Freiheit liegt in Trümmern, wenn Gott naht

Theokratische Wogen erreichen diesen Blog aus Pakistan und Seattle.

Pakistan will, dass die Staaten der EU Gesetze zur Einschränkung der Meinungsfreiheit erlassen. Konkret soll es nicht mehr vorkommen dürfen, dass jemand Mohammedkarikaturen zeichnet oder islamkritische Filmchen dreht wie Geert Wilders.1
Ohne Neusprech: Jemand sieht seine Gefühle verletzt und will nun per Gesetz verhindern, dass dies künftig wieder geschieht. Diktatorische Allüren inbegriffen.
Es steht auf einer Absurditätsstufe, wie wenn ich ein Verbot von lila gefärbten Haaren durchbringen wollte. Mit der Begründung, dass mir lila Haare halt nicht gefallen.

Wenn wir schon gedanklich in Pakistan verweilen. Ein Schreiberling der pakistanischen Zeitung “The Nation” fordert, dass Suizidbomber moralisch gleichgestellt werden mit den Zeichnern der Mohammedkarikaturen. Er droht gar:

“When you go on hurting over a billion people you are asking for it. Go on slashing a raging bull, Mr Matador, and sooner rather than later it is going to gore you.”2

Um bei obigem Beispiel zu bleiben: Wenn jemand lila Haare trägt, dann ist das gleich verwerflich, wie wenn jemand 8 Leute ermordet.

In den USA hingegen, da gibt’s Probleme, wenn man als Frau Händchen mit einer anderen Frau hält. Ein lesbisches Paar küsste sich an einem Baseball-Spiel in Seattle. Ein Platzanweiser bat sie, damit aufzuhören, da sich andere Zuschauer deswegen unwohl fühlten. Die Begründung der Sich-Unwohl-Fühlenden ist durchwegs christlich-fundamentalistisch. Von Aufklärung, Säkularismus und Rationalismus nicht die geringste Spur.

“I would be uncomfortable” seeing public displays of affection between lesbians or gay men, said Jim Ridneour, a 54-year-old taxi driver. “I don’t think it’s right seeing women kissing in public. If I had my family there, I’d have to explain what’s going on.”3

Solche Dinge geschehen, wenn Leute mit imaginären Freunden und Geisterflüsterer Macht für sich beanspruchen. Die Freiheit verreckt elendiglich.

hat tip to fivepublicopinions

  1. Daily Times - Pakistan to ask EU to amend laws on freedom of expression []
  2. The Nation - The limits of freedom []
  3. CNN - Lesbian kisses at game ignite Seattle debate []



Fürchterlichenachtgeschichten

For Abdel-Qader Ali there is only one regret: that he did not kill his daughter at birth. ‘If I had realised then what she would become, I would have killed her the instant her mother delivered her,’ he said with no trace of remorse.
[...]
Two weeks after The Observer revealed the shocking story of Rand Abdel-Qader, 17, murdered because of her infatuation with a British solider in Basra, southern Iraq, her father is defiant. Sitting in the front garden of his well-kept home in the city’s Al-Fursi district, he remains a free man, despite having stamped on, suffocated and then stabbed his student daughter to death.
[...]
Abdel-Qader, 46, a government employee, was initially arrested but released after two hours. Astonishingly, he said, police congratulated him on what he had done. ‘They are men and know what honour is,’ he said.

It was her first youthful infatuation and it would be her last. She died on 16 March after her father discovered she had been seen in public talking to Paul, considered to be the enemy, the invader and a Christian. Though her horrified mother, Leila Hussein, called Rand’s two brothers, Hassan, 23, and Haydar, 21, to restrain Abdel-Qader as he choked her with his foot on her throat, they joined in. Her shrouded corpse was then tossed into a makeshift grave without ceremony as her uncles spat on it in disgust.

‘Death was the least she deserved,’ said Abdel-Qader. ‘I don’t regret it. I had the support of all my friends who are fathers, like me, and know what she did was unacceptable to any Muslim that honours his religion,’ he said.1

Wessen Hirn sich noch nicht übergeben hat, der weiss entweder schon so viel über die Schrecken des Islams, das obiger Fall nur einer in einer ganzen Reihe ist, oder der findet, dass Abdel-Qader ganz richtig gehandelt hat.

