…denn ich bin der Herr, der Sohn des Vaters, Erlöser und Messias.
“Und ich bin der Bischof von Rom, Stellvertreter Jesu Christi, Nachfolger des Apostelfürsten, Oberster Priester der Weltkirche, Primas von Italien, Erzbischof und Metropolit der Kirchenprovinz Rom, Souverän des Staates der Vatikanstadt, Diener der Diener Gottes und Pontifex Maximus (oberster Brückenbauer).”1
So oder ähnlich lauten die Gründe, wieso man niederknien muss, wenn man den heiligen Keks vom Papst erhält:
“Der Heilige Vater hat gebeten, dass alle, die von ihm selbst die Hl. Eucharistie erhalten werden, knien sollen. Außerdem wünscht der Hl. Vater, dass die Eucharistie mit dem Mund empfangen wird. Der Papst ist besorgt, was die Frage der Ehrfurcht betrifft. Der stehende Empfang der Hl. Eucharistie und die Handkommunion können zu mangelnder Ehrfurcht führen”, erklärt Podesta.2
Um Furcht geht es. Einzig und allein um Furcht.
hat tip: po8
Demnach wird die Kirche weiterhin nur dann an die Justiz gelangen, wenn sich «die Gefahr von Wiederholungstaten nicht auf andere Weise bekämpfen lässt». Die Opfer sollen aber – wie bisher – darauf hingewiesen werden, dass sie eine Strafanzeige einreichen können. Zudem sollen die Täter zur Selbstanzeige bewogen werden.1
Hey, ein Bischof weiss, dass sein Pfarrer Kinder missbraucht, aber er muss ihn nicht anzeigen. Nein, denn der Kirche wird eine Extrawurst gebraten. Weil es so lustig ist und andere Möglichkeiten gibt, Wiederholungstaten zu verhindern. Es sind zwar grässliche Verbrechen, die die Priester begehen, aber was soll’s, er ist ja Lamm des Papstes und folglich ausserhalb der Rechtssprechung des Staates, in dem er sich gerade aufhält.
Das ist theokratischer, haarsträubender Unsinn. Entweder halten alle die bestehenden Gesetze ein, oder Nazis und Stalinisten haben künftig auch ein Anrecht auf “Ausnahmeregelungen”.
Die Bischofskonferenz hat sich an ihrer 280. Ordentlichen Versammlung auch mit der Medienarbeit der Kirche befasst. Sie hält in einer Erklärung fest, das Weltbild und die Lebensauffassung der Menschen werde zu einem grossen Teil von den Medien bestimmt.2
Natürlich, die Medien prägen das Weltbild der Leute. Deshalb gibt es auch so viele Kreationisten in der Schweiz. Weil kaum ein Tag vergeht, ohne dass der Tagesanzeiger Kritik an der Evolutionstheorie übt.
Vielleicht sollte irgendjemand diese Priester und Pfaffen auf den Boden der Tatsachen zurück holen. Es ist ja nicht anzusehen, wie realitätsfremd die sind. Arme Leute, jemand sollte ihnen mal ein paar Bücher schenken. Oder ein Zeitungsabo. Damit sie allmählich auch Fakten und nicht nur imaginäre Freunde wahrnehmen. Geht ja jetzt schon zweitausend Jahre so zu und her. Jemand muss deren Qualen mal ein Ende setzen. Vielleicht Flugblätter mit Texten von Dawkins, Darwin und PZ Myers darin?
In Torledo, einer schnuckeligen Stadt in Spanien, veranstalteten ein paar Leute einen Umzug. Ähnlich Karneval und Fastnacht. Bloss, sie waren verkleidet als Geister, Teufel und Zombies.
Wer jetzt denkt, ein paar Mütter hätten Angst, dass sich ihre Kinder erschrecken würden, liegt falsch.
Es ist der Erzbischof Antonio Canizares, dem der Umzug missfällt. Blasphemie sei er, und würde die Auferstehung Christi ins Lächerliche ziehen.
