Schadet Religion mehr als sie nützt?
Eine Frage, die ich vorläufig unbeantwortet lassen will.
Ab und zu ist mir der Gedanken durch den Kopf gegangen - Üblicherweise nicht dann, wenn ich satt und zufrieden mein Weinglas geleert und die Bratensosse vom Kinn getupft habe. -, die Religionen doch einfach zu verbieten. Dann würden etliche Probleme wegfallen. Islamischer Fundamentalismus zum Beispiel. Die Schrecken eine strafenden Gottes. Oder bloss schon nur ein Teil der AIDS-Problematik in Afrika.
Religionen zu verbieten, wäre jedoch ein Ding der Unmöglichkeit. Staatskirchen kann man noch relativ einfach ausschalten, diffiziler wird’s bei den Freikirchen und Sekten. Doch das ist bloss die Spitze des Eisbergs. Religion ist bloss organisierter Glaube. [Ein gewitzter Mann sagte einmal, würde einer allein behaupten, weisse Mäuse gesehen zu haben, käme er in die Irrenanstalt, würden dies hunderte, tausende zusammen behaupten, würde man dies Religion nennen. Oder so ähnlich.]
Glaube und Aberglaube bringt man aus dem Menschen nicht raus. Beide sind Teil einer durchschnittlichen Gesellschaft. Glaube bedeutet, Fakten zu ignorieren, unbeantwortbare Fragen zu beantworten und aus dem Nichts heraus Behauptungen aufstellen und diese gar mit “Argumenten” belegen zu können. Dies zeigt sich im Fegefeuer der Christen, in den Anti-Impf-Bewegungen, in Kobolden und Gnomen in Is- und Irland und auch in der Politik [Besonders bei kontroversen Themen geht es um subjektive Überzeugungen, die sich nicht auf Sachwissen stützen, sondern häufig auf vorkäuende Politiker, Redner und andere komische Leute.].
Religion zu verbieten, würde dem Glauben also bloss die Blattspitzen stutzen, und das Übel nicht an der Wurzel packen.
[Blinden Glauben bekämpft man am besten mit Aufklärung. Aufklärung beginnt jedoch mit Skeptizismus. Damit also, sich und seine Meinung kritisch zu hinterfragen. Manchmal braucht es dazu Denkanstösse, teils auch recht ruppige geistige Ohrfeigen. Deshalb bin ich hier.]
Wednesday, February 20, 2008 at 6:46
Monday, May 12, 2008 at 13:29
Man kann natürlich nicht die Religion an sich verbieten oder den Glauben.
Aber man kann die Instrumentalisierung der Religion verbieten!
Z.B. Kirchensteuer auf ein Minimum reduzieren, denn wo viel Geld fließt, da werden auch Machthungrige angezogen (siehe Vatikan).
Und den Einfluss auf die Politik verbieten, das könnte man auch! Jeder Politiker sollte Eigenverantwortung für seine Handlungen haben und sich nicht hinter einem Glauben verstecken (z.B. Bush).
Monday, May 12, 2008 at 19:54
Der Staat soll die Kirche nicht finanziell unterstützen, nicht für sie die Steuern eintreiben und sie steuerlich wie andere Unternehmen behandeln. - Hier könnte man noch einiges tun.
Allerdings steht es in einem liberalen Staat - für den ich stets plädiere - jedem frei, sein Geld ganz nach seinen Wünschen auszugeben. Wenn das bedeutet, dass einer einem homophoben, stockkonservativen und tödliche Ideen verbreitenden Papst den Thron vergolden will, dann schmerzt mich das zwar, aber werde ich ihm dies nicht verbieten.
Staat und Kirche gehören zwingend getrennt. In einer Demokratie hat allerdings jeder das Recht, seine Ideen in die Politik einzubringen. Sei es, wenn sich diese Ideen auf eine politische Richtung stützen, sei es, wenn diese Ideen auf dem Katholizismus basieren, sei es, wenn man die Ideen durch eine Dosis LSD erhält.
In einem liberalen Staat gehört es jedoch genauso dazu, dass sich jene Leute mitunter rasiermesserscharfe Kritik anhören müssen, wenn sie versuchen, religiös zu politisieren.