Ressourcenverschwendende Religionen

Religionsgemeinschaften verschwenden nicht nur Ressourcen, indem sie Gelder, die in produktiven Berufen erwirtschaftet wurden, in unproduktive stecken (Ein Bäcker z.B. produziert aus Mehl, Hefe und Wasser Brot, während ein Pfarrer nebst etwas Gesprächstherapie und Eventorganisation und -leitung nichts hervorbringt, da doch ein grosser Teil seiner Arbeit aus Beten besteht. Statt Geld also in Gebete zu stecken, würde man man damit besser Museen oder Jungunternehmer unterstützen.), sondern auch durch das Verbrennen von humanen Ressourcen.

Zum Beispiel beschäftigen sich etliche orthodoxe jüdische Geistliche während Tagen und Wochen damit, zu klären, ob sich ein guter Jude nun elektrisch rasieren darf oder nicht. (Sich mit einer Klinge zu rasieren, ist laut Tora verboten. Sich den Bart mit einer Schere zu schneiden, ist so halbwegs erlaubt. Die fundamentale Frage ist deshalb, ob elektrische Rasierer eher den Klingensysteme ähneln oder einer Schere.) Und wenn ja, mit welchem System genau. Oder ob es nicht doch besser wäre, den Bart nicht einmal mit einer Schere zu schneiden, sondern einfach wachsen zu lassen.

Nicht kapitalistische, nicht dekadente Konsumexzesse muss man kritisieren, nicht jene, die Kaviar fressen und in Fünfsternrestaurants frühstücken, verschwenden unsere schönen und kostbaren Ressourcen (wenn auch etliche dieser Vergnügungen nicht ganz koscher sind), sondern die Verschwendung von Boden, Geld, Arbeit und menschlichem Intellekt durch Religionen und Glaubensgemeinschaften sind an den Pranger zu stellen.







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26 Kommentare

  1. Mathias

    Naja, dekadenten Lebensstil als nicht verschwenderisch zu bezeichnen ist auch nicht so das Wahre. Genauso wie es völlig sinnlos ist, in Theologie jedweder Art Geld zu buttern, ist es aber ebenfalls sinnlos, Unmengen an Gold zu schürfen damit irgendein Schnösel mit einer 24-Karat-Rolex am Armgelenk herumlaufen kann. Erst recht, wenn dieses Gold von afrikanischen Kindern gefördert wurde.

  2. Dirk F.

    Das ist ein arg kurzsichtiger Artikel. Sind Weihnachtsfeiern in Firmen nur Ressourcenverschwendung des Arbeitgebers? Er zahlt die Getränke und die Gans, produziert dadurch aber nichts. Im übrigen verschwendet jemand, der Kaviar isst, nicht unsere, sondern seine Ressourcen. Ständig von “wir” und “unsere” zu reden hat etwas quasi-religiöses.

  3. Mathias

    Weihnachtsfeiern im Betrieb erhöhen das “Wohlfühlerlebnis” und führen mitunter zu erhöhter Produktivität unter den Angestellten. Das ist zwar auch nichts, das man materiell messen kann, doch haben Studien deutlich gezeigt, dass Mitarbeiter die von ihrer Firma diverse Boni erhalten (können auch finanzielle Prämien oder Firmenausflüge sein) viel lieber und somit auch besser und länger dort arbeiten.

    Bezüglich “unseren” Ressourcen: Wie kommst du darauf, dass Nahrung nicht einen gewissen Allgemeinstatus hat? Es ist doch so: Sobald beispielsweise Kavier produziert und auf den Markt gebracht wird, ist er potentiell für alle da - kauft aber jemand mehr davon als für ihn nötig wäre, ganz einfach weil er Spaß daran hat mit dieser Ressource verschwenderisch umzugehen, ist weniger für die anderen Käufer da, die dadurch womöglich zu wenig bekommen.
    Ich gebe zu, Kavier ist ein schlechtes Beispiel, weil es kein Grundnahrungsmittel ist, aber wenn wir die Sache auf Brot oder Gemüse beziehen, sieht sie schon anders aus. Es ist nunmal so, dass nur eine begrenzte Menge an Brot produziert werden kann - und wenn ich dann sehe, wie müßig manch einer damit umgeht, während gleichzeitig das Angebot sinkt und für alle anderen der Preis steigt, erschließt sich mir daraus nicht wirklich das ethisch Positive. Außer natürlich für den Massenkonsumenten, der sich’s leisten kann.

