Zeit, klamm und kalt

Zeit. Zu viel. Zu wenig. Immer weniger. Hektik. Der Alltag zieht an mir vorbei. Adrenalin schiesst in meinen Kopf, lässt meine Finger zittern. Ich schütte Cola aus der Dose. Noch sieben Fritten. Bald geschafft. Die Uhr tickt. Unbarmherzig. An mir ziehen Leute vorbei. Kauend. Kichernd. Parlierend. Immer mehr. In Eile. Ich fühle mich verloren. Doch das Stakkato der Stadt hat seine klammen Finger um meinen Hals gelegt. Leichenblass.

Zeit. Zeit als Raumzeit. Von der Physik erfasst, definiert. Die Planck-Zeit als kleinstmögliche Einheit. Nicht fassbar, bloss ein theoretisches - wenn auch reelles - Konstrukt. Die Physik hilft nicht, wenn ich schlicht zu wenig Zeit habe. Zu wenig Zeit wofür?

Ich haste weiter. Ob der Hektik wird mir bald übel, bald schwarz vor den Augen. Im Laufen werfe ich die Pappschachtel in einen Mülleimer, lecke mir einen Ketchup-Klecks von den Fingern. Ich schmecke nichts. Nur das Ticken der Uhr im Kopf.

Zur Schule gehen. Arbeiten. Geld verdienen. Kontakte pflegen. Zeitung lesen. Dies erledigen. Dann das. Oder doch lieber jenes zuerst? Wie soll ich das wissen? Selbst ein Leben ist zu kurz, um nennenswertes Wissen über mich und die Welt anzuhäufen. Lieber schlafen. Müde Augen unter müden Lidern. Der Schlaf bringt Erlösung. Katapultiert mich aus der Zeit heraus. Gleichzeitig aus der Wahrnehmung. Vom eigentlich Schönen bekomme ich nichts mit. Schlafe ja. Die Befreiung - Flucht vor der Drangsal der Zeit - wird zum Un-Erlebnis.

Ab und an recke ich mich, um einen Blick auf eine Bahnhofsuhr oder eine tickende Uhr in einem Schaufenster zu erhaschen. Vielleicht geht meine Uhr ja falsch. Doch nicht. Aber… vielleicht gehen auch die anderen Uhren falsch. Dann… würde mir dann mehr Zeit bleiben, oder weniger? Egal, sie rinnt davon. Rieselt kratzend durch meine Hände. Ich kann ihr nur zuschauen. Fühle mich unwirklich. Ein blosses Objekt eines rasenden Kosmos.




Freie Ideen, Freies Wissen

mich interessiert welche politischen forderungen die blogger im deutschen raum so stellen [...] und gründe blog - die blogger-partei! da wir als partei zuerst wohl eine ausrichtung brauchen, bevor wir die menschheit mit unseren ideen missionieren können, brauchen wir wohl zuerst ein grundsatzprogramm.1

So fordere ich - Sieht man der Moderne ins Auge und betrachtet unsere heutige Informations- oder Wissensgesellschaft, so fällt auf, wie veraltet unser Konzept von Geistigem Eigentum ist. Wie unsinnig es doch ist, Wissen, Ideen, Kultur künstlich zu verknappen. Ganz pragmatisch auch: Das Versagen der Musik- und Filmbranche, Piraterie zu unterbinden. Der Erfolg von freier Software. (Wordpress nur als ein Beispiel.) Dann auch die schlichte Idee, Wissen (in Form von Büchern, Schriften, Codes) frei zugänglich zu machen, auf dass Vorhandenes verbessert wird und Bildung schrankenlos wird. -, dass Informationen und Wissen (gleich welcher Art) frei nutz- und kopierbar gemacht werden!

Ziele der Piratenpartei Deutschland

  1. red flog - blog - die blogger-partei! []



Morgenritual?

Since we are atheists, we don’t need any rites. But we still have our habits.

Morgenrituale ((die karriere-bibel - Morning Pages – Blogparade zum Morgenritual)) braucht doch keiner. Man ist ja kreativ und lebensfroh. Und trotzdem macht man’s jeden Tag auf dieselbe Art und Weise. Mit der Zeit pendelt sich ein Verhaltensschema ein, das zwar nicht optimal ist, aber mit dessen Hilfe man rechtzeitig zur Arbeit kommt und vorher trotzdem noch dieses oder jenes erledigen kann. Manche Dinge müssen zwischen aufwachen und arbeiten einfach sein. Duschen zum Beispiel.

Womit ich beim wichtigsten Ritual eines jeden meiner Morgen bin. Duschen. Heiss und ausgiebig. Ich kann am Morgen alles weglassen, doch das Duschen muss sein. Ohne fühl’ ich mich erstens gar nicht wohl und seh’ auch ziemlich verknautscht aus, und zweitens macht mich die Dusche erst wach. Davor bin ich bloss ein Bündel Knochen, Sehnen und Fleisch. Danach bin ich mehr oder weniger lern- und arbeitsfähig. Und Morgenessen natürlich. Spätestens wenn ich aus dem Zug steige.

Und hätt’ ich jetzt nicht Osterferien, dann würde in dieser Minute mein Wecker klingeln. Das heisst, der Radio sich einschalten und die Lautstärke aufdrehen.




