Dekadente Moral

Wir alle wollen bloss unseren Spass haben. Genuss und Fun, bis der Kopf zerbricht und das Hirn rauströpfelt.

Deshalb tun wir auch Gutes:

But now that charity leads to happiness (something which was known through experience and now experimentally), the ancient definition of “hedonism” (seeking pleasure) actually has to include charity. That’s right: charity is hedonism.

So, I guess my points are that atheists have reasons to be good and moral (it leads to happiness), and point out that religions have attempted to take whatever leads to happiness and attach “it must be God” — which is kind of sad when you think about how blind and misguided that idea is.1

  1. tiny frog - Charity leads to Happiness []



Poetry Acts Insanely - Über atheistische Moral

[...]
When “accepting Christ as savior”–
When belief, and not behavior–
When some obsolete mythology determines what is right,
I could feed the starving masses
Cause the blind to just need glasses
Feed the world on loaves and fishes
Give Aladdin three more wishes
Cure the miseries of lepers
And the myriad twelve-steppers,
Cure Ben Stein of his inanity,
Bring peace to all humanity…..
Am I moral in the eyes of Christianity? … not quite.
1

  1. The Digital Cuttlefish - Can An Atheist Be Moral? []



Brachialatheisten und pure Sinnlosigkeit

Sinnlosigkeit in den Texten wütender Prediger, die im Atheismus sowas wie islamischen Fundamentalismus sehen. Etwas Scheussliches, das uns alle eines Tages umbringen werde.

Der Gottesglaube, den Dawkins widerlegen will, ist jener fundamentalistische Kreationismus, der selbst wieder nur ein seitenverkehrter Naturalismus ist.

Und das Gute ist dasselbe wie das Böse. Und wenn ich etwas mag, dann hasse ich es. Und wir werfen alles in einen Topf um schlussendlich eine graue Brühe zu entdecken. So konfus wie irrig.

Wer sich in heroisch-existentialistischer Haltung nicht genötigt, sondern befreit sieht, als Produkt eines blinden Zufalls zu leben, wird sich keinem Schöpfer zu Dank verpflichtet sehen.

Nun ja, Evolution ist ja alles andere als blinder Zufall, doch das scheinen immer noch nicht alle begriffen zu haben. Aber ich gebe mich geschlagen angesichts der immensen Freiheit, die jemand geniesst, der in ständiger Furcht vor Gott lebt und der sich an ein unveränderliches Schicksal gebunden sieht.

Auch moralische Alarmrufe, etwa dass ein naturalistisches Menschenbild fatale ethische Konsequenzen habe, werden wenig ausrichten. Der Hinweis auf den moralischen Nutzen der Religion hat noch nie ihren Wahrheitsanspruch stützen oder gar ersetzen können.

Natürlich. Natürlich. Der Herr Dawkins ist ein ganz übler Kindermörder und Kriegshetzer. Ach bitte, gerade aus dem Fehlen eines Gottes und eines Jenseits ergebt sich der Zwang, das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Und das funktioniert nur mit verbindlichen, unverrückbaren Rechten, die jeder Mensch geniesst. Sonst müsste ich als Atheist Gesetzlosigkeit befürworten und somit Gefahr laufen, vom nächsten Psychopathen abgeschlachtet zu werden. Und das war jetzt eine schwere kognitive Leistung.

Kosmologische Spekulationen werden niemanden, der sich nicht in der ersten Person Singular als Geschöpf empfinden kann, vom Gottesglauben, ganz zu schweigen vom christlichen Glauben, überzeugen.

Wenn ich spekuliere, dass Gravitation eigentlich gar nicht existiere, auf einen Baum klettere und mich runter stürze, was bin ich dann?
Und nein, ich bin nicht etwas Geschöpftes, sondern etwas Entstandenes. Wenn ich spekuliere, die Evolutionstheorie existiere gar nicht und vor einem Berg von Beweisen (für die Evolutionstheorie) stehe, was bin ich dann?

