Blochers konservative Revolution

[FAZ:] Sie sprechen oft von einer konservativen Wende, manche sogar von einer konservativen Revolution in der Schweiz.
[Christoph Blocher:] Ich gebrauche das Wort Revolution nicht gern, weil Revolutionen vor allem niederreißen. Die Französische Revolution riss die Monarchie vom Sockel. Am Schluss wurde Napoleon wieder zum Kaiser gekrönt. Nein, eine erfreuliche, konstruktive, konservative Wende steht in der Schweiz am Anfang.

Wie funktioniert eine Wende in der Schweiz?
Wie alles in der Schweiz: behutsam und ausgelöst durch Einzelpersonen. Das liegt an der direkten Demokratie. Ein Amerikaner fragte mich einmal: „Wieso sprechen alle über Ihren Einfluss? Sie sind ja nichts, Sie haben ja kein bedeutungsvolles Amt.“ Ich antwortete ihm: Das sei typisch schweizerisch. Man ist auch etwas, wenn man nichts ist.

Ihre herausgehobene Rolle wurde Ihnen verübelt. Sie passte nicht zur auf Konsens basierenden Konkordanz-Demokratie.
Ragt niemand aus dem Konsens der Konkordanz-Demokratie, kommt das Land nicht vorwärts. Denn diese neigt zur Selbstgenügsamkeit. Wer aber darüber hinausragt, dem wird der Kopf abgehauen. Aber trotzdem gibt es immer wieder solche, die das auf sich nehmen. Bei uns ist gewissermaßen das Volk die Opposition. Mit dem Referendum hat es die Möglichkeit, zu opponieren, nein zu sagen.
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  1. faz - „. . . dem wird der Kopf abgehauen“ []