Für die Abschaffung von Volksentscheiden…

…scheinen sich immer mehr Leute einzusetzen.

Wenn’s um Einbürgerungen geht, dann sind Volksentscheide mindestens der SP ein absolutes Gräuel.

Doch auch bei ganz gewöhnlichen Regierungsratswahlen kommt Unmut auf:

Herr Neuhaus, derzeit noch Berner Regierungsrat, war einziger Kandidat und erhielt etwas mehr als 100’000 Stimmen. Doch fast 48’000 Stimmzettel blieben leer, gegen 20’000 mussten als ungültig erklärt werden.

Jetzt klagt ein Anwalt vor dem Bundesgericht. Das sei keine demokratische Wahl gewesen. Schliesslich hätten die Wähler keine wirkliche Wahl gehabt, auch nicht die, Herrn Neuhaus nicht zu wählen.1

Mir kommt’s selbst bei Nationalratswahlen so vor, als hätte ich keine wirkliche Wahl. Lauter Kandidaten, die mir unsympathisch sind und die fürchterliche politische Ansichten haben. Da habe ich auch nicht die Wahl, alle Kandidaten nicht zu wählen. Vielleicht sollte ich vor’s Bundesgericht. Weil das undemokratisch ist und so…

Eigentlich macht gerade dies eine Demokratie aus. Jeder, der will, kann für ein politisches Amt kandidieren. Und wenn bloss einer dieses Amt will, soll man dann Leute dazu zwingen, zu kandidieren?
Und wenn mehrere kandidieren, und ich alle doof finde, dann ist das halt Pech.

Entweder akzeptieren wir also, das es bei manchen Wahlen bloss ein Kandidat gibt, und bei anderen Wahlen nur doofe Kandidaten, oder wir lassen’s sein mit der Demokratie.

  1. arlesheim reloaded - Was ist eine Wahl? []