Leere Zeilen, hohl. Worte, nackt und entsetzlich ehrlich. Schneegestöber in meinem Kopf, gleich einem toten Bildschirm. Dann Gedanken, zerfallen zu Asche, noch während ich sie zu Ende denke.
Nichts mehr.
Dann ein hysterisches Lachen, erklingt grässlich und tief in meinem Innern, bahnt sich seinen Weg an die Oberfläche, dort wo meine Zunge an Zähne und Lippen drängt. Ein kalter Schluck Cola. Besser mit Eis. Doch heute nicht.
Zynismus tropft grell von meiner Zunge, hängt als bitterer Tropfen an meinem Kinn, für einen Moment, dann löst er sich und klatscht auf den nassen Asphalt, vermischt sich mit Regen und ausgelaufenem Benzin. Düstere Blicke schwingen mir entgegen. Hassvoll. Entsetzt. Beinahe bin ich versucht, auf die Knie zu fallen und den Zynismus zurück in meinen Mund zu stossen. Wenn es denn ginge.
- Verkrampft krallen sich alle in Aussagen fest, die auch nur ein wenig Bissigkeit beinhalten. Mit doppelter Schärfe wird man als Zyniker verschrien, als menschenverachtendes Untier. Selten wird der Zynismus als blosses Stilmittel, das man mögen kann oder nicht, anwenden darf, aber nicht muss, beschrieben. Stets wird vom Zynismus mit einem mal subtileren, mal deutlicheren negativen Unterton gesprochen. Wieso bloss?
Nur weil man nicht in dieses ganze Blümchengetue abrutschen will und heile Welt spielen will?
Ach ja, ich vergass, den Leuten die Realität ins Gesicht zu sagen, ist scheusslich. Denn zumeist ist sie bitter. Manchmal bittersüss, aber die Bitterkeit bringt man kaum einmal aus dem Leben.