Prolog: In Zürich wird bald über ein Rauchverbot abgestimmt. NZZVotum hat deshalb für Befürworter und Gegner Blogs errichtet. Blogger sind Ernst Bachmann, Gastro Zürich, Peter Schulthess, SP-Kantonsrat, Otto Braendli, Lungenliga Zürich und Claudio Zanetti, SVP-Kantonsrat.
Vorweg: Manchen Kommentatoren scheint nicht klar zu sein, dass man nicht einfach wahllos irgendwelche Dinge verbieten kann, bloss weil man diese mag und sich gerade eine Mehrheit finden lässt, die diese Dinge ebenfalls nicht mag. Ich kann zum Beispiel niemanden verbieten, die Farbe lila zu tragen. Selbst wenn ich die Farbe zutiefst hassen würde und es der Mehrheit der Schweizer ebenso gehen würde, wäre ich gegen ein Verbot. Denn persönliche Freiheit ist ein hohes Gut und ich kann immer noch wegschauen, wenn mir eine Frau in einem lila Minirock begegnet.
Vorweg 2: Restaurant sind Privateigentum. Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden sind eine ganz andere Angelegenheit. Dort könnte ich ein Rauchverbot eher akzeptieren, da diese ja Eigentum des Staates sind und dieser bestimmen darf, wie sie genutzt werden dürfen. Und hinter dem Staat stehen die Bürger des Landes. Dies bedeutet zugleich auch, dass man einzelne Bürger nicht vom Benutzen dieser Gebäude abhalten darf, da auch diese Eigentümer sind. Über die daraus folgenden Konsequenzen dürft ihr selber nachdenken.
Vorweg 3: Rauchverbote in Restaurants kann man also ungefähr gleichsetzen mit Rauchverboten in Einfamilienhäusern. Der Eigentümer bestimmt, was darin gemacht werden darf. Ich verbiete ja meinem Nachbar auch nicht, diese ganz bestimmten Tapeten aufzuhängen, bloss weil sie mir nicht gefallen.
Es geht nicht darum, das Rauchen generell zu verbieten, sondern dieses auf speziell dafür bezeichnete und eingerichtete Räume zu beschränken, so dass niemand unfreiwillig Rauchemissionen in Gaststätten ausgesetzt ist. Das ist kein moralisches Anliegen, viel mehr ein dringliches gesundheitspolitisches.1
Ich wäre dann unfreiwillig Rauchemissionen ausgesetzt, wenn mir ein Mafiosi einen geladenen Revolver an die Schläfe drücken würde und mich zwingen würde, in ein Restaurant zu setzen, in dem geraucht wird. Solche Vorfälle geschehen in der Schweiz jedoch selten. Wenn ich mich in eine Bar setze, dann tu’ ich das freiwillig. Gewiss kann manchmal sozialer Druck der Auslöser sein, dass man sich dem Innern einer verqualmten Lokalität aussetzt, doch selbst diesen Druck habe ich freiwillig selbst gewählt. Ich hätte mir ja einen Kollegenkreis suchen können, der aus lauter Nichtraucher besteht, die schon Atemkrämpfe bekommen, wenn sie in einem Spielfilm jemanden rauchen sehen.
Von Zwang oder Unfreiwilligkeit kann also nicht die Rede sein.
Es ist an der Zeit, einen umfassenden und konsequenten Passivrauchschutz umzusetzen:
Die Gefahren des Passivrauchens sind überzeugend nachgewiesen:
- Im Tabakrauch sind ca. 4500 chemische Substanzen enthalten, wovon mind. 40 als krebserregend gelten.
- Die Belastungen mit Schadstoffen in Räumen sind höher als bei aktiv Rauchenden im Freien, wegen des besonders giftigen Nebenstromrauches, der sich in Räumen ansammelt. Das ist jener Rauch, der direkt vom Zigarettenende ausströmt durch verglimmen.