  4. Dirk F.

    “Bezüglich “unseren” Ressourcen: Wie kommst du darauf, dass Nahrung nicht einen gewissen Allgemeinstatus hat? Es ist doch so: Sobald beispielsweise Kavier produziert und auf den Markt gebracht wird, ist er potentiell für alle da”

    Wie kommst Du darauf, dass, dass Nahrung einen Allgemeinstatus hat? Nahrung gehört dem, der sie hertellt und dann dem, der sie kauft. Güter auf dem Markt sind nicht für alle da, sondern den, der seine eigenen Güter, sei es auch Geld, dafür eintauscht. Das ist potentiell nur einer, nicht alle.

  5. Mathias

    Gut, dann sagen wir: Nahrung “sollte” (und immerhin geht’s ja die ganze Zeit um Ethik) insofern einen Allgemeinstatus haben, als genug für alle da sein sollte. Ob man sich diese Nahrung wiederum leisten kann, ist eine andere Frage, zuallererst muss sie aber für jeden überhaupt verfügbar sein.

    Das heißt nicht, dass ich den Nahrungsmittelproduzenten irgendwelche Auflagen machen will, wonach sie soundso viel produzieren und gerecht “verteilen” (verkaufen) müssen, sondern dass ich ausbordernde Nahrungsmittelverschwendung - vom Konsumenten ausgehend - schlicht für falsch halte. Meinerseits ginge also lediglich ein Appell an dekadent verschwenderisch lebende Menschen, sich in ihrer Maßlosigkeit etwas zurückzuhalten, zugunsten jene die vielleicht wirklich auf jedes verfügbare Stück Brot (zu leistbaren Preisen) angewiesen sind.

  6. Dirk F.

    Was heißt denn verschwenden? Freilich ist nicht jedes Wegwerfen von verderblichen Gütern Verschwendung. Ich glaube, Du unterliegst hier demselben Fehler wie Benjamin in seinem Post.

  7. Mathias

    Es geht doch gar nicht um “verderblich” oder nicht. Es geht um übermäßigen, nicht notwendigen Konsum - egal ob man das Zeug nun kauft und verschimmeln lässt oder sich so viel hineinstopft, bis man platzt. Wie gesagt lässt sich diese Verschwendung nicht nur auf Lebensmittel beziehen, aber die sind halt für alle Menschen essentiell und sollten deswegen nicht leichtsinnig erworben werden.

  8. Dirk F.

    Wer definiert denn, was “nicht notwendig” und was “übermäßig” ist? Wer hat denn die Befugnis, anderen Menschen “leichtsinniges” Verhalten vorzuwerfen?

  9. Michael

    Der Unterschied ist folgender: wenn Juden jemanden dafür bezahlen, dass er herausfindet, ob sie auf Grundlage eines tausende Jahre alten Buches sich rasieren dürfen oder nicht, ist das ihre Privatsache - weil ich keinen Cent dafür ausgebe.

    Bei den Museen ist das anders: Wenn jemand ein Gebäude errichtet, um darin Zeug auszustellen, das angeblich Kunst sein soll, dann hab ich das meistens über die Steuern irgendwie mitfinanziert.

  10. jo@chim

    [...] sondern die Verschwendung von Boden, Geld, Arbeit und menschlichem Intellekt durch Rauschmittel und Drogen sind an den Pranger zu stellen.

