The Libertarian Moment

The generation raised on the Internet has essentially been raised libertarian, even if they’ve never even heard of the word. Native netizens now entering college exhibit a kind of broad-based tolerance toward every manner of ethnic, religious, and sexual-orientation grouping in a way that would have seemed like science fiction just a generation ago. The products and activities they enjoy and co-opt most, from filesharing to flying discount airlines to facebooking, are excrescences of the free-market ideas of deregulation and decontrol.
[...]
…the power to swarm in the direction of freedom is the new technology fueling an idea that is as old as the American republic itself: No central government shall interfere with our life, liberty, and pursuit of happiness. The Libertarian Moment is taking these self-evident truths and organizing them into a comprehensive approach toward living. It started where it always does, in business and culture, where innovation is rewarded. Statist politicians—it’s not fully clear that there is any other kind—will ignore that epochal shift at their peril. And will eventually be forced to fly to their own personal San Clementes.1

  1. reason.com - The Libertarian Moment Despite all leading indicators to the contrary, America is poised to enter a new age of freedom. []



Happy Hour

Lifestyle Planners in Britain are considering banning happy hour discounts at bars and restaurants. “They are considering a ban on a number of practices, including drinking games and speed-drinking events popular at some British pubs.”1

Künftig wird also der Lebensstil, den der Bürger leben soll, vom Staat gesetzlich definiert sein und das Ausleben eines abweichenden Lifestyles unter Strafe gesetzt. Ach, machen wir uns nichts vor, der Staat schreibt den Leuten heute schon vor, welches Leben sie zu führen haben. Und dies wird auch noch frenetisch bejubelt. Als wären wir hirnlose Lemminge, die, sofern nicht in einen Glaskäfig gesperrt, in den Suizid rennen. Wieso bloss scheint es, als hätten einzig die Libertären ihr Vertrauen in die Menschheit bewahrt?2

  1. Karen DeCoster - Will Nanny Hour Put an End to Happy Hour? []
  2. Bitte beachten, dass eine allgemeine Misanthropie genauso zu einem libertären Staat führen sollte, da, wenn man alle Menschen schon für unfähige Vollidioten hält, man keinem mehr als nur ein Fitzelchen Macht geben sollte, da der Politiker damit sowieso nur Unfug anstellen würde. []



Libertäre (oder so) über die US-Wahlen




John Stossel’s Guide To Politics




Skizzen eines libertären Staates

Wären die Wirtschaft und das Individuum nicht vom Staat geknechtet, existierte also ein wahrlich libertärer Staat (Dazu gehört auch der fälschlich als Neoliberalismus bezeichnete völlig freie Markt, der nie existiert hat und nun für die Finanzkrise verantwortlich gemacht wird. (Obwohl es keine sonderlich grosse Schwierigkeit ist, nachzuschlagen, wo die Verknüpfung zwischen hochrangigen Politiker, die den Ärmsten ein Eigenheim ermöglichen wollten, und Fanny und Freddie und deren staatlichen Garantien liegt, des weiteren eine gewisse Zinspolitik einer nahmhaften Person. Aber lest dazu besser unten verlinkten Text.)), dann sähe die Welt wahrlich anders aus. Jeffrey A. Miron (”a senior lecturer in economics at Harvard University”) skizziert das Libertäre Land.

In Libertarian Land, individuals and businesses would take risks, but they would think long and hard about these risks. Some individuals and businesses would profit handsomely from smart risk-taking, but many would earn modest returns on average because their seemingly “excessive” returns in good times would be balanced by big losses in bad times.

Reasonable people can debate whether consistent pursuit of libertarian policies would have improved U.S. economic performance over the past two centuries. They cannot claim, however, that recent events demonstrate the failure of libertarian policies, since those policies have not been employed.

Nor can they say, as Weisberg contends, that “libertarian apologetics fall wildly short of providing any convincing explanation for what went wrong.” In fact, by theorizing, anticipating, and underscoring the inevitable failure of mixing free-market dynamics and politically driven interventions into the economy, libertarians explain both what’s going on and how to avoid its periodic repetition.