- Die Schadstoffbelastung ist bis zu 33 Mal höher in Beizen ohne Abtrennung als in Nichtraucherbeizen.
- Ein deutlich erhöhtes Riskio für Lungenkrebs, andere Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislaufsystems sind nachgewiesen. Menschen mit überempfindlichen Atemorganen sind besonders gefährdet.2
Ja, Rauchen tötet. Passivrauchen auch. Da gibt es keinen Zweifel. Jeder Mensch hat jedoch das Recht, sich tödlichen Risiken auszusetzen. Wenn jemand seinen Körper zu Grunde richten will, dann soll er das dürfen. Es steht anderen Menschen nicht zu, ihn mit Staatsgewalt davon abzuhalten. Denn Menschen machen schlechte Entscheidungen und setzen sich nur zu gerne abstrusen Risiken aus.
Bei dieser Frage zeigen sich jedoch die Unterschiede zwischen den zwei Staats- und Menschenbildern der Liberalen und der Paternalisten sehr gut. Erstere geben dem Individuum die Freiheit, selber Entscheidungen zu treffen und zu bewerten, ob diese jetzt gut sind oder schlecht. Ob eine gewisse Handlung mir gut tut oder nicht, das will ich entscheiden dürfen.
Paternalisten geben diese Verantwortung an den Staat ab. Er soll bestimmen, was gut ist und was schlecht. Damit übersehen sie aber, dass dies eine subjektive Frage ist. Wie die Kosten-Nutzen-Bilanz einer Handlung ausfällt, dass kann höchstens ich für mich entscheiden. Nie aber für andere. Wenn ich zum Beispiel den Zigarrengenuss höher werte als meine persönliche Gesundheit, dann können Präventionisten mich noch lange über die Krebsrisiken aufklären. Für mich sind sie schlicht egal. Ein paternalistischer Staat stünde auch vor einem zweiten Problem: Viele Freizeitaktivitäten sind mit einem grossen Verletzungsrisiko verbunden. Möchte man also nicht, dass Leute sich selber in Gefahr bringen und damit das Portemonnaie der anderer Leute über steigende Krankenkassenprämien belastet, müsste man auch Hobbies wie Skifahren, Fusball, Motorradfahren etc. verbieten. Damit nicht genug, ein drittes Problem taucht auf: Möchte man Taten verbieten, die indirekt andere Leute schädigen können, so müsste man nicht nur das Rauchen verbieten, sondern auch das Autofahren (Feinstaubbelastung und krebsauslösende Nanorusspartikel), Deos (Es gibt Leute, die haben allergische Reaktionen, wenn sie in die Nähe von Leuten kommen, die Deos benutzen.) und hunderte chemischer Stoffe, die während dem Gebrauch in die Umwelt entweichen können und dort irgendwelchen Schaden anrichten können.
Liberal denken und handeln beinhaltet eben auch Grenzen innerhalb einer aufgeklärten Gesellschaft. Speziell wenn es um gesundheitliche Beeinträchtigung und Belästigung geht. Wir leben ja nicht mehr in der Steinzeit, wo jeder tun und lassen konnte was er wollte und sein Recht mit Gewalt durchsetzte!3
Wie gesagt, wenn jemand nicht passiv rauchen will, dann steht es ihm frei, rauchende Leute zu meiden. Der Rest der Argumentation wird somit hinfällig.