Eine entsetzliche, grauenhafte Geschichte. Eine wahre, leider. Und ein Beispiel dafür, was Religionen so anrichten können, leider.
Doch es schade finden, dass Religionen Leute zum Morden verleiten können hilft nicht weiter. Ebenso wenig braucht man darauf hinzuweisen, dass der Islam doch auch viele gute Seiten hat.

Abdel-Qaders Tat ist abscheulich. Die Verantwortung trägt er und der Islam.

(Nein, der muslimische Philippino trägt trotzdem keine Verantwortung. Diejenigen, die Ehrenmorde predigen, hingegen schon.)

  1. pharyngula - True monsters []



March of Democracy & Religion




Ein Staat muss Meinungsfreiheit ertragen

It doesn’t work that way. Wie will sich der Westen aufgeklärt und liberal nennen, wenn wir klamme Angst vor ein paar (mordend) protestierenden Islamisten haben?

Normalerweise sollte es doch so sein, dass man Mördern sagt: “So nicht!” und sie danach vor ein Gericht wirft, wo sie mindestens ein paar Jahre Gefängnisaufenthalt verordnet bekommen. Erpresser müssen auch zwingend der Justiz übergeben werden. Das geschieht normalerweise auch. Was aber, wenn es Terroristen sind, die sich ausserhalb der eigenen Gerichtsbarkeit befinden? Dann entschuldigt man sich präventiv, man wolle auf keinen Fall Suizidbomber und Islamofaschisten erzürnen?

Nein. Doch es bleibt nicht bloss bei dem. Man schimpft Leute aus, die sich eines unserer Grundrechte bedienen: Der freien Meinungsäusserung.
Und argumentiert mir nicht damit, es sei doch bloss pragmatisch, wenn man dadurch eventuell provozierte Anschläge verhindern wolle. Das ist es nicht, eher eine schale Version eines masochistischen Opportunismus.

Mit einem Staat, gleich ob sozialistisch, islamisch oder liberal , kann es nicht weit her sein, wenn selbiger nicht einmal Meinungsfreiheit erträgt. Es ist ein Zeichen der Krankheit, wenn die Staatsorgane auf einen Akt der freien Meinungsäusserung mit Notfallplänen1 reagieren und klar stellen, dass man mit der Sache absolut nichts zu tun habe2. [Ekelhaft sind auch jene medialen altbekannten Selbstgeisselungen, die für ein Miteinander von Humanismus und Islamismus plädieren3.]
Wenn wichtige politische Teile eines Staates (Politiker, Parteien, Regierungsvertreter) aufheulen, wenn ein Individuum essentielle Freiheiten auslebt, dann muss man ernstlich besorgt sein um den Zustand jenes Staates.

Ich will Geert Wilders nicht in Schutz nehmen. Wer kritisiert, muss auch Kritik einstecken. Kritik an “Fitna” kam einige. Manche berechtigt. Andere scheinheilig. Und manche einfach nur realitätsverweigernd.

Doch es ist falsch, wenn Amtsinhaber, gewissermassen Erben der Aufklärer und Humanisten, genau jene schelten, die dieses Erbe ausleben. Umso schöner empfinde ich die Solidarisierung von Teilen der Blogosphäre, die in den letzten Stunden und Tagen erfolgt ist. Konservative((gegenstimme - Fitna-Download)) wie Liberale. Christen wie Atheisten4.

Ganz merkwürdig wird es auch, wenn sich der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) gegen eine Veröffentlichung von “Fitna” auf der Website des Humanistischen Pressedienstes ausspricht5. Uns selbst der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V. in dieselbe Bresche schlägt6.

