Musterbeispiel für Indoktrination

Tomorrow’s Pioneers, die Kindersendung des Hamaskanal Al-Aqsa TV ist ein Musterbeispiel dafür, wie man kleine bis kleinste Kinder mit Antisemitismus, Antiamerikanismus, Antizionismus, Islamismus, Rassismus und Jihadismus indoktriniert.

Da sind die Jesus Camps in den USA und evangelikales Home Schooling ein laues Lüftchen dagegen.
Tomorrow’s Pioneers erinnert eher an die mediale Indoktrination zu Nazizeiten oder die Hasspropaganda eines Ku Klux Klans. Die Gemeinsamkeiten wiegen natürlich auch schwer.

Jedenfalls: Es ist eine äusserst hässliche Angelegenheit. Hasspredigende islamische Kleriker sind das eine, gezielte Indoktrination der Kleinsten ist noch einmal um etliche Grössenordnungen abscheulicher. Oder wann habt ihr das letzte Mal eine Kindersendung gesehen, in der die Kinder aufgefordert wurden, Genozide zu verüben?




Ein Staat muss Meinungsfreiheit ertragen

It doesn’t work that way. Wie will sich der Westen aufgeklärt und liberal nennen, wenn wir klamme Angst vor ein paar (mordend) protestierenden Islamisten haben?

Normalerweise sollte es doch so sein, dass man Mördern sagt: “So nicht!” und sie danach vor ein Gericht wirft, wo sie mindestens ein paar Jahre Gefängnisaufenthalt verordnet bekommen. Erpresser müssen auch zwingend der Justiz übergeben werden. Das geschieht normalerweise auch. Was aber, wenn es Terroristen sind, die sich ausserhalb der eigenen Gerichtsbarkeit befinden? Dann entschuldigt man sich präventiv, man wolle auf keinen Fall Suizidbomber und Islamofaschisten erzürnen?

Nein. Doch es bleibt nicht bloss bei dem. Man schimpft Leute aus, die sich eines unserer Grundrechte bedienen: Der freien Meinungsäusserung.
Und argumentiert mir nicht damit, es sei doch bloss pragmatisch, wenn man dadurch eventuell provozierte Anschläge verhindern wolle. Das ist es nicht, eher eine schale Version eines masochistischen Opportunismus.

Mit einem Staat, gleich ob sozialistisch, islamisch oder liberal , kann es nicht weit her sein, wenn selbiger nicht einmal Meinungsfreiheit erträgt. Es ist ein Zeichen der Krankheit, wenn die Staatsorgane auf einen Akt der freien Meinungsäusserung mit Notfallplänen1 reagieren und klar stellen, dass man mit der Sache absolut nichts zu tun habe2. [Ekelhaft sind auch jene medialen altbekannten Selbstgeisselungen, die für ein Miteinander von Humanismus und Islamismus plädieren3.]
Wenn wichtige politische Teile eines Staates (Politiker, Parteien, Regierungsvertreter) aufheulen, wenn ein Individuum essentielle Freiheiten auslebt, dann muss man ernstlich besorgt sein um den Zustand jenes Staates.

Ich will Geert Wilders nicht in Schutz nehmen. Wer kritisiert, muss auch Kritik einstecken. Kritik an “Fitna” kam einige. Manche berechtigt. Andere scheinheilig. Und manche einfach nur realitätsverweigernd.

Doch es ist falsch, wenn Amtsinhaber, gewissermassen Erben der Aufklärer und Humanisten, genau jene schelten, die dieses Erbe ausleben. Umso schöner empfinde ich die Solidarisierung von Teilen der Blogosphäre, die in den letzten Stunden und Tagen erfolgt ist. Konservative((gegenstimme - Fitna-Download)) wie Liberale. Christen wie Atheisten4.

Ganz merkwürdig wird es auch, wenn sich der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) gegen eine Veröffentlichung von “Fitna” auf der Website des Humanistischen Pressedienstes ausspricht5. Uns selbst der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V. in dieselbe Bresche schlägt6.

  1. fdog - Islam, Islamismus und Geert Wilders []
  2. tagesanzeiger - Wilders Film provoziert weltweit Reaktionen []
  3. sueddeutsche - 15 Minuten Hass []
  4. brightsblog - Meinungsfreiheit beginnt im eigenen Kopf []
  5. hpd - Grenzen der Religionskritik []
  6. hpd - Propaganda beim HPD []



Islamisten sind tiefgläubig

Ein Satz, der so offensichtlich klingt, dass man mich für einen holzhackenden Hinterwäldler halten könnte. Doch es ist nötig, ihn auszusprechen. Angesichts dessen, dass der Islamismus gar oft skizziert wird als Reaktion auf soziale und politische Missstände und nicht als Überbegriff für tiefgläubige, mittelalterlich (antiaufklärerisch und antiwestlich) denkende Muslime, deren Taten stets religiös motiviert sind, verstanden wird.

“Hizbullah and Hamas are themselves products of rebellion - rebellion against what they took and still take to be a foul, unjust political order in Lebanon or Palestine or the Middle East in general. That drive has, naturally, even necessarily, pushed them to advocate the absolute negation of everything embodying that allegedly unjust order. Their motivating force is submission to the pursuit of the just idea, and this goes to the very heart of Islam itself, indeed denotes its very meaning, which is based on the embrace of total submission to God. Nasrallah may rarely employ religious terminology, but everything about the way he structures his thoughts, contentions, or vows reflects a deeply religious mindset.”1

  1. the daily star - The Islamists really are true believers []



Geert Wilders benutzt unzulässige Verallgemeinerungen?

