Totale EU-Internet-Überwachung aufgeschoben

Die Forderung der Medienvertreter nach einer lückenlosen Internetüberwachung im Kampf gegen Filesharing von urheberrechtlich geschützten Inhalten ist bei der EU abgeblitzt. Der maßgebliche Industrieausschuss des Parlaments stimmte am Montagabend in Straßburg zwar für das Herzstück der Telekommunikationsgesetz-Reform, eine Verankerung der konservativen Vorschläge der Medienlobby wurde allerdings vorerst abgelehnt.1

Doch das ist nicht alles. User und Provider hätten bei Verstössen gegen das Urheberrecht massiv härter bestraft werden sollen. Die Provider hätten dazu den gesamten Internetverkehr überwachen und filtern sollen und, wenn nötig, Internet-Zugänge kappen sollen.

1. Totale Überwachung im Internet? Sind wir wieder zurück im Stasiland, oder wie? Paranoia, welcome back!
Auf jeden Fall wären hier sehr viele extrem sensible Daten gesammelt worden. Und wer würde garantieren, dass nicht Schmierfinke oder andere Verbrecher diese Daten in die Hände bekommen? Selbst wenn man sicher stellen könnte, dass dies nicht passieren würde: Will ich, dass Herr Staat weiss, welche Seiten ich so ansurfe?

2. Die Musikindustrie. Rückständig wie eh und je hat sie immer noch nicht begriffen, dass sie endlich den Sprung ins 21. Jahrhundert wagen muss. Repression ist halt einfacher als Innovation.

3. Filesharenden Usern die Leitung kappen? Wer bitteschön wäre so noch im Netz unterwegs? Es wäre fucking leer. Die virtuelle Welt zu einer Geisterstadt verkommen.

Irgendein stechendes Gefühl in meinem Frontalkortex sagt mir, dass dieser Sturm noch nicht vorbei ist. Dass er sich gar zu einem bitterbösen Hurrikan entwickeln könnte.

  1. derstandard.at - EU: Pläne der Medienlobby zur Internet-Überwachung abgelehnt []