Wenn ich in einem teuren Restaurant mit Freunden ein gutes Nachtessen mit Wein geniessen will, wird mir der Spass des öfteren durch zigarrenrauchende Tischnachbarn vergällt. Auch höfliche Hinweise auf Rücksichtnahme fruchten oft nichts. Würde ich konsequenter Weise das Wasserglas des rauchenden Tischnachbarn mit einem Drittel meines Rotweins füllen, würde ich wohl aus dem Restaurant rausgeschmissen wegen Belästigung. Passivrauchen müssen, ist nichts anderes!4
Auf die Idee, sich ein Restaurant zu suchen, in dem nicht geraucht wird, kommt man schwerlich. Gewiss, sie sind selten, aber es gibt sie. Da das Restaurant Privateigentum ist, darf der Besitzer auch frei entscheiden, welche Regeln er befolgt haben will. Lädt jemand Leute zu sich nach Hause ein, so steht es ihm frei, ihnen ein Dresscode aufzuzwingen, ihnen das Rauchen zu verbieten oder ihnen den Eintritt zu verwiegern, wenn sie dem Gastgeber nicht hundertfränkige Pralinen mitbringen. Mit einem Rauchverbot würde man die Eigentumrechte der Restaurantbesitzer beschneiden. Denn diese sollen die gleichen sein, die auch ein normaler Hauseigentümer hat.
Der Vergleich zieht nicht, da niemand die paar Kubikmeter Luft, in denen er sich aufenthält, besitzt. Im Gegensatz dazu besitzt der Tischnachbar den Inhalt des Glases. Veränderst du diesen, greifst du dessen Eigentumsrechte an. Würden diese nicht gelten, könnte ich nach Belieben den Garten meiner Nachbarn umgestalten. Aber eben, Luft besitzt niemand, ausser er hat sie in Flaschen gekauft.
Die Einführung von rauchfreien Zonen in öffentlichen Orten ist seit Jahren überfällig, umsomehr dass über 70% Nichtraucher sind!5
Das ist, als ob ich sagen würde: Die Mehrheit der Leute hat braune, schwarze oder blonde Haare, deshalb müssen Rothaarige ihre Haare färben, während Blondinen ihre Haare nicht lila färben dürfen.
Minderheitenschutz ist so lange ok. als die Minderheit nicht darauf beharrt, andere zu vergiften. Gesundheitsschädigern freie Bahn! Bald auch: Strassenräubern freie Bahn!6
Was ist der Unterschied zwischen Rauchern und Räubern?
Um einen Raucher kann ich einen Bogen machen, ich habe also die Freiheit zu wählen, ob ich passiv rauche oder nicht. Ein Raucher schränkt meine Freiheit nicht ein. Bei einem Räuber ist dies nicht der Fall. Er entwendet mir mein Eigentum und nimmt mir somit die Freiheit, mit meinem Besitz zu tun, was ich will.
Monday, August 25, 2008 at 7:06
Tuesday, August 26, 2008 at 16:23
1. Restaurants sind Arbeitsplätze
2. Angestellte sowie Gäste haben ein Eigentumsrecht an ihren eigenen Lungen
4. Kein Raucher wird gezwungen in eine Kneipe zu gehen
5. Kein Raucher wird gezwungen in einer Kneipe zu rauchen
6. Restaurants sind öffentlich zugänglich
7. auch nach einem Rauchverbot bleibt es dem Wirt überlassen wie er sein Lokal führt
8. Es besteht kein Anspruch irgendwo ein Lokal vorzufinden in dem man rauchen darf
9. es besteht kein Anspruch ausserhalb der eigenen vier Wände und draussen irgendwo rauchen zu dürfen
Noch fragen?
Im Sinne der Liberalität (warum soll nicht jeder selbst entscheiden ob er mitrauchen muss), der Bewegungsfreiheit (warum soll der Raucher entscheiden wo der NR hingeht?), und der freien Entfaltung der Persönlichkeit ist ein Rauchverbot an nicht privaten Orten (Büro, Kneipen) und Arbeitsplätzen (Büros, Kneipen) zu befürworten.
Die Logik in Restaurants müsste das rauchen erlaubt sein, ja sogar dem Wirt überlassen sein weil “privat” ist so logisch wie die Argumentation man dürfte mit seinem “eigenen” Auto andere anfahren, weil das “privatsache” sei.
