1. Mai, Che!

Da gibt es etwas, das ich nicht verstehe.

Wollen ein paar Hitler-Groupies und sonstige (Neo-)Nazis durch eine Altstadt marschieren, so gibt es einen grossen Aufschrei. Beflaggen sie sich mit Hakenkreuzen und den Bildern der Schlächter, die sie derart verehren, so tun sie dies erstens nicht mehr lange und so gibt es zweitens einen immensen medialen Aufschrei.
Zu Recht verweisen wir diese Leute in ihre Schranken. Mit Genugtuung sehe ich, wie eine grosse Mehrheit der Schweizer das Nazitum ablehnt.
Doch was geschieht, wenn Anhänger anderer kollektivistischer Ideologien und deren blutbefleckten Exponenten marschieren? Dann gibt es zwar etliche Blogger, bei denen dies mindestens tiefes Unbehagen auslöst, aber sonst? Kein medialer Aufschrei. Nein, man lässt sie weitermarschieren mit ihren Ikonen. Seien dies ein Stalin, ein Mao, ein Lenin oder ein Che Guevara.

Man braucht sich nur mal umzuschauen. Wie viele Leute mit Hitler-Shirts begegnen euch jeden Morgen? Wie viele, auf denen Che Guevara prangt?

Ich versteh’s einfach nicht. Wie kommt es, dass in der öffentlichen Meinung der eine zum Sinnbild des Bösen wird, der andere zur Lichtgestalt und der Dritte zu einer Popgestalt? Obwohl alle drei für eine Menge Blut und Vernichtung verantwortlich sind.

taz - Der Marlboro-Mann der Linken




Chavez’ Hass auf die Simpsons

Venezuela findet die Simpsons also unangebracht für Kinder.

“The governmental regulatory agency didn’t specify which elements of the program were deemed offensive, but said showing the animated cartoon series at that hour could violate national regulations prohibiting “messages that go against the whole education of boys, girls and adolescents.”

Guillen said it is up to Televen’s management whether “The Simpsons” may be shown at another time of day.”1

Daran, dass die Simpsons aus dem Vormittagsprogramm gestrichen wurden, um sie mit Baywatch zu ersetzen, sieht man, dass es nicht wirklich um die Kinder geht. Auch nicht um dekadente Einflüsse, Pamela Andersons grossbusiges Erscheinungsbild steht in Venezuelas Augen wohl genauso für den Teufel Amerika wie eine Zeichentrickserie. Obwohl die gelangweilten Kiddies wohl durchaus ihre Freude an Pamela haben dürften. Und auch der eine oder andere Grossvater, der die Kindchen beaufsichtigen muss.

Vielmehr dürfte es um Politik gehen. Die Simpsons sind zutiefst politisch. Meist sehr subtil, aber die urliberale Einstellung der Macher spürt man immer. Neben ihrer Art, alles mögliche auf die Schippe zu nehmen.

Ja, die Simpsons sind liberal und deshalb wurden sie aus dem Programm gekippt. Soweit ich es in Erinnerung habe, gibt es etliche Spitzen gegen die südamerikanische Sozialistische Internationale. Kommunisten und andere Diktatorenschweine wurden zur Genüge verulkt. Das gefällt einem Diktator natürlich nicht. Das tumbe Volk könnte ja noch auf die Idee kommen, dass der Kommunismus tatsächlich nichts Gutes ist.
Ja, die Simpsons machen Chavez, dessen Plan es ist, ein jedes Kind von Geburt an geistig im Kommunismus zu baden und es eine totale Indoktrination erfahren zu lassen, einen Strich durch die Rechnung. Das Kind könnte ja zu denken beginnen, wenn es die Simpsons sieht.
Deshalb mussten sie verschwinden. Weil sie an den kommunistischen Festen zu rütteln wagten.

Es ist ja gottsjämmerlich traurig. Ein Land, in dem keine Simpsons ausgestrahlt werden. Was soll da noch lebenswert sein?

(Natürlich entlarven sich die Kommunisten einmal mehr. Doch die europäische Sozialistische Internationale wird dem Chavez immer noch aus der Hand fressen. Traurig, doch die lassen sich durch nichts erschüttern. Wer nur genug laut gegen den Kapitalismus und die USA und am besten auch noch westliche Werte und andere faschistische Dinger hetzt, ist deren Freund. Traurig. Echt traurig.)

  1. foxnews - Venezuela Calls ‘Simpsons’ Unfit for Kids, Replaces Show With ‘Baywatch Hawaii’ []