Die Schweizer Polizei wagte es - ganz zu Recht - den Sohn des libyschen Tyrannen Moammar Qadhafi kurz einzukerkern, weil dieser Angestellte misshandelt hat. Söhnchen kam gegen Kaution sehr bald wieder frei. Doch nun dreht der Papa durch. Er - oder irgendeines seiner Clanmitglieder - liess zwei Schweizer, die sich in Libyen aufhalten, ins Gefängnis werfen1 und drehte den Ölhahn zu2. Für Schweizer Verhältnisse eine ausgewachsene Krise.
Natürlich ist die Krise nicht verwunderlich. Die Schweiz - als Rechtsstaat - muss einschreiten, wenn Leute andere Leute verprügeln. Auch wenn diese Tyrannensöhne sind. Dass Qadhafi derart jähzornig reagiert, ist auch nicht überraschend.3 Als Despot hat man stets einen Hang durchzudrehen. Mit teils blutigen Folgen.
Qadhafi droht natürlich mit “weiteren Massnahmen”, wenn die Schweiz den Fall nicht sofort zu den Akten lege.4
Wo sind übrigens unsere wackeren Bundesräte? (Immerhin sorgt sich nun schon die BBC um uns.)
Thursday, July 24, 2008 at 18:05
Thursday, July 24, 2008 at 20:40
Lustig sind natürlich die Demos aus dem Volk, die berserkende Tyrannen praktischerweise regelmässig gaaaanz spontan unterstützen. Ds gab’s schon im Sudan und nun halt auch in Tripolis. Nur ziehen die Demonstranten - das bedaure ich in meinem eigenen Eintrag ihre Sache nicht mehr ordentlich durch. Dabei konnten sie’s auch schon besser.
Thursday, July 24, 2008 at 21:24
Hehe, stimmt, sie werden von Monat zu Monat weniger überzeugender.
Friday, July 25, 2008 at 7:28
Hat Frau Calmy-Rey es etwa versäumt, sich in Libyen einzuschleimen?
Friday, July 25, 2008 at 10:18
Vielleicht sind die Herrschaften Qadhafi auch einfach nicht drauf eingegangen?