Also, das ganze ist eine einfache Sache der Liberalität. Der thekennachbar sollte nicht vorschreiben dürfen, was der NR atmet. Da der Wirt ein öffentliches Lokal betreibt muss er genauso wie Hygienevorschriften auf Gesundheitsregeln einhalten, logisch. Er kann ja auch nicht in die Küche kacken, oder das Bier verdünnen.
Wer argument, NR sollten “zuHause” bleiben, nur weil sie NR sind, wiederspricht der liberalen Grundhaltung der Bewegungsfreiheit, und will NR etwas aufzwingen was sie garnicht wollen. Jeder hat das Recht ins Restaurant seiner Wahl einzukehren, aber genauso wenig wie der NR das Recht hat beliebig im Lokal um sich zu schlagen mit dem Argument alle, die getroffen werden könnten das ja umgehen indem sie rausgehen, hat der Raucher das recht drinnen andere zu schädigen. Eben weil rauchen privatsache ist, und das sollte sie auch bleiben. Wir in öffentlichen Orten geraucht, wird das rauchen von der Privatsache zur Bevormundung aller anwesenden. das kann es nicht sein..
In diesem Sinne gibt es kein Argument für das rauchen in Restaurants. Es tangiert die Freiheitsrechte, während ein legitimes Rauchverbot die Rechte des Wirtes kaum tangiert (genauso wie das rauchverbot in der Küche ihn kaum tangiert). O b es nun 10, 60 oder 100% Raucher gibt ist vollkommen unerheblich, denn das rauchen ist ja auch nicht deswegen erlaubt in einer U-Bahn von 6 von 10 anwesenden Raucher sind.
Tuesday, August 26, 2008 at 16:25
“Vorweg: Manchen Kommentatoren scheint nicht klar zu sein, dass man nicht einfach wahllos irgendwelche Dinge verbieten kann, bloss weil man diese mag und sich gerade eine Mehrheit finden lässt, die diese Dinge ebenfalls nicht mag”
Warum wollen dann einige Harcoreraucher und Rauchfanatiker anderen das atmen bzw. nichtrauchen verbieten, nur weil sie keine Toleranz zeigen wollen, und es nicht “mögen” das andere für sich die private, individuelle und freie Entscheidung getroffen haben NICHT rauchen zu wollen?
Warum also will eine Minderheit einer Mehrheit vorschreiben was sie zu tun und zu lassen hat, warum wollen einige Raucherapostel NR das atmen verbieten, den Zugang zu Lokalen, die Arbeit im Lokal?
Kann es das sein? Bevormunden, verbieten, NR gängeln und ausschließen, alle Bevormunden die keinen Tabak mögen?
Tuesday, August 26, 2008 at 18:20
1. Manche Leute arbeiten in Restaurants. Ja.
2. Stimmt auch.
4. Kein Nichtraucher wird gezwungen, in eine Kneipe zu gehen.
5. Kein Nichtraucher wird gezwungen, in eine Raucherkneipe zu gehen.
6. Ja. Aber es ist Privateigentum.
7. Er hat danach definitiv weniger Freiheiten.
8. Doch. Frag’ einen Raucher.
9. Siehe Punkt 8.
Wie gesagt, niemand zwingt dich zu rauchen. Was ist mit der Bewegungsfreiheit der Raucher? Du kannst schlicht und einfach nicht verlangen, dass sich alle Restaurants deinen Wünschen beugen. Ich verlange ja auch nicht, dass alle Bars einen bestimmten Musikstil abspielen. Ich werde z.B. durch Techno-Musik daran gehindert, in eine Bar zu gehen, in der solche Musik läuft. Aber ich werde keine Verbote wünschen, weil jeder andere Vorstellungen der idealen Bar hat.
Du verwechselt bestimmte Dinge sehr stark. Betrittst du ein Raucherlokal, so zeigst du dich einverstanden, passiv zu rauchen. Trittst du einem Fight Club bei, so zeigst du dich einverstanden, vom andern verprügelt zu werden. Aber beide Dinge machst du freiwillig. Angefahren wirst du nicht freiwillig. Das ist der grosse Unterschied.
