Eine Schiesserei in Indianapolis. Ein Irrläufer trifft ein zufällig vorbei fahrendes Auto. Durchschlägt den Bauch eines zehnjährigen Mädchens. Tritt wieder aus. Durchschlägt eine Bibel. Tritt wieder aus. Schlägt in eine Wassermelone ein und bleibt schliesslich stecken. Wäre sie weiter gefolgen, hätte sie die dreizehnjährige Schwester auch noch getroffen.
Kommentiert die Urgrossmutter:
Came through the door, hit her, then it went to The Bible. It went in here and come out here and it shredded my Sunday School book. The word of God slowed the bullet so that it didn’t kill anybody.
[...]
Right in the watermelon. Didn’t come out of the watermelon. The word of God and the Lord’s power saved. He sent the bullet into the watermelon.1
Cool, Gottes Hand hat die Kugel derart stark verlangsamt, dass die 13-Jährige unverletzt blieb. Offenbar hatte er nicht viel übrig für die 10-Jährige.
Sapere Aude hat Gottes Existenz bewiesen. Damit ist für mich alles erledigt und ich kann euch bloss noch gute Nacht wünschen:
Du schuldest mir 100 Euro.
Solltest Du anderer Ansicht sein, mußt Du mir die Nichtexistenz Deiner Schulden beweisen!
Da ich fest daran glaube, dass Du, liebe/r Leser/in, mir diese hundert Euro schuldest, werde ich dafür sorgen, dass Du nicht nicht mehr ruhig schlafen wirst, bis Du mir die hundert Euro überwiesen hast. Ich werde in Deiner unmittelbaren Umgebung permanent dafür sorgen, dass Dir Deine Schulden immer und immer wieder vor Augen stehen. Ich werde bei Behörden, Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern in freundlichen Gesprächen darauf hinweisen, dass Du mir hundert Euro schuldest.
…1
Was wäre, wenn niemand mehr imaginäre Freunde mehr hätte? Keiner mehr alte Märchenbücher für glaubwürdiger hält als Wissenschaftsbücher? Esoterik und Glaube vom Antlitz der Erde getilgt wären?
Dann hätten wir immer noch ein gewaltiges Chaos. Psychopathen würden immer noch unzählige Menschen schlachten. Amokläufer immer noch ihre Opfer suchen. Taschendiebe immer noch ihr Glück versuchen. Überfälle immer noch stattfinden. Happy Slapping stünde wohl immer noch oben auf der Liste der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen.
Doch wenigstens gäbe es keine Ehrenmorde mehr. Leute müssten sich nicht mehr hinter Polizeischutz verstecken, weil sie ihre Meinung geäussert hatten. Frauen könnten tun und lassen, was ihnen beliebt. Kinder stürben nicht mehr an Masern. Niemand mehr hingerichtet, bloss weil seine Herkunft oder seine Weltanschauung nicht ganz passte.
Im Vergleich zu heute wäre das ein gewaltiger Fortschritt.
Nicht nur die Evolutionstheorie hat einen Schöpfergott überflüssig gemacht, auch die Astronomie:
Und die Menschheit, die ein kleines Staubkorn in einem ungeheuer großen Kosmos bewohnt und einen winzigen Bestandteil des Lebens in diesem Staubkorn darstellt, sieht kaum nach etwas Besonderem aus. Das für uns sichtbare Universum enthält 100 Milliarden Galaxien, jede davon mit 100 Milliarden Sternen. Aber der bei weitem größte Anteil des Universums, der sich vom ursprünglichen Chaos expotenziell ausdehnt und mindestens 50 Größenordnungen mehr umfasst, liegt fern von unserem Horizont.
Das Universum, das wir mit unseren stärksten Teleskopen sehen können, ist nur ein Sandkorn in der Sahara. Und dennoch sollen wir glauben, dass ein erhabenes Wesen existiert, das den Pfad jedes Partikels verfolgt, während es den Gedanken eines jeden Menschen lauscht und seinen Lieblingsfußballmannschaften zum Sieg verhilft. Die Wissenschaft hat den Glauben an Gott nicht nur überflüssig gemacht. Sie hat ihn zusammenhanglos gemacht.1