Wenn Gottesanbeter in die Politik einsteigen, dann wird meistens nichts Gutes daraus. Freiheit gibt’s von den Fundamentalisten jedenfalls nicht. Oder hast du jemals einen libertären Evangelikalen gesehen?
Gerade in einer immer anonymer und diffuser werdenden Welt braucht der Mensch eine Wertebasis. Demokratie lebt von Werten, die sie sich nicht selbst schaffen kann. Die Kirchen vermitteln diese Werte in der Öffentlichkeit. Das ist von unschätzbarer Bedeutung.1
Anstatt die Wertefrage jedem Einzelnen zu überlassen, kann man natürlich auch ein Wertepaket nehmen, dass vor hunderten von Jahren irgendjemand erfunden hat und diese zur Norm zu machen, an das sich jeder halten muss. Das ist eine exzellente Idee, ich habe mir schon immer gewünscht, mich dem Diktat einer vor langer Zeit verstorbenen Gruppe von halluzinierenden Verrückten unterzuordnen, die ein sehr heikles Menschen- und ein abartig blutiges Gottes- und Gesellschaftsbild hatten. Als Atheist lasse ich mich auch gerne meucheln, wie das in unseren christlichen Vorzeiten der Fall war.
Zum Glück ist unsere Gesellschaft heute nicht mehr christlich, sondern säkular und von der Aufklärung und dem Humanismus geprägt.
Reissen wir noch das letzte Fitzelchen Religion aus unserem Staat heraus und bringen die Freiheit zurück in unser Land.
A Christian group is taking an art centre to court, claiming it displayed an indecent statue of Jesus Christ.
The artwork was part of an exhibition at Gateshead’s Baltic Centre featuring several plaster figures with erections, including ET, Mickey Mouse and Jesus.
Lawyers for Christian Emily Mapfuwa, 40, of Essex, are bringing a civil case for outraging public decency.1
ach, es ist dermassen lächerlich, dass man müde wird, sich über solchen unfug aufzuregen. manche leute werden jedoch scheinbar nie müde, solchen unfug anzustellen. fast schon sollte man froh sein, dass mickey und et stehen bleiben dürfen. sollten jetzt nicht heerscharen von et-fans vor die gerichte rennen, um gegen die beschämende darstellung ihres lieblings zu protestieren?
offenbar macht die religion hier den grossen unterschied.
Jesus, Symbol der Christen und der Pazifisten. Wird gelobt wegen seiner Friedfertigkeit und Gerechtigkeit. Seinen Wundertaten. Ob es ihn tatsächlich gab, ist selbst für Historiker schwierig zu beantworten. Doch das spielt keine Rolle. Man kann auch Märchenfiguren bewundern. Wer freut sich schon nicht über die guten Taten von Clark Kent, alias Superman?
Bloss, Superman tat nie Unrecht. Jesus schon.
- Er kam nicht, um Frieden zu bringen, sondern Zwist und Trennung. (Matthäus 10:34, Lukas 12:49-53)
- Er befahl seinen Schäfchen alle, die eines anderen Glaubens waren, zu ermorden. (Lukas 19:27)
- Auch gegen Diebstahl hatte er nichts einzuwenden, stachelte sein Gefolge sogar dazu an. (Matthäus 21:1–3)
- Seine Eltern zu hassen, wird von ihm ausdrücklich erwünscht. (Lukas 14:26)
- Nicht nur Vater und Mutter soll man verstossen, auch seine Kinder. Ausnahmslos. (Lukas 18:28–30)
- Jesus war ein ausgemachter Speziesist. Trotz göttlicher Abstammung hatte er keine Ahnung von Genetik oder Evolution (Gut, sonst hätte er sich ja nicht kreuzigen lassen müssen. Oder welche Erbsünde hätte er ausmerzen wollen? Die von Aminosäuren?). Dämonen, die zwei Menschen besessen hatten, bannte er in eine Herde unschuldiger süsser kleiner Schweinchen, die daran verreckten. Der Eigner der Schweine erhielt natürlich auch nie eine Entschädigung. (Matthäus 8:28–32)
Quelle: What is a Good Righteous Person? von Rochelle Weiss
In Australien trug ein 16-Jähriger in T-Shirt der Black-Metal-Band Cradle Of Filth, das eine nackte masturbierende Nonne zeigt, darunter die Schriftzüge Vestal Masturbation und Jesus Is A Cunt und wurde deswegen propmt verhaftet.