Archbishop Antonio Canizares said the procession, which also included a Virgin Mary and a Saint Peter, made a mockery of the Catholic celebration of Corpus Christi.1
Natürlich, jetzt sind wieder religiöse Gefühle verletzt. Aber das kommt halt davon, wenn man den Leuten verbieten will, andere Zombies als Jesus anzubeten, oder schon gar nur darzustellen. Doch jetzt, im einundzwanzigsten Jahrhundert hat die Kirche halt ihr Monopol auf wandelnde Tote verloren.
Kirchen sind in der Schweiz steuerbefreit, jedenfalls bis zu einem gewissen Grade. Vermutlich sind kleine Glaubensgemeinschaften nicht steuerbefreit - Scientology wohl eher nicht, obwohl es genauso eine religiöse Gruppierung darstellt wie die katholische Kirche. Aber wer alt und etabliert ist, der geniesst halt gewisse Vorrechte, auch wenn sich diese weder begründen lassen, noch irgendeinen Sinn machen würden.
Gemeinnützige Organisationen von den Steuern zu befreien, ist vermutlich eine gute Sache. Doch eine Religionsgemeinschaft ist bloss eine Gruppe Leute, die an denselben Gott - oder an dieselben Aliens - glauben. Sicherlich macht man denen einen Gefallen, wenn sie keine Steuern zahlen müssen. Doch um Gefälligkeiten sollte es nicht gehen. Wenn diese oder jene Kirche einen gemeinnützigen Arm hat, dann kann man diesen von den Steuern befreien, nicht aber der ganze unheimliche Apparat dahinter. Insbesondere, da sich die katholische Kirche nicht über Geldmangel beklagen muss. Der Papst und seine weissesten Schäfchen jedenfalls nicht. So war es, und so ist es immer noch.
Dann könnte man noch die Frage anschneiden, wieso für die Kirche mancherorts (in diesem Fall Australien) nicht dieselben Bedingungen gelten wie für ein beliebiges anderes Unternehmen. Oder könnte die UBS (oder ein grösseres australisches Unternehmen) ihren Angestellten vorschreiben, wie sie ihr Leben zu führen haben? Nein. Das gäbe einen (inter)nationalen Aufschrei, und allerhand Leute würden wieder gegen diese bösen Neoliberalen fluchen - ohne zu merken, dass die so beliebte moralische Instanz namens Kirche mit ihren Angestellten verfahren darf, wie sie gerade will. Ohne Proteste. “Weil das ist halt deren Glaube und so.” Wie wäre es - bloss so als kleiner Wachrüttler - wenn eine bekannte Unternehmung sich irgendeinem Aberglauben (inklusive strenger Moral und scharfer Sittengesetze) unterordnen würde, und Angestellte freistellen würde, wenn diese einen Fehltritt wagten?
Mit anderen Worten:
Some may even be thinking at this time that having to pay taxes would be a form of discrimination against religious organisations. But how is it discrimination if they have to simply follow the same rules and laws as everyone else? Businesses have to pay tax; citizens have to pay tax and so on. Yet religious organisations have somehow achieved a privileged status, one which does not create any clear tangible benefit for society (such as charitable or educational groups create).1
Je nachdem, wie man’s betrachtet, sind Leute, die keinen Sex haben, Massenmördern. Denn, von Gott erschaffener Mensch, wofür ich ja unglaublich viele Beweise habe, bedenke all die potentiellen Menschen, denen du die Chance nimmst, zu leben. Was ja eh nur ein Euphemismus für Mord ist. All die kleinen Spermien und Eizellen, die nie ihre Bestimmung, neues Leben zu erschaffen, erfüllen können. Wir grässlich.
Nun denn, wie gross ist der Unterschied zwischen Eizelle und Spermium in zwei verschiedenen Körpern, oder beide im selben, verschmolzen und schon ein paar Teilungen durchlaufen?