Gottlose Veranstaltung

JLTs gottlose Veranstaltung - der Blogkarneval zu Rationalismus und Atheismus - ist vorbei. Alle Posts, die dazu eingegangen sind, findet ihr drüben ~ Eine gottlose Veranstaltung [Blogparade]




Gretchenfrage und Gotteswahn

Gretchen: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.“1

Daran möchte ich anknüpfen. Mit einer kleinen Anlehnung an den Kinderbuchstreit2 und mit einem Augenzwinkern zur JLT und ihrer gottlosen Veranstaltung3.

Eine Stichprobe in Kleinbloggersdorf nehmen, gewissermassen. Keine Angst, trotz meinem offen atheistischen Materialismus, werde ich eure Antworten und Postings sachlich behandeln.

Form und Umfang sind keine Grenzen gesetzt. Essays sind jedoch ausdrücklich erwünscht. Genauso wie minimalistische Stellungsnahmen. Ihr müsst bloss über euer Weltbild bezüglich Gott, Religion, Spiritualismus, Glaube und Aberglaube schreiben. Das ist alles. Lasst euren Gedanken freien Lauf. Schnappt euch ein Thema aus obigem Fragenkomplex. Ob nüchtern oder mit Herzblut geschrieben. Entzündet Leuchtfeuer über dem Hintergrund eures Glaubens. Ob ihr eine Anekdote erzählt, die mit eurem (Un-)Glaube verbunden ist oder ob ihr eine Auflistung liefert, woraus euer (a-)religiöses Weltbild besteht. Ob Religionskritik oder flammende Verteidigungsrede. I don’t care. Ich bin an jedem Posting interessiert.

So eröffne ich diesen Blogkarneval mit der Frage:

Wie hast du’s mit der Religion?

Edit:
Mir fällt auf, ich habe vergessen, eine Deadline festzulegen. Provisorisch nenne ich mal Montag, den 10. März.

Edit 2:
Die definitive Deadline ist am 16. März, Sonntagabend um 24 Uhr.

  1. Faust, Teil I, Vers 3415 []
  2. „Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel” []
  3. Eine gottlose Veranstaltung. []



Atheistischer Blogkarneval

Hossa, JLT hat gottlose Vorhaben im Kopf. Gut so. Ein Blogkarneval für Atheisten und andere rationale Materialisten hat noch niemandem geschadet. Deadline am 5. März, auch wenn du ein Humanist bist. ~ Eine gottlose Veranstaltung.




Atheistischer Blogkarneval

JLT bringt den Atheismus vorwärts ~ Blogparade von Atheisten, für Atheisten, über Atheisten




Heimat: Ein Gefühl, das gerne mit Nationalismus verwechselt wird

Heimat, der wohl umstrittenste Begriff seit der Gotteslästerung. Er verbindet die Geborgenheit mit dem Patriotismus und lässt den Bürger hilflos bis chauvinistisch zurück.

Roman Hanhart ruft rechtzeitig zum einbrechenden Herbst eine Blogparade zum Thema Heimat aus.
Zentral stellt er folgende Fragen:

* Was bedeutet Heimat für Dich?
* Wie erlebst Du sie?
* Worin oder womit manifestiert sie sich?
* Wann fühlst Du Dich daheim?
* Welche Werte verbindest Du mit Heimat?

Ich schätze zwar, dass ich zu jung bin, um irgendwo Wurzeln geschlagen zu haben, doch die Fragen möchte ich nur ungern unbewantwortet lassen:

Kurz gesagt, fühle ich mich dort daheim, wo ich mich geborgen, aufgenommen, vollkommen akzeptiert bin.

Ich lege keinen grossen Wert auf eine geographische Heimat, auch nicht auf die soziale Herkunft. Viel wichtiger ist für mich die westliche, schweizerische Kultur, in der ich aufgewachsen bin. Es vermittelt mir Sicherheit, wenn sich die Leute so verhalten, wie ich es gewohnt bin. Mit denen kann ich so reden, wie mir die Schnauze gewachsen ist. Ich brauche mich auf nichts Neues einzulassen, muss mich nicht anpassen oder überwinden, eine andere Kultur zu verstehen.

Gewiss bedeutet Heimat für mich auch, immer wieder an denselben Ort zurückzukehren. Das vertraute Heim, das Bett, das man kennt, die Gasse mit dem knorrigen alten Baum an der Ecke. Doch was wäre Heimat ohne die Leute, die einem an engsten stehen?
Nichts. Ein trostloser Hort verblassender Erinnerungen.
Deshalb sage ich ja: Daheim bin ich, wenn ich mit Leuten zusammen sein kann, die ich kenne, die so sind wie ich. Ich könnte eines Abends eine hübsche junge Lady kennen lernen und die Nacht bei ihr auf der Couch verbringen und würde mich genauso geborgen, genauso heimisch fühlen wie in meinem Elternhaus.

Heimat begreife ich nicht als nationalistische Angelegenheit. Für mich ist Heimat ein Gefühl, das ich mit gewissen Dingen verbinde, die mir Verlässlichkeit garantieren. In dieser Welt der extrem schnellen Veränderung, der Umwälzungen und der Unsicherheiten ist Heimat jener gefühlsmässige Ort, an den ich mich zurückziehen kann, wenn mir all dies über den Kopf wächst.

yoda: Blogparade: Was ist Heimat?