2005 trug in England ein 19-Jähriger dasselbe Shirt und musste als Strafe dafür 40 Pfund Busse zahlen und 80 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten.
Meinungsfreiheit, bye bye. Theokratie, willkommen im 21. Jahrhundert.
Langsam wird mir diese Scheisse zu viel. Alle paar Tage wird irgendjemanden hier im säkularen liberalen Westen ein Maulkorb verpasst. Bloss weil er gewagt hat, seine Meinung zu äussern und sich irgendjemand beleidigt gefühlt hat. Was soll das?
Hä, was soll das?
Aus Trotz hier das Shirt, das die beiden Cradle-Fans trugen und hoffentlich heute immer noch tragen:

hat tip to oz atheist
[by the way, jeder muss das recht haben, diese shirt zu tragen. sagen muss man allerdings auch, dass der träger damit wenig anstand beweist (sofern im öffentlichen raum getragen) und eine gute portion schlechten geschmack, was kleidungsstil anbelangt. trotzdem, ein wenig amüsant ist das shirt. wenn auch potthässlich, doch für einen verstoss gegen den guten geschmack strafarbeit verrichten zu müssen, ist das letzte, das eine demokratie brauchen kann.
dani filth, fronter von cradle, beweist einen liberalen geist:
"Defaming organised religion openly in public is now a crime? What is wrong with England? Still, the litter problem on our city streets should improve dramatically if they keep handing out 80-odd hour community punishment orders willy-nilly."1]
Theokratische Wogen erreichen diesen Blog aus Pakistan und Seattle.
Pakistan will, dass die Staaten der EU Gesetze zur Einschränkung der Meinungsfreiheit erlassen. Konkret soll es nicht mehr vorkommen dürfen, dass jemand Mohammedkarikaturen zeichnet oder islamkritische Filmchen dreht wie Geert Wilders.1
Ohne Neusprech: Jemand sieht seine Gefühle verletzt und will nun per Gesetz verhindern, dass dies künftig wieder geschieht. Diktatorische Allüren inbegriffen.
Es steht auf einer Absurditätsstufe, wie wenn ich ein Verbot von lila gefärbten Haaren durchbringen wollte. Mit der Begründung, dass mir lila Haare halt nicht gefallen.
Wenn wir schon gedanklich in Pakistan verweilen. Ein Schreiberling der pakistanischen Zeitung “The Nation” fordert, dass Suizidbomber moralisch gleichgestellt werden mit den Zeichnern der Mohammedkarikaturen. Er droht gar:
“When you go on hurting over a billion people you are asking for it. Go on slashing a raging bull, Mr Matador, and sooner rather than later it is going to gore you.”2
Um bei obigem Beispiel zu bleiben: Wenn jemand lila Haare trägt, dann ist das gleich verwerflich, wie wenn jemand 8 Leute ermordet.
In den USA hingegen, da gibt’s Probleme, wenn man als Frau Händchen mit einer anderen Frau hält. Ein lesbisches Paar küsste sich an einem Baseball-Spiel in Seattle. Ein Platzanweiser bat sie, damit aufzuhören, da sich andere Zuschauer deswegen unwohl fühlten. Die Begründung der Sich-Unwohl-Fühlenden ist durchwegs christlich-fundamentalistisch. Von Aufklärung, Säkularismus und Rationalismus nicht die geringste Spur.
“I would be uncomfortable” seeing public displays of affection between lesbians or gay men, said Jim Ridneour, a 54-year-old taxi driver. “I don’t think it’s right seeing women kissing in public. If I had my family there, I’d have to explain what’s going on.”3
Solche Dinge geschehen, wenn Leute mit imaginären Freunden und Geisterflüsterer Macht für sich beanspruchen. Die Freiheit verreckt elendiglich.
hat tip to fivepublicopinions
Wo ist Walter? *Räusper* Wie viele Fehler hat Bischof Gerhard Ludwig Müller während einer seiner Predigten gemacht?
Auch heute dürfe man sich nicht einreden lassen, „dass wir hinter dem Mond zu Hause seien“.1 Der christliche Glaube habe Zeiten überdauert, in denen ein aggressiver Atheismus wie Nationalsozialismus2 und Kommunismus34 herrschte.
Der Atheismus sei aber auch heute noch präsent, teils werde er – wie im Falle des Buches „Gotteswahn“ von Richard Dawkins - wissenschaftlich getarnt.5
Deutliche Kritik äußerte der Regensburger Bischof außerdem an der Schrift „Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel“ von Michael Schmidt-Salomon.