Hygienevorschriften sind ein Thema für sich, da will ich jetzt nicht drüber diskutieren.
Nein, du kannst in Restaurants gehen. Wenn dich der Rauch stört, gehst du in eins, wo das Rauchen verboten ist. Wie schwer ist das zu begreifen?
Und nein, du hast nicht das Recht, beliebig Privatbesitz zu betreten. Der Eigentümer kann bestimmen, wer unter welchen Bedingungen rein darf. Jeder Wirt darf sich seine Kunden selbst aussuchen und andere vom Betreten des Lokals abhalten. Genauso wie du Freunden erlauben darfst, in deinen Garten zu treten, dies aber Fremden verbieten kannst.
Wie bereits gesagt, Gaststätten sind keine öffentlichen Räume. Deshalb steht es einzig dem Wirt zu, ein Rauchverbot zu erlassen.
Tuesday, August 26, 2008 at 18:26
Stefan, ganz kurz: Niemand verbietet dir etwas oder zwingt dich zu etwas, das du nicht willst. Stimmst du mit dieser These nicht überein, dann möchte ich gerne deine Argumente sehen. Okay?
Betrittst du ein Restaurant, betrittst du Privateigentum, in dem der Besitzer die Spielregeln aufstellen kann. Sei es bezüglich Rauchen, Musik, Essen, Getränke… So lange du dich also in einem Lokal befindest, musst du die Spielregeln akzeptieren. Oder willst du verlangen, dass jedes Restaurant Lachsbrötchen anbieten muss, weil du nichts anderes isst und du nach deinem Empfinden von anderen bevormundet wirst?
Wednesday, August 27, 2008 at 7:11
!Niemand verbietet dir etwas oder zwingt dich zu etwas, das du nicht willst!
Und was ist ein Atemverbot? Ist doch ein Zwang!
“Betrittst du ein Restaurant, betrittst du Privateigentum,”
Nochmal, Restaurants sind Arbeitsplätze, und öffentlich lizensierte Gewerbebetriebe. Also alles andere als privat, denn dann müsste nicht lizensiert werden, es müssten keine Hygieneregeln eingehalten werden, es müssten keine Steuer gezahlt werden.
Ein Restaurant ist kein rechtsfreier Raum, ganz einfach. Da jeder Angestellte das Recht auf Rauchfreiheit hat, zieht das mit dem Lachsbrötchen nicht, zumal das nur der essen muss, der es bestellt hat. Das mit dem rauchen ist eine einfache Frage der Toleranz und Selbstbestimmung. An dem Zeitpunkt wo der Wirt eröffnet weiß er das er ein öffentliches Lokal betreibt in dem er gewisse Regeln (kein Rauchen in der Küche, Hygiene, etc.) akzeptiert. Will er dies nicht, ist er nicht gezwungen ein Lokal zu eröffnen.
Ein Baubetrieb ist auch privat, das heißt aber im Folgeschluß nicht das der Inhaber die Gerüste mit Seife einschmieren kann, woraufhin alle seine Angestellte abstürzen. Er hat eine Sorgfaltspflicht, das gleiche gilt für Lokale.
Warum darf ein Eiscafè keine Salmonellen vorhalten, ist doch auch privat? Warum darf ein Metzger kein Gammelfleisch verarbeiten, ist doch sein Eigentum?
Nochmal: es geht hier um die Freiheit und Selbstbestimmung und den Schutz der angestellten nicht mehr und nicht wenig.
Gaststätten sind privat geführte, öffentlich zugängliche Räume und Arbeitsplätze. Da dort Hygiene- und Gesundheitsschutzregeln gelten hat der Wirt sich auch aus dem Rauchverbot herauszuhalten, genauso wie er seine Angestellten nicht nach gutdünken schlagen darf, oder seine Gäste schädigen. Wenn der Wirt also diesen Gewerbebetrieb eröffnet, akzeptiert er die Regeln die eben für Gastbetriebe gelten, das includiert Rauchverbote.
