Die Minarett-Initiative ist gültig und widerspricht nicht zwingendem Völkerrecht. Der Bundesrat sorgt sich aber um den religiösen Frieden in der Schweiz würde die Initiative vom Volk angenommen.1
Hm, ich bin immer noch davon überzeugt, dass der Islamismus nicht dadurch einen Kraftschub bekommt, dass Muslime Minarette auf die Moscheen stellen. Liegt vielleicht daran, dass Symbole keine mysteriösen Kräfte in sich tragen, die sich plötzlich entfalten und ihre Umwelt beeinflussen können. Türmchen bringen auch keine Leute um. Und Leute brauchen keine Türmchen, um grässliche Botschaften zu verbreiten.
Interessant hingegen ist, dass die Argumente, die gegen Minarette vorgebracht werden, auch gegen Kirchtürme und christliche Kreuze angewandt werden können. Nicht zu vergessen die buddhistischen Klöster, die gewissermassen ja auch Symbol eines Machtanspruchs von Theokraten mit mittelalterlicher Ethik sind. Oder vielleicht sollte sich der Staat einfach nicht in Privatangelenheiten einmischen?
Wer’s noch nicht mitbekommen haben sollte:
Für die Republikanische Partei habe er einen Tipp, meint der Komiker Stephen Colbert: «Teilt das Land! So gewinnt man Wahlen.» Wie polarisiert man die Gesellschaft? Kein Problem: Man solle sich an der Schweizer SVP orientieren und ein Minarett-Verbot fordern, sagte er in seiner Show am 5. August – nicht ganz tatsachengetreu, zumal die SVP offiziell auf Distanz zur Vorlage geht.
Offenbar, so Colbert, hätten die Eidgenossen Angst vor den zwei Minaretten, die es in ihrem Land gibt; «und wenn ihnen die Trennung von Staat und Religion so wichtig ist, wieso entfernen sie dann nicht das Kreuz aus ihrem Wappen?» Schallendes Gelächter im Publikum. Der preisgekrönte «Colbert Report» wird im Schnitt von 1,2 Millionen Zuschauern geschaut.1
Die Minarettinitiative steht1 und ein anderer Stellungskrieg ist entfacht.
Während für mich ein Minarettverbot eine klar unnötige Freiheitseinschränkung ist, frage ich mich gleichzeitig auch, ob es ernsthaft möglich ist, dass man bloss Minarette verbieten muss, damit der Islamismus ein bisschen an Boden verliert. Scheisse, nein, das frage ich mich nicht. Es besteht schlicht kein Zusammenhang zwischen Anzahl Minaretten und Einfluss des Islamismus. Ein Rassismusverbot verhindert schliesslich auch keinen Rassismus.
Aber lustig isses, wie sich Linke und Rechte darob die Köpfe ausreissen. Die eine zücken die Islamismuskeule, die anderen die Rassismuskeule. Ein Sommerlochspektakel!