Content: Mythos oder einzige Chance für die Blogosphäre?

Es hat beinahe schon etwas Virales an sich, wenn innerhalb eines Tages diverse, bekannter und unbekanntere Blogger sich über das Schwinden von Content in der Blogosphäre beklagen.

Mit zunehmender Beunruhigung habe ich mich durch die Posts getrunken und bin dann, mit leichten Kopfschmerzen, zum Schluss gekommen, den in die Menge geworfenen roten Faden aufzunehmen.

Ein paar Minuten vergingen, in denen ich zustimmend nickend vor dem bläulichen Flimmern meines Bildschirms sass und mich erfreute an der konstanten Qualität der Beiträge aus Maingold, inhaltlich wie auch ‘literarisch’.

Mit einem heftigen Klatschen prallte ein Sperling in das Bürofenster und riss mich aus der Starre, die mich hinterhältig befallen hatte. Ich verscheuchte die Apathie aus den Fingerspitzen, begann ein paar Zeilen zu schreiben und dann fiel mir auf, wie Recht die Blogger doch hatten und immer noch haben.
Es ist schwierig geworden, wirklich gut geschriebene Artikel zu finden, obwohl es heute mehr Blogs denn je gibt. Content wird generiert, mitsamt endlosem Traffic und einem Honigtopf für all die langweiligen, grauen Gesichter dort draussen, die scheinbar den menschlichen Stereotypen verkörpern und mangels eigenem Leben demjenigen von Wildfremden nacheifern, sei es ein Cervelat-Promi, ein Döner-Promi oder ein grüner Neo-Linker.

Doch bis man in den Wirren der Blogosphäre wieder einmal über Inhalte stolpert und sich über einen Post freuen mag, dauert es bisweilen Tage. Und das ist schade, denn so werden Blogs immer etwas anrüchig Langweiliges, geradezu Populistisches an sich haben. Kein Wunder, dass dann Zeitungsmacher und Journalisten auf die Blogger herabsehen. Meistens - leider - zu recht.

Denn in einem solchen Kollektiv werden wir immer ein soziales Randdasein leben, das bekannt ist für youporn- und Abmahnungs-Affären, jedoch nicht für die momentant zu selten vorhandene Qualität.
Das ist auch gut so, denn ehrlich gesagt würde ich es bei dem aktuellen Zustand der Blogosphäre für falsch halten, wenn wir tatsächlich die fünfte Macht im Staat wären. Auch wenn ich es mir bei manchen Bloggern wünschen würde, ihre Stimme würde ebenso viel gelten wie die eines Journalisten einer renommierten Zeitung.

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