Bob Geldof kämpft zusammen mit George W. Bush in Afrika gegen die Armut. Und lobt ihn dafür in der Weltwoche.
Das wird sicher das Herz vieler Bush-Hasser brechen. Sorry. Aber wenigstens ist er ein bisschen neoliberal. Das ist doch auch hassenswert, nicht?
“Man vergisst leicht, dass Bush Betriebswirtschaft studiert hat. Er denkt wie ein Unternehmer, denkt in Ergebnissen, Gewinnen und Verlusten. Seine Afrikaprogramme sind konkret, und eine grosse Rolle spielt, zu Recht, der Handel: «Mein Vorgänger hat den African Growth and Opportunities Act (AGOA) ins Leben gerufen, ich habe dieses Gesetz zwei-mal bekräftigt», sagt Bush. Gemeint ist ein Gesetz, demzufolge 900 bislang kräftig besteuerte afrikanische Exportgüter nun abgabenfrei importiert werden können. Das Ergebnis ist verblüffend. In Lesotho arbeiten 42 Prozent der Beschäftigten in Betrieben, deren Exporte nach Amerika gehen. Zwar macht Erdöl weiterhin 90 Prozent der afrikanischen Exporte in die USA aus, aber AGOA ist genau das, was zu einem Wandel in Afrika beitragen wird.
«Eine Steigerung der afrikanischen Exporte um ein Prozent ist mehr Geld als alle Entwicklungshilfe pro Jahr zusammengenommen. Deswegen ist Doha so wichtig», sagt Bush mit Blick auf die WTO-Verhandlungen.”1