Politdrama und Rosinenplätzchen

Das Spektakel um die Einbürgerungsinitiative hat endlich ihr Ende gefunden. Die SVP Graubünden wurde ausgeschlossen. Somit geht das Politdrama seinem Ende zu. Endlich gibt es wieder etwas Luft zwischen der Masseneinbürgerungspanik und dem Menschenrechtsverletzungshammer. Dazu sind die innerparteilichen Querelen in der SVP nun teilweise gelöst.

Wird es in den Tagesmedien deshalb wieder etwas nüchterner und politischer?

Weit gefehlt. Das Drama hat den Höhepunkt noch lange nicht erreicht. Zu beliebt ist die SVP als Haudrauf-Joggeli der Presse. Zu gross die Genugtuung über ihre Niederlage. Zu gross auch die Enttäuschung. Vermutlich hat weder die Presse gemerkt, dass jeder Bericht über die SVP für selbige Gratiswerbung darstellt, noch hat die SVP begriffen, dass sie nicht mehrheitsfähig ist. Wo das Etikett SVP dranklebt, über das rümpft man die Nase.
Die negative und häufige Berichterstattung über die SVP führt also dazu, dass sie zwar massiv an Wähler zulegt, dass sie zugleich aber keine Abstimmungen mehr gewinnen kann. So scheint es zumindest.

Auch das Thema Leute mit Migrationshintergrund und deren zukünftige oder bereits geschehene Einbürgerung bleibt uns erhalten. Der Levrat will selbige nämlich erleichtern.

Ein Flohzirkus ist das Ganze. Man könnte meinen, die Schweizer Politiker seien nichts anderes als ein paar Gören, die sich um einen Lollipop streiten. Da wird aufeinander eingedroschen, Nazi- und Kommunistenkeulen rausgeholt, Flüche erschallen und Kriegsnebel zieht auf. Ein Spektakel, nicht mehr und nicht weniger.

Derweil landen die Rosinen im Abfall.




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Die Unternehmenssteuerreform aus ordnungspolitischer Sicht beurteilt. Mit diversen weiterführenden Links. Und nun habe ich endgültig keine Ahnung mehr, ob ich bei der Abstimmung ein Ja oder ein Nein einlegen soll ~ Unternehmenssteuerreform II: Das Dilemma