Ich nehme an, einer wird nicht zum Präsidenten gewählt, wenn die Parteimitglieder seine politische Einstellung nicht teilen. Es scheint zudem, als wäre Levrat unumstritten ins Amt gehoben worden.
Was bedeutet das? Für einen liberalen, säkularen Staat?
Wir müssen uns auch in Zukunft mit einem grossen Haufen verträumter Etatisten und klassenkämpferischer Sozialisten herum plagen. Oh, ich befürworte Levrats Bestrebungen nach sozialer Gerechtigkeit und gesunden Sozialwerken durchaus. Aber muss man deswegen der Wirtschaft derart an den Karren fahren? Dieser aggressive und manchmal füllhorngleiche Wettbewerb jagt einem schon hier und da Angst ein. Doch deswegen alle Staatsmonopole halten zu wollen? Das Bankengeheimnis zu beerdigen? Dazu noch die Steuersouveränität der Kantone und der gesamten Nation einzuschränken? Tiefe Steuern sind zwar ein eindeutiger Standortvorteil, aber so ganz geheuer ist dies dem Levrat nicht. Steuersenkungen verträgt unsere Nation sowieso nicht. Das ist ja auch offensichtlich, dass man da nicht einfach so senken und so… Nicht?
Vermutlich würde dies ganz einfach Levrats radikaler Umverteilungspolitik widersprechen, die er so gerne praktizieren möchte. Blitzt da etwa gar sozialistisches Gedankengut durch? Zumindest ist er ein überzeugter Etatist. Zu viele Freiheiten für den Bürger will er nicht. Schon gar nicht, wenn dieser Unternehmergeist zeigt und nach - sowieso grundsätzlich zu verdammenden - Reichtum strebt.
Schön ist der Levrat so ehrlich. Da weiss man wenigstens, mit wem man es zu tun hat. Frei und frank darf man vom Präsidenten auf die Partei schliessen. Und die SP, ja die schmeckt halt etwas gar chlor- und moralinsauer.
Monday, March 3, 2008 at 10:36