Nicht öffentlich ist die WHG des Wirtes, öffentlich hingegen ist das Lokal, da für jeden zugänglich, da Arbeitsplatz, da lizensiert. Ganz einfach. Der Wirt hat sich somit aus Gesundheitsschutzfragen herauszuhalten.
Wednesday, August 27, 2008 at 10:27
“Bei einem Räuber ist dies nicht der Fall. Er entwendet mir mein Eigentum und nimmt mir somit die Freiheit, mit meinem Besitz zu tun, was ich will.”
Wieso, man kann Räube doch vermeiden in dem man nicht auf die Straße geht. Wer wird gezwungen nach draussen zu gehen, auf die straße zu gehen? Wer dann beraubt wird willigt doch praktisch ein, da er “ja wusste was passieren könnte”. Ergo die NR müssen zu Hause bleiben fern von Kneipen, und Leute, die keine Räube mögen gehen nicht nach draussen (?)
Wednesday, August 27, 2008 at 16:32
Dass sie eine Lizenz lösen müssen, macht sie noch lange nicht zu öffentlichen Räumen. Schlag mal bei wikipedia nach, was öffentliche Räume sind. Ausschlaggebend dabei sind die Besitzverhältnisse. Restaurants gehören Privatpersonen, nicht dem Staat.
Niemand zwingt den Angestellten dort zu arbeiten. Bewirbt man sich um eine Stelle, ist man bereit, die dortigen Arbeitsbedingungen zu akzeptieren. Mal ist das Zigarettenrauch, mal Säcke schleppen, mal Tipparbeit, mal Kaffee holen…
Bei Salmonellen und Gammelfleisch geht es darum, den Konsumenten vor einem Informationsnachteil zu schützen. Bei Restaurants weisst du hingegen stets, ob drinnen geraucht wird oder nicht. Resp. es sollte von aussen ersichtlich sein, d.h. durch eine Kennzeichnung. Ein Metzger kann auch Gammelfleisch verkaufen, wenn er es entsprechend kennzeichnen.
Nein, Gaststätten sind nicht öffentlich zugänglich, es sind private Grundstücke. D.h. der Eigentümer darf sich seine Gäste aussuchen. Niemand hat ein Recht darauf, ein bestimmtes Restaurant zu besuchen. Sonst wäre auch das Mindestalter in Clubs illegal.
Der Eigentümer darf seine Gäste und seine Angestellten schädigen, wenn diese damit einverstanden sind. Wenn du ein Restaurant betrittst, in dem geraucht werden darf, dann zeigst du dich damit einverstanden. Ansonsten wäre ja auch Fussball verboten oder SM-Clubs oder jegliche Kampfsportarten.
Wie gesagt, schlag nach, was öffentliche Räume sind.
Wednesday, August 27, 2008 at 16:34
Nein, “draussen” ist öffentlicher Raum. Im Gegensatz zu Gaststätten. Ausserdem ist es ein Unterschied, ob du dein Haus verlässt oder ein Lokal betrittst, an dem steht: Rauchen erlaubt! oder einem Verein beitrittst, dessen Mitglieder einen Vertrag unterzeichnen, in dem sie sich einverstanden erklären, von den anderen Mitgliedern bestohlen zu werden.
Thursday, August 28, 2008 at 9:05
Selbstverständlich ist kann und wird ein Restaurant privat geführt – warum sollte es das auch nicht sein! Es benötigt aber eine Gewerbeanmeldung, das Amt nimmt u.U. die Eröffnung ab, es müssen Hygieneregeln eingehalten werden, Waschbecken müssen da sein, etc. Das includiert das Rauchverbot.