Darin werde das Bild vermittelt, dass sich alle, die an einen Gott glauben, auf dem Niveau eines Schweines befänden.67 Sogar Kindstötungen stellen nach dieser völlig amoralischen Sichtweise kein Verbrechen dar, weil der Mensch keinen freien Willen habe8 und nur von seinen Genen gesteuert handle.91011 „Wo Gott geleugnet wird, gib es keine Werte mehr“, so Bischof Gerhard Ludwig.12 Die christliche Kultur habe eine große Geschichte hinter sich13 und auch eine große Zukunft vor sich. Der Mensch dürfe niemals Mittel zum Zweck werden.14
Menschen dürfen niemals als bloßes Biomaterial missbraucht werden nach dem Motto: Das Recht ist immer auf der Seite des Stärkeren.15 Die Einsicht, dass jeder einzelne Mensch eine unveräußerliche Menschenwürde besitze, rührt vom christlichen Menschenbild.1617
Ein Frosch, der an ein Kreuz genagelt ist, verletzt religiöse Gefühle.1 Blasphemie!, schreien die Jesuswächter.
Ob’s auch Blasphemie war, dass nach Jesus’ Tod diese Hinrichtungsmehtode nicht sofort aus dem Verkehr gezogen wurde. Vermutlich hatten die Leute damals gar nicht die Musse, sich über solches aufzuregen.
Wahrlich, jegliche Kritik am Christentum oder gar ein künstlerisch-ironischer Umgang mit christlichen Symbolen und Ikonen verletzt religiöse Gefühle.
So what?
Kritik am Nationalsozialismus verletzt nationalsozialistische Gefühle. Stellt man Stalin als blutrünstiges Biest dar, verletzt das stalinistische Gefühle. Zertrete ich einen Löwenzahn, so verletzt das die Gefühle der Löwenzahnliebhaber. Das liegt in der Natur der Sache.
Doch nicht einmal die Politiker - und dort geht es teils mit gar rauen Bandagen zu und her - beklagen sich darüber, dass jemand ihre Gefühle verletzt hat. Es ist eine Eigenart der Gottesanbeter. (Da ziehe ich das Insekt namens Gottesanbeterin durchaus vor.)
Doch deren Gefühle darf man getrost ausser Acht lassen. Schliesslich geht es hier auch um die Freiheit der Expression. Und darum, dass man mit jeder einzelnen Geste, dem kleinsten, unscheinbarsten Wort jemanden beleidigt, dessen Gefühle verletzt. Dies sei zu verbieten, verlangen Kreuz- und Burkaträger. Doch würden wir dies tun, so hätte man sich unverzüglich ein Grab zu schaufeln und hineinzulegen. Oder wenigstens niemals mehr ein Wort zu sagen.
Warum werden Christen zu Atheisten?
* 14.89% were dissatisfied with some of the answers given to them by priests or other religious people.
* 14.89% saw that the religious doctrine wasn’t compatible with science and reality.
* 12.76% came to the realisation that religious dogma was “internally incoherent” and illogical.
* 10.63% read the Bible and found that for the Holy Book of Christianity, it didn’t reflect modern day Christianity at all.
* 8.51% found the corruption and scandals following the church as a persuasive argument against following their doctrine.
* 8.51% gave up on prayer and religion when they realised that nobody was going to listen, let alone answer to them.
* 8.5% thought the similarities of Christianity with so many other religions (and yet so different at the same time) the primary factor of their deconversion.1
Nein, Leute kann man nicht davon überzeugen, dass für Gott nicht der Krümel eines Beweises existiert. Aber man kann sie zum Denken anregen und ihnen zeigen, dass es noch andere Weltanschauungen gibt als ihre Religion. Man kann ihnen zeigen, wo überall Religion mit der Wissenschaft nicht kompatibel ist. Man kann die religiösen Dogmas hinterfragen. Doch schlussendlich ist es das Individuum selbst, das über seinen Glauben entscheidet.
As atheists we can provide the resources to support people trapped in the religious paradigm, but I think we delude ourselves if we think that we have some kind of role in “shaking up” peoples faith. Ultimately a person has to liberate themselves from religion, it is not for us to assume the role of atheist proselytes.2
Dazu wäre es mehr als merkwürdig, würden Atheisten aktiv versuchen, Gläubige zu dekonvertieren.
Historische Tatsachen sind eben schon etwas ganz anderes als Wunschträume von Erzmuslimen und -christen ~ Mohammed - fromme Erfindungen und Tatsachen ~ Stand Moses unter Drogeneinfluss?