  1. fdog - Islam, Islamismus und Geert Wilders []
  2. tagesanzeiger - Wilders Film provoziert weltweit Reaktionen []
  3. sueddeutsche - 15 Minuten Hass []
  4. brightsblog - Meinungsfreiheit beginnt im eigenen Kopf []
  5. hpd - Grenzen der Religionskritik []
  6. hpd - Propaganda beim HPD []



Geert Wilders benutzt unzulässige Verallgemeinerungen?

Ach, und übrigens, falls jemand Geert Wilders Aussage “Islam wants to rule, submit and seeks to destroy our western cilivization” für eine rassistische, da verallgemeinernde Äusserung hält, mache ich darauf aufmerksam, dass wir alle hin und wieder Sätze ausspeien wie “Die Schweizer sind doch ein Volk von verklemmten Isolationisten”, “Ha, Amerika, diese dekadenten Kriegstreiber müssen gerade etwas sagen” oder auch “Israel verübt einen Genozid in Palästina”. Nein, wenn wir immer alles hyper-differenziert betrachten müssen, dann dürfen wir auch nie sagen “Die Deutschen haben im Dritten Reich Juden und Behinderte umgebracht”, man müsste sagen “Einige Nazis haben im Dritten Reich Juden und Behinderte umgebracht.”

Nur so, falls sich wieder jemand wegen “undifferenzierten Äusserungen” angegriffen fühlt.

Danke für die Aufmerksamkeit.




Geert Wilders, sein Film und Nederlandse Moslim Omroep

Geert Wilders und sein Film. Darüber wurde in den letzten Wochen bloss noch gestreitet und gezankt. Morddrohungen wurden an ihn adressiert. In Brandreden wurde ihm unbändige Unterstützung versprochen. Der Film ist immer noch nicht draussen. Wohl auch, weil Geerts Website abgeschaltet wurde und kaum einer TV-Gesellschaft seinen Film übertragen will. Zu gross die Furcht vor dem tödlichen Islamismus.

Über den Film reden will ich nicht, denn als Liberales und als Demokrat steh’ ich nun hier und kann nicht anders. Die grossartige und so hart erkämpfte Meinungsäusserungsfreiheit gebietet uns, den Geert diesen Film zeigen zu lassen. Auch wenn er geschmacklos ist. Denn auch Geschmacklosigkeit soll man sagen dürfen. Denn würde dieser Grundsatz nicht gelten, so würde sich bei jedem Film jemand finden, der ihn für Geschmacklos hält. Zudem: Gäbe man den Islamisten nach und würde die Ausstrahlung des Films verbieten, so müsste man auch den Bischofen nachgeben, die alle Actionfilme, Thriller, Krimis und dergleichen aus dem TV und dem Kino bannen wollen.

Nein, bei der leidigen Geschichte gibt es ein pikantes Detail. Der öffentlich-rechtliche Muslimische Rundfunk (Nederlandse Moslim Omroep) hat dem Geert angeboten, den Film auszustrahlen. Eingebettet in eine Streitgespräch zwar und mit vorgehender redaktioneller Kontrolle, aber immerhin. Schade nur dass diese muslimische Stimmen (die mit uns für die Meinungsfreiheit “kämpfen”) so wenig Einfluss haben auf ihre radikalen Glaubensbrüder.

nzz - Ein falscher Märtyrer




Mohammed eine Erfindung und Moses ein Drogensüchtiger

Historische Tatsachen sind eben schon etwas ganz anderes als Wunschträume von Erzmuslimen und -christen ~ Mohammed - fromme Erfindungen und Tatsachen ~ Stand Moses unter Drogeneinfluss?




Die Organisation der Islamischen Konferenz OIC versteht den Westen nicht

Moscheen generell zu verbieten wäre eine Attacke auf den Liberalismus. Minarette, die keine Machtsymbole darstellen, sondern blosse Gebetstürme sind, sollen auch bleiben dürfen. Vielleicht fühlen sich die Heimatschützer belästigt dadurch, doch die stört es auch, wenn man abbruchreife Holzklumpen abreissen will.