Ein Auto ist auch MEIN PRIVATEIGENTUM, ich darf damit aber niemanden anfahren. Das dürfte ich, folgt man ihrer Argumentation. Also nochmal, Restaurants sind privat geführte, öffenltich zugängliche Orte und Arbeitsplätze an denen sich Unternehmer an gewisse Regeln zu halten haben, ganz einfach.
Das die freie Wahl des Berufs für NR eingeschränkt werden soll, ist nicht meine Art von Freiheit. Selbstverständlich hat jeder AN das Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz. Genau wie der Wirt auch nicht in einem Absestbau eröffnen darf.
Warum ist draussen öffentlicher Raum? Wer wird denn gezwungen nach draussen gehen? Niemand! Und wenn man weiß das draussen Krimininalität ist, es ist also gekennzeichnet, warum werden dann Straftraten verfolgt? es kann sich doch jeder Straftaten von denen er weiß das sie möglicherweise draussen passieren ENTZIEHEN in dem er nicht nach draussen geht.
Mein Verständnis von Liberalität sind Bewegungs- und Atemverbote, massive Einschränkungen der individuellen Freiheit (NR), und Aufgabe des Arbeitsplatzes als NR jedenfalls nicht. Ich bin dafür das jeder selber entscheiden kann was in den Lungen, weil seinen, passiert: sei es als Arbeitnehmer oder als Gast. Da Lokale (pubs=public) zudem öffentlich zugänglich sind, einer Lizenz / Anmeldung bedürfen bzw. angemeldet werden müssen, sind sie vor dem Hintergrund simpler Hygiene- und Arbeitsschutzregeln öffentlich. Da zudem zum Betrieb eines Lokals kein Rauch erforderlich ist, bzw. der Rauch anders als in einem Bergbau kein Berufsrisiko ist, ist ein Gesetz dort legitim.
Und keinem Raucher dem das nicht gefällt ist gezwungen in ein rauchfreies Lokal einzukehren (nach dem Rauchverbot weiß der Raucher doch das alle Lokale mit einem Rauchverbot gekennzeichnet sind). Der Wirt und Unternehmer ist ebenfalls nicht gezwungen ein Unternehmen zu eröffnen wenn er nicht bereit ist gewisse Rahmenbedingungen, die andere auch einhalten, einhalten zu wollen. Er macht dann einfach kein Lokal auf, sondern bewirtet Gäste zuHause. Da ist es seine Privatsache was er tut, dort ist es nicht öffentlich.
Also kurzum, fern von allem öffentlich oder privaten: rauchen ist PRIVATSACHE, ergo sollte jeder selbst entscheiden. Kein Raucher sollten einem NR auferlegen mitrauchen zu müssen, genau wie kein NR sich anmasst einem Raucher die Zigarettenmarke vorzuschreiben. Das man sich hier wunderbar auf einen Kompromiss und Konsons, auf eine faire liberale Regel einigen kann die sogar Wirte und Raucher unterstützen zeigen Italien, Irland, Norwegen, Schottland etc. Demzufolge sind hypothetische Phantomfreiheitsdiskussionen auch zwecklos.
Thursday, August 28, 2008 at 15:55
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentlicher_Raum
Was öffentlicher Raum ist, ist genau definiert.
Weisst du, was ein Informationsnachteil ist und dass wegen ihm Hygienevorschriften bestehen? Dieser Informationsnachteil besteht bezüglich Rauchen in Gaststätten nicht. Das ist essentiell.
Die freie Wahl des Berufes ist immer eingeschränkt. Wer nicht passiv rauchen will, arbeitet nicht in einem Restaurant, in dem das Rauchen erlaubt ist. Wer nicht gerne Techno mag, arbeitet nicht in einer Disco, in der Techno läuft. Etc.
Du hast kein Recht auf einen Restaurantbesuch. Punkt. Es ist dem Eigentümer überlassen, welche Gäste er will und welche nicht. Das ist mit öffentlichem Grund, der uns allen gehört, nicht zu vergleichen. Du kannst ja auch nicht verlangen, in jedes private Haus gehen zu können, weil du dich sonst in deiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt fühlst.
