Mehr Empirie, die Homöopathie als Märchen enttarnt

Der wohl beste Ausschnitt aus einem beeindruckend guten Interview mit Professor Edzard Ernst, Autor des Buches “Trick or Treatment”:

TR: Was antworten Sie jemandem, der Ihnen erzählt: Ich war schon bei so vielen Schulmedizinern, aber erst ein Heilpraktiker konnte mir helfen?

Ernst: Die persönliche Erfahrung ist sehr schwer zu entkräften. Aber man muss sich verdeutlichen, dass es neben dem spezifischen Effekt einer Therapie auch unspezifische Effekte gibt, wie den Placebo-Effekt, die Therapeuten-Arzt-Beziehung, Selbstheilungskräfte des Körpers und so weiter. Aus wissenschaftlicher Sicht ist ganz klar, dass diese unspezifischen Effekte auch ohne spezifische Wirksamkeit eine Besserung bringen können. Deshalb besteht man ja auf kontrollierten klinische Studien als Beweis für die Wirksamkeit einer Therapie. Seit über 150 Jahren ist man überzeugt, dass Anekdoten keine Aussage über die Effizienz liefern.

Ach was, ich hab’ gleich noch ein Zitat für euch:

TR: Gibt es hier überhaupt einen Konsens, klinische Studien als Maßstab zu akzeptieren?

Ernst: Man kann natürlich sagen, klinische Studien seien nicht das Maß der Dinge. Genauso kann man sagen, der Mond ist eigentlich aus Käse.1

hat tip to Stefan Kirsch

  1. Technology Review - “Homöopathika sind Placebos” []



Homöopathie drangsaliert Logik

Dort drüben wird die Homöopathie so richtig grundlegend und deftig auseinander genommen und als Esoterik, d.h. Aberglauben, identifiziert. Futter für alle hungrigen Hirne und Kampfmittel für alle Rationalisten. (Klar, Homöopathie wurde nie wissenschaftlich bewiesen und verstösst gegen etliche Naturgesetze und bedient sich übernatürlicher Kräfte, um sich selber zu erklären, doch es scheint, als müsste man die Homöopathie trotzdem “widerlegen”.)

Eine kleine Kostprobe:

Das homöopathische Dogma vom „Potenzieren“ ist eine gewaltige Schwachstelle der Argumentation der Homöopathen und somit ein wichtiges Argument gegen die Homöopathie. Denn wenn es wirklich stimmt, daß „je stärker verdünnt (potenziert, dynamisiert) die Wirkungen und Nebenwirkungen zunehmen“, dann müßte jeder Patient, der solch ein Hochpotenzmittel einnimmt, auf der Stelle tot umfallen. Deswegen tot umfallen, weil beim Potenzieren ja alle Verunreinigungen, die sich in der Wirksubstanz, im Gefäß und in den diversen Grundsubstanzen (Wasser, Alkohol und Milchzucker) befinden, beim Herstellungsprozeß der Arznei mitpotenziert werden. Es sind vielfältige (und stets wechselhafte) Verunreinigungen, wie u. a.: organische Substanzen, Schwermetalle und viele anorganische Moleküle, manchmal nur in Spuren. Kein Therapeut kann auch nur ansatzweise wissen, was hier so alles mitpotenziert wird.1

  1. Kritisch Gedacht - Aberglaube Homöopathie []