    Eeeek, wie unlibertär, so was kann doch nur ein Pfaffe sagen nicht?
    ;-)

    Im Ernst: Religion mag unvernünftig erscheinen (als Agnostiker bin ich davon überzeugt). Aber das sind viele andere der Konstrukte, mit denen wir uns die Welt erklären und/oder erträglicher machen, ebenfalls.

    Im Übrigen Benjamin, es wurde ja schon gesagt: warum machst Du Dir Sorgen um die Ressourcen der Gläubigen?

  11. michael (2)

    Warum er sich Soren ueber die Ressourcen der GLaeubigen macht ist eigentlich klar.
    Weil die Ressourcen vom Staat kommen, also von jeden arbeitenden steuerzahlendem Buerger, das ist schon verstaendlich.

  12. Benjamin B.

    Um es ganz klar auszudrücken: Ich verteidige das Recht eines jeden Einzelnen, mit seinem Besitz, seiner Arbeit und seinem Intellekt, zu tun und lassen, wie es ihm beliebt. Auch wenn dieser Milliarden von Dollar ins Interpretieren alter Texte steckt, weil er heraus finden will, ob er seinen Bart nun diesen Texten zufolge schneiden darf oder nicht.

    Ehrlich gesagt kümmert es mich auch nicht sonderlich, ob er mit seinem Vermögen nun obenstehendes tut oder Forschungsprojekte finanziert.

    Aber das bedeutet nicht, dass ich seine Art, wie er sein Vermögen ausgibt, nicht für total und komplett sinnlos halten kann.

    Daraus folgt, dass ich zwar sein Recht, über sein Vermögen frei zu verfügen, aufs Äusserste verteidigen werde, ihn gleichzeitig aber dafür kritisieren kann, wie er das Vermögen nun eben ausgibt.

    Ganz ehrlich: Ihr schüttelt doch auch manchmal darob den Kopf, was andere mit ihrem Geld anstellen? Und weshalb dieses Kopfschütteln nicht in offene Kritik umformulieren?

  13. Benjamin B.

    @Mathias: Gewiss, aber derjenige, der eine Rolex fährt, hat mitgeholfen, etliche Jobs zu kreieren und den Wohlstand somit zu mehren. Beim Rabbi sehe ich nicht, inwiefern dieser den Wohlstand vergrössert.

  14. Dirk F.

    @Benjamin:
    “Beim Rabbi sehe ich nicht, inwiefern dieser den Wohlstand vergrössert.”

    Das ist das Problem. Es geht Dich nichts an. Wohlstand ist subjektiv. Wenn andere Leute Wohlgefühl aus der Arbeit des Rabbi ziehen, so produziert er Wohlstand. Sicheres Zeichen dafür, dass er produktiv ist, ist die Tatsache, dass es Leute gibt, die für seine Leistung ihren Zehnt zahlen, sie also nachfragen.

  15. Benjamin B.

    @Dirk F.: Wer definiert, was notwendig und was überflüssig ist?

    Natürlich das Individuum, aber willst du wirklich sagen, dass keiner den andern für seinen Lebensstil kritisieren sollte? Dass es mir egal sein soll, wenn jemand eine Lastwagenladung Brot kaufen und sie verbrennen würde?

  16. Benjamin B.

    @Dirk F.: Gut. wenn man’s so betrachtet, dann produziert ein Rabbi Wohlstand. Da hast du einen Punkt.

  17. Benjamin B.

    @Joachim: Inwiefern hat es etwas mit Libertarismus zu tun, ob ich das Handeln anderer Leute kritisiere?

  18. jo@chim

    “An den Pranger stellen” geht weit über kritisieren hinaus; das sieht mir mehr nach aktivem Handeln und Unduldsamkeit gegen Gläubige aus.

    Wenn Religion sich anmasst, über die Ressourcen Nicht-Gläubiger zu bestimmen oder wenn sie, wie der Islam, keine Exit-Optionen für (Ex-)Gläubige lässt, dann ist sie zu kritisieren, IMHO.