At a minimum, the jury is still out on whether a truly libertarian policy regime is desirable. With luck, some government will one day have the courage to give it a try.1

  1. reason.com - The End of Libertarianism and Other Adventures in Financial Policy Fantasy []



Archipel Gulag und Atheismus

Den Atheismus für die Gräueltaten eines Lenins und eines Stalins verantwortlich zu machen, ist, als würde ich dem Christentum die Schuld für jenen Banküberfall zu schieben, bloss weil der Bankräuber zufällig ein Katholik war.

Somit lässt sich sagen, dass eine Ideologie einzig für bestimmte Taten verantwortlich ist, wenn diese Taten explizit im Namen dieser Ideologie verübt wurden.

Wo wurde jemals jemand im Namen des Atheismus ermordet?
Wo jemand im Namen des Libertarismus?




McCain, Obama und der Libertarismus




Atheistischer Libertarismus und die Homeschooling-Frage

(Atheisten. Libertäre. Beide bringt man sowenig in einer Gruppe zusammen wie Katzen. Darüber hinaus bedingt das eine nicht das andere. Atheisten können Demokraten, Republikaner, Sozialisten oder Anarchisten sein. Libertäre wiederum können Brights, Atheisten, Agnostiker, Heiden, Muslime oder Kreationisten sein. Man könnte meinen, dass rationelle, nüchterne Denken, das zum einen der beiden geführt hat, würde automatisch auch das andere auslösen. Doch dies ist nicht der Fall. Zwar gibt es Leute wie Penn Jillette, die naturalistisch und libertär sind, aber sie scheinen relativ selten zu sein. Ein Punkt, bei dem zwischen Atheisten und Libertären eine Diskrepanz herrscht, ist die Schulfrage.)

Homeschooling. Staatliche Schulen.

Für den Atheisten ist Homeschooling ein Gräuel. Evangelikale, die ihre Kinder zu Hause behalten, um ihnen zu lehren, dass die Erde erst 6′000 Jahre alt ist. Was könnte es Schlimmeres geben?

Der Libertäre sieht im Homeschooling hingegen Eigenverantwortung und Freiheit. Bildet jemand seine Kinder zu Hause aus, so beansprucht er keine staatlichen Finanzen und gestaltet sein Leben frei und nach eigenem Gutdünken.

Atheisten möchten das Homeschooling also verbieten, Libertäre möchten es mit einer Steuererleichterung belohnen. Wie können die beiden Gruppen zu einem Konsens finden?

1. Es ist ein beliebter Fehler, zu denken, der Staat würde bestimmte Dinge besser machen als Private. Der Staat ist kein Übermensch oder Superman, er vertritt die Interessen von Bevölkerungsgruppen und seine ureigenen. Auf die Schulen bezogen wird dort unterrichtet, was die demokratische Mehrheit wünscht. Beim Homeschooling wird unterrichtet, was die Eltern wünschen. Gruppenweisheit existiert nicht, die Entscheidungen eines Volkes sind genauso gut oder schlecht wie die einer Einzelperson. Dazu kommt, dass die Stimmbürger wenig Einfluss auf die Schulen haben. Staatsschulen werden von Direktorien und Gremien geführt. Denen ist genauso zu misstrauen wie der evangelikalen Mama.

2. Staatliche Schulen sind weder säkular noch frei von Indoktrination. Die Schweizer Schulen kommen der Kirche entgegen, indem sie ihr Unterrichtszeit zur Schule stellen, während der dann der Pfarrer seinen Schäfchen von der Hölle erzählen darf. Nicht konfessioneller Unterricht gibt es während der obligatorischen Schulzeit schon gar nicht, stellt aber auch am Gymnasium lediglich eine Schönfärberei des Gotteswahns dar. Eine neutrale Sicht auf die Religionen würde nämlich auch bedeuten, die hässlichen Seiten nicht auszulassen. Doch wann hört man am College schon von der sexuell repressiven Haltung eines Dalai Lamas oder den hinduistischen Religionskriegen? Des weiteren wird die Sozialdemokratie mit der sozialen Marktwirtschaft angepriesen. Andere Staatsmodelle werden nicht erläutert. Ausser die zwei unbrauchbaren des Kommunismus und des Faschismus. Der Staat wird darüber hinaus als gütiger Vater dargestellt. Über seine negativen Seiten erfährt man an der Schule ebenso wenig wie man den Schulunterricht als solchen oder bestimmte Aspekte dessen in Frage stellen darf. Indoktrination in den Schulen ist nicht kreationistisch, aber etatistisch.

