Postapokalyptische Gedanken in Genf

Im Kernforschungszentrum CERN in Genf wir bald der Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) in Betrieb genommen. Danach folgt der Weltuntergang. Weil die Teilchen, die dort aufeinander prallen, ein schwarzes Loch bilden könnten.

Das heisst, eigentlich dürfte die Erde gar nicht mehr existieren. Sie wäre schon lange in einem schwarzen Loch verschwunden. Hätten die Weltuntergangsjünger recht. Denn in der Atmosphäre kollidieren andauernd Teilchen mit teils bizarr grosser Energie.

Dies bedeutet, entweder bin ich bloss eine Computersimulation auf einem interstellaren Raumschiff, oder der LHC bedeutet tatsächlich nicht das Ende der Welt.

Apropos Widerstand: Der Amerikaner Walter Wagner hat sogar eine Klage gegen die geplanten Experimente am CERN eingereicht. Begründung: Die Wissenschaftler gingen ein Risiko ein, das sie gar nicht einschätzen können. Stimmt das?

Detlef Küchler: Nein, das stimmt so nicht. Seit vielen Jahren wird von unabhängigen Physikern untersucht, was am LHC passieren könnte. Man stützt sich dabei auf die bekannte Physik, versucht aber auch unbekannte Größen mit einzubeziehen. Man muss bei dieser Diskussion vor allem einen Punkt im Auge behalten: Sicher, der LHC wird Kollisionen bei Energien durchführen, die bisher auf der Erde unerreicht sind. Aber das gilt nur für von Menschen erzeugte Zusammenstöße. Die kosmische Strahlung enthält Teilchen mit wesentlich höherer Energie. Und auch diese Teilchen prallen aufeinander, im All, auf anderen Sternen, auf dem Mond und auch hier auf der Erde. Trotzdem existiert die Menschheit immer noch. Das ist wohl das überzeugendste Argument, oder?1

  1. gwup - Experimente am CERN: Weltuntergang? []