    Aber ob jemand an Mohammed, die Muttergottes, Mickey Mouse oder Dawkins glaubt, sollte seine persönliche Angelegenheit bleiben, solange er mich nicht miterlösen will.

    P.S.: Wohin es führt, wenn man beginnt sich um die Ressourcen anderer Leute zu machen, zeigen Kommentare dieser Art:

    Weil die Ressourcen vom Staat kommen, also von jeden arbeitenden steuerzahlendem Buerger, das ist schon verstaendlich.

    Nein! Um das hier auf einem Blog, das “libertaer” im Header führt, mal deutlich zu sagen: Die Ressourcen der Bürger kommen nicht vom Staat, sie gehen da hin.

  19. jo@chim

    “wenn man beginnt, sich Sorgen um die Ressourcen anderer Leute zu machen”, sollte es latürnich heissen :-)

  20. Mathias

    @Joachim: Was soll das heißen, die Ressourcen gehen nur zum Staat? Letztendlich kommen sie ja zum Bürger zurück - nur eben umverteilt. Der “Staat” ist auch kein mystisches, abgehobenes Gebilde, das keinerlei direkten Bezug zum Bürger hat.

  21. jo@chim

    Wenn Dein individuelles Eigentum, nach Abzug des Staatsprofits (Lebensunterhalt der Bureaucrazies) und nach dem Gutdünken der Bureaucrazies umverteilt zurückkehrt, ist es keine Ressource mehr, sondern Aliment.

  22. michael (2)

    @ jo@chim
    Du hast mich falsch verstanden. Ich hatte gesagt das die Ressourcen vom Buerger (beispiel Steuern), zum Staat gehen.
    Und der verteilt sie dann wieder, hier als Gelder an Kirchen und so.

    Das ist (soweit ich das verstehe) genau die Ressourcen verschwendung um die es hier im Artikel geht. Gelder an Leute geben die fuer Beten und Predigen bezahlt werden.

    Das Problem dabei: Jeder bezahlt darein. Auch Atheisten, es geht ja nicht nur die Kirchensteuer zu den Kirchen.

    (Man koennte auch wieder sagen das durch zb. die Ausgaben fuer Reperaturen an Kirchen oder so wieder der Markt gefoerdert wird aber das ist was anderes)

  23. Mathias

    Genau so hab ich’s eigentlich auch verstanden und somit auch meinen Kommentar gemeint.

  24. jo@chim

    Ja , da hab ich Euch wahrscheinlich falsch verstanden; dagegen dass Gläubige sich mit Staatshilfe die Mittel Nicht-Gläubiger zu Eigen zu machen oder ihnen ihre Moralvorstellungen aufoktroyieren, wende ich mich ja auch.

    Der Beitrag “prangert” mir zu allgemein religiöse “Ressourcenverschwendung” an und verstellt dabei IMHO den Blick auf das eigentliche Problem - den tendenziellen Totalitarismus von Religion, insbesondere wenn sie fundamentalistisch daherkommt.

  25. Benjamin B.

    @Joachim:
    Nun, ich tendiere zu einer scharfen, übertreibenden Ausdrucksweise. Von daher meine ich mit “an den Pranger stellen” nicht, dass wir Kirchenbänke klauen oder Rabbis den Bart abschneiden, sondern dass wir Kritik äussern.

    Und dass ich das Hauptproblem, den “tendenziellen Totalitarismus von Religionen”, hier nicht behandle, liegt primär daran, dass ich das schon in zahlreichen anderen Posts getan habe.

  26. NUB

    BENJAMIN B.

    Problematisch wird es immer, wenn die Allgemeinheit über Zwang verdonnert wird, die Vorlieben einer Minderheit zu unterhalten. Jo@chim geht schon richtig an die Sache ran. Im freiwilligen Rahmen soll doch jeder seine Glaubensfreiheit ausleben wie er möchte. Solange es keinem anderen schadet.




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