Ganz lustig wird es jedoch, wenn der Generalsekretär der Islamischen Konferenz, Ekmeleddin Ihsanoglu, sich für den Minarettbau in der Schweiz einsetzt. Er strotzt zwar vor förmlicher Unkenntnis unseres direktdemokratischen politischen Systems, aber er verteidigt die Minarette mit eiserner Faust. Zwar würde man meinen, dass Muslime, die in ihrem Glauben gefestigt sind, Allah auch so ihre Ehre erbieten können, doch vermutlich ist auch dies bloss ein Vorurteil.

Die Schweizer Regierung solle jetzt gar den Kampf für Minarette übernehmen. Ihsanoglu verkennt den säkularen Kern unserer Nation glatt und sauber. Für einen, der zwischen Staat und Kirche nicht trennen will, ist dies natürlich schwer zu verstehen, dass sich der Bundesrat nicht in den Minarettstreit einmischt. Herr I., der Staat hat sich zu keinem Zeitpunkt für die Religionen einzusetzen. Die freie Ausübung der Religion soll er sichern (Minarette sind aber bloss Türme, und nicht Gebetshäuser oder dergleichen) und den Bürger vor religiösen Auswüchsen schützen.

Herr I. sieht sich zu extravaganten Gedankenspielen veranlasst. Den Vatikan mit Saudiarabien zu vergleichen, zum Beispiel. Der Vatikan sei eine heilige Stätte, gleich wie die zwei Millionen Quadratkilometer Wüste in Saudiarabien.

Frivol sieht er sich als Kämpfer für Menschenrechte. In Westeuropa. Als Türke. Als Generalsekretär einer Organisation, der 57 vornehmlich islamische Staaten angehören, mit Sitz in Saudiarabien notabene.

Jetzt kommt die Köstlichkeit des Interviews. Man lasse sich seine Aussage auf der Zunge vergehen, Meinungsfreiheit bedeute nicht, jemanden beleidigen zu dürfen. Sorry, aber man kann sagen, was man will, mit der lächelndsten politischen Korrektheit, irgendjemand wird sich persönlich angegriffen fühlen. Verleumdet. Beleidigt. Whatever.
Wir wär’s also mit Gelassenheit. Und etwas weniger Scheinheiligkeit? Hm, Herr I. du darfst uns kritisieren, also dürfen wir auch dich kritisieren. Du hast sogar Glück, dass wir bloss Teile deiner Religion kritisieren, und nicht etwa deinen Bart oder so.
Dann nennt Herr I. die Mohammedkarikaturisten unzivilisiert und schilt den Westen dafür, dass er ihnen nicht unverzüglich den Mund verboten hat. Radikal wären sie gar, unsere Kämpfer für die Meinungsfreiheit.
Vermutlich sind sie das auch, doch das ist eine Schande. Für freie Meinungsäusserung zu kämpfen sollte eine Selbstverständlichkeit sein, keine Seltenheit.

Uns wurde versprochen, dass Anstrengungen unternommen würden, eine Weiterverbreitung der Karikaturen zu verhindern. Aber das ist nicht geschehen, und die Situation ist eskaliert. Diese Art, Pressefreiheit zu verteidigen, wurde als kulturelles Erbe dargestellt. Das wirft für uns indes grosse Fragen auf.1

So zeigt der Herr I. sein wahres Gesicht. Zensur will er. Kräftige, peitschenstriemige Zensur. Doch gewiss, für einen, der sich eine islamische Theokratie wünscht und einen Gesetzesartikel gegen Gotteslästerung, ist der Westen mit seinem vergleichsweise säkularen Wesen schon schwierig zu verstehen.

  1. tagesanzeiger - «In der Nähe des Petersdoms könnte man auch keine Moschee bauen» []



Würstchen für Muslime

Ein kleiner Junge hat zwei Muslimjungen Würstchen angeboten. Sie haben sie geschluckt. Leider war Schweinefleisch drin. Deshalb wird der Junge nun gestraft. Tja, so ist das heutzutage, versucht man freundlich zu sein, kriegt man Schläge. Die Liste politisch unkorrekter Dinge wird um einen Punkt erweitert: Würstchen verschenken ~ Partywürstchen(Schwein) für Muslime