Ich geniesse es richtig, dieses Interview mit Franz Konz, dem Autor mehrerer Bücher, die Steuertipps und Steuerschlupflöcher beinhalten:
Konz: [...] Der Staat ist zum Räuber geworden, der die Menschen arm macht und auspresst. Ich aber habe dazu beigetragen, dem kleinen Mann ein bisschen Steuerbefriedigung zu verschaffen. Der sollte auch mal Freude daran haben, dass er dem Finanzamt ein paar hundert Euro abquetschen konnte.
[...]
Konz: Jeder soll gleichmäßig besteuert werden: zehn Prozent. Wenn wir den Millionären und Milliardären mehr übrig lassen, werden die auch mehr investieren oder für soziale Zwecke ausgeben.SZ: Dann haben Sie auch Verständnis für Deutsche wie den Ex-Rennfahrer Michael Schumacher, der in der Schweiz Steuern minimiert.
Konz: Das größte Verständnis.
SZ: Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis.
Konz: Ich habe kein Verständnis für Heuchler. Sie heucheln, lassen Sie sich das gesagt sein. (Er klopft energisch auf den Tisch.) Sie würden auch in die Schweiz ziehen, wenn Sie anstelle von Michael Schumacher wären. 1
hat tip to paxx
1. Sie überschätzen die Probleme einer freien Gesellschaft.
2. Sie unterschätzen die Problemlösungskompetenz freier Menschen.
3. Sie überschätzen die Problemlösungskompetenz des Staates.
4. Sie unterschätzen die Schädlichkeit staatlicher Interventionen.1
gon’ be a classic. (already is.)
Hach, ich übertreibe mal wieder, um auf ein Interview mit dem Thurgauer Unternehmer Daniel Model aufmerksam zu machen, das im heutigen Kleinen Bund erschienen ist:
In Ihrem Blog-Eintrag schreiben Sie auch, der Sozialstaat sei eine Illusion. Warum?
Der Sozialstaat belügt die Menschen nicht nur, er beraubt sie. Ich spreche nicht in erster Linie von jenen Menschen, die mit ihren Steuern den Sozialstaat finanzieren. Vielmehr meine ich jene Menschen, die seine Hilfe in Anspruch nehmen und von ihm abhängig werden. Man nimmt ihnen das Feedback durch das Leben. Leben ist lernen, und wo jemand um die Möglichkeit zu lernen gebracht wird, ist er verloren. Das ist für mich Diebstahl an den Energien der Menschen.1
Ich nehme an, einer wird nicht zum Präsidenten gewählt, wenn die Parteimitglieder seine politische Einstellung nicht teilen. Es scheint zudem, als wäre Levrat unumstritten ins Amt gehoben worden.
Was bedeutet das? Für einen liberalen, säkularen Staat?
Wir müssen uns auch in Zukunft mit einem grossen Haufen verträumter Etatisten und klassenkämpferischer Sozialisten herum plagen. Oh, ich befürworte Levrats Bestrebungen nach sozialer Gerechtigkeit und gesunden Sozialwerken durchaus. Aber muss man deswegen der Wirtschaft derart an den Karren fahren? Dieser aggressive und manchmal füllhorngleiche Wettbewerb jagt einem schon hier und da Angst ein. Doch deswegen alle Staatsmonopole halten zu wollen? Das Bankengeheimnis zu beerdigen? Dazu noch die Steuersouveränität der Kantone und der gesamten Nation einzuschränken? Tiefe Steuern sind zwar ein eindeutiger Standortvorteil, aber so ganz geheuer ist dies dem Levrat nicht. Steuersenkungen verträgt unsere Nation sowieso nicht. Das ist ja auch offensichtlich, dass man da nicht einfach so senken und so… Nicht?
Vermutlich würde dies ganz einfach Levrats radikaler Umverteilungspolitik widersprechen, die er so gerne praktizieren möchte. Blitzt da etwa gar sozialistisches Gedankengut durch? Zumindest ist er ein überzeugter Etatist. Zu viele Freiheiten für den Bürger will er nicht. Schon gar nicht, wenn dieser Unternehmergeist zeigt und nach - sowieso grundsätzlich zu verdammenden - Reichtum strebt.
Schön ist der Levrat so ehrlich. Da weiss man wenigstens, mit wem man es zu tun hat. Frei und frank darf man vom Präsidenten auf die Partei schliessen. Und die SP, ja die schmeckt halt etwas gar chlor- und moralinsauer.