3. Homeschooling muss nicht zwingend Kreationismus bedeuten, sondern kann auch naturalistisch-libertären Unterricht meinen.

4. Weltanschaulicher Unterricht ist nie gutzuheissen, auch wenn er atheistisch und liberal ist. Vielmehr sollte man den Kindern beibringen, wie man denkt. Nie aber, was sie denken sollen.

5. Ein Kind hat meines Erachtens das Recht auf eine weltanschaulich und politisch neutrale Bildung. Da die staatliche Schule ein Produkt eines politischen Prozesses it, kann sie dieses Recht nicht garantieren.

6. Einzelpersonen, seien es Lehrer an Homeschools, privaten oder staatlichen Schulen können aber durchaus fähig sein, nüchtern, sachlich und neutral zu unterrichten. Ob sie dies tun, hängt aber von ihren selbst ab und nicht vom übergeordneten Schulsystem.

7. Die Bandbreite der Bildung wird grösser, wenn man das staatliche Bildungsmonopol bricht. Dies bedeutet für manche Kinder eine ausserordentlich gute Ausbildung, für andere bedeutet dies pure Indoktrination und miserable Bildung.

8. Kinder werden von ihren Eltern jedoch genauso indoktriniert und erstklassig gefördert, wenn es nur staatliche Schulen gibt. Ein Kreationist wird seinem Kind lehren, dass die Bibel das exakte Wort Gottes ist und den Biologieunterricht als Lüge bezeichnen. Dabei ist zu erwarten, dass die Eltern den grösseren Einfluss haben als die Lehrer. Ein Freidenker wird trotz des staatlichen Unterrichts sein Kind zu Skeptizismus und Selbstbildung ermuntern.

9. Auch in der Schweiz gibt es Schulabgänger, die nicht richtig lesen und schreiben können. Staatsschulen können also versagen. Auch in der Hochbegabtenförderung.

10. Die Frage nach Homeschooling scheint also müssig zu sein. Vielmehr müsste man das Fragezeichen hinter das staatliche Bildungsmonopol setzen.

11. Wir Atheisten sollten nicht das Homeschooling im Visier haben, sondern versuchen, den Atheismus salonfähig zu machen und den Kindern den freien Zugang zu Information und Bildung zu ermöglichen und sie zu ermuntern, Fragen zu stellen und selbstständig und kritisch zu denken.

12. Wir Naturalisten und Libertäre müssen Wege finden, wie man Kinder vor elterlicher und schulischer Indoktrination schützen kann.




Libertäre Partei Schweiz

Die Liberale Partei Schweiz, die bald mit der FDP fusionieren wird, hat ihre letzte Delegiertenversammlung hinter sich. Merkwürdigerweise ist die LPS gegen die Initiative “für eine vernünftigte Hanf-Politik mit wirksamem Jungendschutz”, die den Cannabiskonsum entkriminalisieren wird, während die meiner Ansicht nach generell weniger liberale FDP die Initiative unterstützt.1

Es scheint also Zeit zu sein für eine Libertäre Partei Schweiz, die nicht bloss ab und an liberal ist, sondern konsequent für Freiheit eintritt.

  1. andreas kyriacou - Das Ende der Liberalen []



Der Freisinn wird libertär

(Leider nicht.)

Das Siechtum der FDP erkennt man daran, dass ihr momentan grösstes Problem ist, ob sie sich nun Freisinnig-Demokratische Partei oder Freisinnig-Liberale Partei nennen wollen.1

Ich würde vorschlagen: Werdet wieder zu einer Partei, die Liberalismus konsequent vertritt, dann erledigt sich die Suche nach einem Namen von selbst. Anders ausgedrückt: Eine Prise Libertarismus hat dem Freisinn noch nie geschadet.

  1. nzz - Das «FDP» der Freisinnigen soll sanft entschlafen []