…scheinen sich immer mehr Leute einzusetzen.
Wenn’s um Einbürgerungen geht, dann sind Volksentscheide mindestens der SP ein absolutes Gräuel.
Doch auch bei ganz gewöhnlichen Regierungsratswahlen kommt Unmut auf:
Herr Neuhaus, derzeit noch Berner Regierungsrat, war einziger Kandidat und erhielt etwas mehr als 100’000 Stimmen. Doch fast 48’000 Stimmzettel blieben leer, gegen 20’000 mussten als ungültig erklärt werden.
Jetzt klagt ein Anwalt vor dem Bundesgericht. Das sei keine demokratische Wahl gewesen. Schliesslich hätten die Wähler keine wirkliche Wahl gehabt, auch nicht die, Herrn Neuhaus nicht zu wählen.1
Mir kommt’s selbst bei Nationalratswahlen so vor, als hätte ich keine wirkliche Wahl. Lauter Kandidaten, die mir unsympathisch sind und die fürchterliche politische Ansichten haben. Da habe ich auch nicht die Wahl, alle Kandidaten nicht zu wählen. Vielleicht sollte ich vor’s Bundesgericht. Weil das undemokratisch ist und so…
Eigentlich macht gerade dies eine Demokratie aus. Jeder, der will, kann für ein politisches Amt kandidieren. Und wenn bloss einer dieses Amt will, soll man dann Leute dazu zwingen, zu kandidieren?
Und wenn mehrere kandidieren, und ich alle doof finde, dann ist das halt Pech.
Entweder akzeptieren wir also, das es bei manchen Wahlen bloss ein Kandidat gibt, und bei anderen Wahlen nur doofe Kandidaten, oder wir lassen’s sein mit der Demokratie.
“Freihandel und Demokratie schmelzen den Hunger förmlich hinweg.” Bloss eine neoliberale Phrase, um sich aus der Verantwortung zu stehlen oder doch mehr? ~ Getreidepreise und wirkliche Hungergründe
Yessir, das britische House of Lords hat das Gesetz gegen Gotteslästerung abgeschafft. Britannien wird somit in diesem Punkt zu einem Vorreiter in Sachen freier Meinungsäusserung und Laizismus. Atheisten weltweit hoffen darauf, dass dieser Entscheid eine Signalwirkung auf ihre eigenen Staaten hat. ~ England schafft Blasphemie ab
Viele Male habe ich den Satz schon hören müssen: Allgemeine Kritik an der Scharia sei nicht zulässig, da die Scharia gar keine Einheit darstelle. Vielmehr müsse man sich auf einzelne Fatwas konzentrieren.
Das mag stimmen, wenn man einzelne Inhalte kritisieren will. Oder auch nicht.
Ein Rationalist kann und wird die Scharia jedoch grundsätzlich nicht akzeptieren, egal wie rehäugig deren Inhalte nun daher kommen.
Denn das Wesen der Scharia ist religiös. Sie stellt die vollkommene Verschmelzung von Rechtssystem und Religion dar, das Gegenstück zum von Naturalisten heftigst umworbenen Laizismus also. Darüber hinaus werden die Gesetze religiös begründet, was jedem Atheisten ein Gräuel sein dürfte. Vernünftige Gesetze lassen sich mit der Religion im Rücken jedenfalls nicht formulieren. Dies ist einzig mit rationalistisch-demokratischem Vorgehen möglich. Dies braucht seine Zeit, das ist klar, und ganz viel Fachwissen; ist auch nicht frei von Fehlern, beansprucht es keine Absolutheit. Doch langfristig bringt uns einzig eine weltliche Gesetzgebung die grösstmögliche Annäherung an das Paradies auf Erden.
Deshalb ist die Scharia grundsätzlich abzulehnen. Und nicht nur in den Details.