumbäder nimmt.
Leugnen kann man einzig Dinge, die existieren, doch die Wahrscheinlichkeit der Existenz eines Gottes oder eines Einhorns auf dem Mond oder einer Teetasse nahe Venus ist derart gering, dass sie vernachlässigbar wird. Und so kommt es dazu, dass sich mancher Agnostiker1 Atheist nennt. (Natürlich auch, um einen Gegenpol zu den Theisten zu bilden.)

Wir Atheisten definieren uns auch nicht über unseren Atheismus. Wir sitzen nicht zuhause auf der Couch und murmeln mantra-artig vor uns hin: “Es gibt keinen Gott. Nein, es gibt keinen Gott.”
Bezeichnet sich jemand als Atheist, ist er häufig [Nicht immer, denn ich habe schon Atheisten erlebt, die an Trolle geglaubt haben.] viel mehr als das. Er ist ein Bright2. Zentral dabei ist das naturalistische Weltbild, das uns Brights vereint.

Schlicht ausgedrückt:
Wir glauben nicht. (Egal, ob es jetzt um Götter, Osterhasen, Marienerscheinungen, Orks oder Uri Gellers Zauberkünste geht. Blossen Behauptungen, die nicht einmal durch Belege oder Beispiele gestützt werden, stehen wir grundsätzlich skeptisch gegenüber. Dazu kommt, dass die Beweislast immer bei dem liegt, der die Behauptung aufstellt. Und nicht bei dem, der sie anzweifelt.)

Das Wort Atheist ist zu einem Kampfbegriff geworden. Vornehmlich von Gläubigen aller Schattierungen, um uns als fundamentalistisch zu brandmarken. Aber auch von uns, um unser Uneinverständnis mit öffentlichem Glauben kund zu geben. Eine zutreffende Bezeichnung ist Atheist allerdings nicht. Denn unser Agnostizismus macht nur einen marginalen Teil unseres Weltbilds aus. Naturalist wäre schon treffender. Doch unserem Engagement für eine säkulare, auf einer humanistischen Ethik basierende Welt wird nur der Name Bright gerecht.

evil under the sun - Eine gottlose Veranstaltung.
sapere aude - Völlig irre: Naturgesetze Glaubenssache?

  1. stern.de - “Gott existiert mit großer Wahrscheinlichkeit nicht” []
  2. Brights Deutschland []



Immune to reality

Es muss wahrhaft eine Kunst sein, Pseudowissenschaft mit wirren Satzkonstrukten zu verbinden und daraus die Wahrheit zu kreieren. Ach nein, scheinbar doch nicht. Sonst wären nicht so viele Halb- und Unwahrheiten über immunsystemstärkende Nahrung im Umlauf. Natürlich geht’s auch dem Impfen (”trading mumps and measles for cancer and AIDS”) an den Kragen. Wenigstens räumt PalMD mit diesem Bullshit auf ~ Immune to reality




Pamphlet für einen naturalistischen Präsidenten

Ein atheistischer Präsident scheint unmöglich. In den USA. Aber auch im ach so humanistisch-aufklärerischen Europa. Ein Pamphlet für einen naturalistischen Präsidenten bei Daylight Atheism ~ The Stained-Glass Ceiling




Wehret dem Aberglauben!

Endlich, der Tagesanzeiger hisst die Flagge und nimmt den Kampf gegen den Aberglauben auf. Vorerst nur mit Hugo Stamm. Zwar webloggt dieser schon eine Weile, doch für einmal hat er es auch in die Druckausgabe geschafft und entlarvt mit scharf-zutreffendem Geschütz Uri Geller und dessen ganze verlogene Show. Ja, verlogen ist sie wahrlich. ~ Wie Geller und Co. tief in die Trickkiste greifen

Obiger Artikel hat gar ein Vorspiel und malt eine düstere Bedrohlichkeit plumpen Aberglaubens. Wahrlich, blinder Glaube hemmt die Vernunft, auch in gesellschaftspolitischen Fragen ~ Fauler Zauber




Atheistischer Blogkarneval

Hossa, JLT hat gottlose Vorhaben im Kopf. Gut so. Ein Blogkarneval für Atheisten und andere rationale Materialisten hat noch niemandem geschadet. Deadline am 5. März, auch wenn du ein Humanist bist. ~ Eine gottlose Veranstaltung.