Wer sich ohne Rücksicht auf seine Würde und seine Selbstachtung als „Maschine zur Weitergabe seiner Gene“ verstehen will, bei dem werden eher die Dawkinsschen Argumente, und seien sie noch so flach, Resonanz finden.

Und plötzlich ist die Realität, gar die Wahrheit, davon abhängig, wie ich eben jene gerne hätte. Hm, ich wünsche mir, dass ich wenn ich die Tastatur hochhebe, darunter ein Tausender liegt. Ach, kein Tausender da. Dann funktioniert das mit dem “ich bestimme, wie die Realität auszusehen hat, ihr Deppen” doch nicht. Vermutlich ist es doch so, dass die Realität einfach ist, und ich sie mit wissenschaftlichen Mitteln erforschen kann.
Und jetzt, wo ich das sehe und auch sehe, dass ich nur eine “Maschine zur Weitergabe meiner Gene” bin, fühle ich mich ganz wertlos und habe jegliche Selbstachtung verloren. Weil, wie könnte ich, wenn da kein höherer Sinn ist? Soll ich etwa mein Leben so geniessen, ohne einen unsichtbaren Freund? Ich kann doch keine Pizza mehr geniessen, wenn Gott das nicht für mich so vorherbestimmt hat. Weil, äh…

faz - Gott ist ein Nichtsnutz




Grenzen der Pressefotografie

1. Wo siehst Du die Grenze für Reportage-Fotografen, z.B. bei Kriegsberichterstattung?

Es gibt keine. Die Gräuel müssen so roh und unverfälscht wie möglich dokumentiert werden. Einerseits um die Schrecken (oder auch die stillen, bezaubernden Momente während dem Bombenhagel) für die Nachwelt festzuhalten, andererseits, um durch die Medienwelt den kleinen Bürger darauf aufmerksam zu machen, dass so einiges schief läuft auf dieser Welt. Bilder erzeugen sofort Emotionen, Texte brauchen dafür etwas länger. (Deshalb kann Kriegsfotografie auch zu manipulativen Zwecken missbraucht werden, was dann die Schattenseite des Ganzen ist.)

2. Wo ziehst Du die Grenze für Dich selbst (würdest Du z.B. einen Verkehrsunfall mit Verletzten und evtl. sogar Toten fotografieren)?

Wieso sollte ich so etwas tun? Um mich an den Fotos zu ergötzen?
Nein, zuerst kommt in so einer Situation natürlich die Nothilfe. Wenn dies getan ist, dann werde ich sicherlich nicht im Weg rumstehen, sondern heimgehen. Einzig wenn der Unfall von gesellschaftlichem Interesse wäre, dann würde ich Fotos schiessen, aber dann auch nur, wenn ich zum Beispiel bei einer Zeitung arbeiten würde. Fotografieren muss immer einen Sinn machen, entweder stellt es eine Dokumentation von relevanten Ereignissen dar, oder die Fotos erfreuen des Betrachters Geist.

3. Wie stehst Du zur Auszeichnung von Fotos, z.B. mit dem World Press Photo Award, die das Leid anderer abbilden und davon “profitieren”?

Sie profitieren ja nicht vom Leid anderer, sondern riskieren mitunter ihr Leben, um der Weltöffentlichkeit bestimmte Geschehnisse aufzuzeigen. Sollten wir nicht eher dafür dankbar sein, dass uns Fotografen die Gräuel eines Bürgerkrieges in Somalia zeigen, anstatt sie dafür zu verdammen?

4. Denkst Du, dass man mit der Fotografie tatsächlich etwas bewegen, also z.B. die Welt aufrütteln kann und rechtfertigt das dann die Fotografie “um jeden Preis”?

Bilder machen Meinungen, würde ich sagen. Der Fokus der Fotografie muss jedoch auf der Information bleiben, nicht auf der Manipulation.

5. Warst Du selbst schon mal in der Situation, in der Du überlegt hast, ob Du eine bestimmte Situation ablichten sollst/kannst/darfst oder nicht? Wie hast Du Dich entschieden und warum?

Nope.

magistus.de - Blogparade: Ethische Grenze der Fotografie / Ethicle Boarder of Photography