Kürzlich hat sich ja der Deutsche Bundestag für eine Ausweitung der Forschung an embryonalen Stammzellen ausgesprochen. Schockierend findet das der katholische Erzbischof von Köln, Kardinal Joachim Meisner.
“Die katholische Kirche werde nicht resignieren, sondern umso stärker für den “Schutz des menschlichen Lebens in allen seinen Phasen” eintreten, betonte Meisner. Er habe den Eindruck, außer der katholischen Kirche tue dies kaum noch eine Institution in Deutschland. Als Embryonen für die Forschung freigegeben worden seien, habe er schon gesagt, dass damit eine “ethische Wanderdüne” freigesetzt werde. Das habe sich nun bestätigt.”1
Wie gesagt, sexuelle Enthaltsamkeit ist Mord. Wann begreift dies endlich jemand?
“Als “Missachtung der elementaren Menschenrechte” hat der Augsburger Bischof Walter Mixa den Berliner Stammzellen-Beschluss bezeichnet. Deutschland hätte es gut angestanden, mit einem strengen Verbot für die Forschung mit embryonalen Stammzellen international ein Zeichen für den Schutz des menschlichen Lebens zu setzen. “Wenn menschliches Leben zu therapeutischen Zwecken getötet wird, wenn Menschen getötet werden, um andere Menschen zu heilen, sind wir einer totalen Unmenschlichkeit und damit der Barbarei näher als wir denken”, sagte Mixa: “Wir brauchen in Deutschland neue Mehrheiten für das Leben”.”2
Natürlich, einen Zellhaufen zu zerstören, damit man Menschenleben retten kann, das ist barbarisch. Vielleicht sollten wir auch Strassenverkehrsopfer einfach so am Strassenrand liegen lassen. Man will ja nicht den göttlichen Plan durchkreuzen, oder? Gott kann die Leute ja selber retten, wenn er will. Indem er zum Beispiel seine Freundin, das unsichtbare rosafarbende Einhorn vorbei schickt.
Des Papstes scheinheilige Aktion, ganz auf die Kürze 7 neue Todsünden zu kreieren und dem Gläubigen zu kredenzen, löst Wutstürme in der rationalistisch-atheistischen Blogosphäre aus ~ The new seven deadly sins ~ Pope Watch: New Seven Deadly Sins
“You offend God not only by stealing, blaspheming or coveting your neighbour’s wife, but also by ruining the environment, carrying out morally debatable scientific experiments, or allowing genetic manipulations which alter DNA or compromise embryos,” he said.
Bishop Girotti said that mortal sins also included taking or dealing in drugs, and social injustice which caused poverty or “the excessive accumulation of wealth by a few”.1
Leidvoll krümmt sich die katholische Kirche auf dem Sterbebett, doch ihr Geist blüht noch, ist gefüllt mit fanatisch kreativen Einfällen.
Gnadenlos konservativ und absolut weltfremd waren ja schon die alten sieben Todsünden. Wer kommt schon gegen die brutale Macht der Faulheit oder gar der Wollust an?
Doch jetzt bandelt der Papst mit den Sozis und den Grünen an, nebst einer Verbeugung vor den Technophoben und den militanten Abtreibungsgegnern. An sich spreche ja auch ich mich dafür aus, die Umwelt nicht zu zerstören oder keine Drogen zu verkaufen, doch diese Worte aus dem Munde der katholischen Kirche? Eine Institution, die durchwuchert ist von Pädophilie und deren blutiges Erbe immer noch auf ihr lastet. Leere Worte sind es, so lange die Kirche nicht vor der eigenen Tür kehrt. Leere Worte bleiben es auch danach noch, da die neuen sieben Todsünden gottlos vage definiert sind. Sündigt man also nun, wenn man Messwein trinkt? Schliesslich ist Alkohol eine verflucht beliebte Droge. Dazu die schlichte und PR-wirksame Verdammung des Reichtums, der Globalisierung und diverser irdischer Vergnügen.
That damn filthy pope, hm?
evil under the sun - Todsünden im Zuge der Globalisierung.
pharyngula - We’re all going to hell now