Ach, und übrigens, falls jemand Geert Wilders Aussage “Islam wants to rule, submit and seeks to destroy our western cilivization” für eine rassistische, da verallgemeinernde Äusserung hält, mache ich darauf aufmerksam, dass wir alle hin und wieder Sätze ausspeien wie “Die Schweizer sind doch ein Volk von verklemmten Isolationisten”, “Ha, Amerika, diese dekadenten Kriegstreiber müssen gerade etwas sagen” oder auch “Israel verübt einen Genozid in Palästina”. Nein, wenn wir immer alles hyper-differenziert betrachten müssen, dann dürfen wir auch nie sagen “Die Deutschen haben im Dritten Reich Juden und Behinderte umgebracht”, man müsste sagen “Einige Nazis haben im Dritten Reich Juden und Behinderte umgebracht.”

Nur so, falls sich wieder jemand wegen “undifferenzierten Äusserungen” angegriffen fühlt.

Danke für die Aufmerksamkeit.




Eine weitere Dekade des Kalten Krieges

Wir haben sicherlich weitaus grössere Probleme als den Islamismus. Doch kaum etwas kann uns derart nachhaltig schaden wie eine zu grosse Ausbreitung des Fundamentalismus - egal ob islamisch, römisch-katholisch, evangelikal oder nationalsozialistisch motiviert -.

Nun verhält es sich heutzutage so, betrachtet man lediglich Westeuropa, Heimat von uns allen und Vorreiter in Sachen Menschenrechte (Was nicht mit strikter Einhaltung der Menschenrechte gleichzusetzen ist, sondern bloss bedeutet, dass hier in Westeuropa die persönlichen Freiheitsrechte einen grösseren Stellenwert einnehmen als in manch anderen Staaten.), sich die extremen Christen immer noch in Grenzen halten - Ich würde trotzdem ein scharfes Auge auf Kreationisten und dergleichen sektiererischen Gemeinschaften werfen. - und zwar seit Jahren vor einem Ausbreiten des Nationalsozialismus gewarnt wird, sich die Szene dem medialen Anschein nach jedoch nicht merklich zu vergrössern scheint und deren öffentlichen Auftritte (wenn rassistische Parolen geschwungen werden) zumindest in der Schweiz verhindert oder rasch wieder aufgelöst werden.

Im Gegensatz dazu scheinen sich radikalfundamentale Moslems - auch Islamofaschisten genannt - in Europa auszubreiten und teils öffentlich ihre Gedanken äussern dürfen, teils ihre Aufrufe zu islamistisch motivierter Gewalt nur unzureichend unterbunden wurden.

Nebenbei ist auch anzumerken, dass die tiefe Spaltung zwischen islamfreundlichen und islamkritischen Bevölkerungsteilen im Internet besonders gut zu beobachten ist, andererseits aber auch ganz reale Auswirkungen hat, wenn einerseits Morddrohungen gegenüber Islamkritikern ausgesprochen werden und manchmal auch vollzogen werden, andererseits öffentliche muslimische Anlässe gezielt gestört werden. Beide Seiten scheinen sich dabei immer häufiger über die Verfassung hinwegzusetzen und zu Selbstjustiz zu greifen, was vielleicht nicht verwerflich ist, aber absolut inakzeptabel.
Des weiteren ist bei Islamfreunden und bei Islamkritikern zumeist nicht unbedingt ein geringes Fachwissen, sondern mehr eine grosse Voreingenommenheit festzustellen. Eine sachliche Diskussion, z.B. darüber, ob der Staat und seine Organe härter gegen radikale Muslime vorgehen, resp. ob in manchen Fällen Islamismus gar toleriert wird.

An dieser Stelle möchte ich einerseits auf eines der jüngsten Interviews mit Ibn Warraq hinweisen, anderseits ein paar Linktipps zu weiteren Information geben, anderseits die Frage aufwerfen, was man persönlich tun kann, wenn man - virtuell oder real - mit Fundamentalismus konfrontiert wird.

FAZ.net: Ayaan Hirsi Ali im Interview: Die schleichende Scharia
Focus Online: Fluch im Internet gegen Islamkritiker
Qantara.de: Interview mit Khalil Samir: Politischer Islam als Primat der Unvernunft
Welt Online: Ist der Islam reformierbar?
Welt Online: Morddrohungen wegen Dialogs mit den Muslimen

Gerade das Interview mit Ibn Warraq ist sehr aufschlussreich, stimmt nachdenklich, aber auch etwas traurig, wenn man tatsächlich 100 Jahren Kalten Krieges entgegen blicken muss. Und nimmt man ihm beim Wort: “Der Kalte Krieg gegen den Kommunismus hat 40 Jahre gedauert, dieser hier kann 100 Jahre dauern. Oder noch länger. Aber er muss geführt werden.”, so liegt noch viel Arbeit vor uns, wahrscheinlich eine Periode noch verhärteterer Fronten, einige Todesopfer und langwierige, kräftezehrende Diskussionen.
Schlussendlich ist es die Vernunft die obsiegen muss und an diesem Prozess der Auseinandersetzung mit dem Islam, wie auch mit dessen Gegner muss sich der ganze Westen beteiligen, nicht nur einzelne Exponate, sondern auch der einfache Bürger. Die Zukunft liegt schliesslich und endlich in unseren Händen. Bloss: Momentan erwecken die wenigsten Händen den Eindruck, dass sie sich erstens an diesem Kalten Krieg beteiligen möchten und zweitens dazu in der Lage wären.

Spiegel Online: Interview mit Ibn Warraq: “Dieser Kalte Krieg kann 100 Jahre dauern”