Wie gesagt, auch Restaurants sind privat. Von daher argumentierst du in deinem zweitletzten (und auch letzten) Abschnitt gerade gegen ein Rauchverbot.
Noch einmal: Bewegungsfreiheit bedeutet, dich ungehindert im öffentlichem Raum zu bewegen. Du hast aber kein Recht darauf, privates Eigentum zu betreten. Somit auch keinen Anspruch darauf, dass das Restaurant deiner Wahl rauchfrei ist. Zumal genügend rauchfreie bereits existieren.
Thursday, August 28, 2008 at 16:29
“Du hast kein Recht auf einen Restaurantbesuch. Punkt. ”
Korrekt. Für den Raucher besteht dieses Recht aber auch nicht, und da der Wirt Hygieneregeln und Gesundheitsschutz - sofern er Angestellte hat – einzuhalten hat (!), ist ein Rauchverbot legitim. Da er an einem nicht privaten Orte eine öffentliche Gaststätte mit einem vermeidbaren Gesundheitsrisiko betreibt, hat er für die Angestellten vorzusorgen. Wenn also weder ein Rechts aufs rauchen für den Gast im Lokal besteht, noch ein Recht fürs nichtrauchen des Gastes, besteht ein Recht des AN auf körperliche Unversehrtheit. Da Gaststätten zudem eine wichtige soziale Funktion darstellen, ist es legitim das man es den Bürger ermöglicht selbsst ihre Wahl zu treffen und zu entscheiden welches Lokal sie betreten, auch wenn sie NR sind. Da es kaum rauchfreies gibt, ist auch dies legitim.
Der Staat kann also durchaus den Gesundheitsschutz der Angestellten – den er z.B. über freiwillige Maßnahmen nicht erreicht hat – durchsetzen. Stellt der AG einen AN an, hat dieser sich daran zu halten. Ganz einfach.
Da auch der Chef eines Büro nicht frei entscheiden kann ob er seinen Angestellten dem Rauch aussetzt, kann es der Chef eines Lokals auch nicht. Natürlich kann man argumentieren das “niemand gezwungen wird” irgendwo zu arbeiten, das niemand gezwungen wird in seinem Lieblingsjob zu arbeiten, das niemand gezwungen wird am sozialen Leben teilzunehmen, aber dann stellt sich die Frage wo die ganze Freiheit und Selbstbestimmung hingeht.
Da der Raucher zudem alle anwesenden schädigt und einschränkt, im umgekehrten Fall der NR aber niemanden, ist hier auch auf die Wahlfreiheit und Selbstbestimmung zu verweisen, die mit einem Rauchverbot garantiert wird.
Aus praktischen Freiheitsgründen – und nicht irgendwelchen wirtschaftsliberalen, theoretischen – ist ein Rauchverbot an öffentlich-zugänglichen Orten die gleichzeitig Arbeitsplatz sind, durchaus legitim, zumal weder dem Raucher noch dem Wirt ein unzumutbarer Nachteil entsteht. Und wo es keine Opfer gibt (wenn es ein Rauchverbot gibt), gibt es auch keine Notwendigkeit ein Rauchverbot nicht einzuführen.
Und selbstverständlich gibt es praktisch eine massive Einschränkung der Bewegungsfreiheit im Nachtleben o.ä., wenn keine rauchfreien Lokale verfügbar sind. Und Freiheit gründet sich eben nicht auf irgendwelchen Theorien (”rein rechtlich braucht niemand dort rein”), sondern sollte auch praktisch anwendbar und vollziehbar sein.
Das ganze ist also eine Phantomdiskussion da es bei einem Rauchverbot keine geschädigten gibt, die Wahlfreiheit und Selbstbestimmung hingegen steigt, und das Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz gewahrt bleibt, und niemand, der z.B. Kellnern liebt, deswegen diskriminiert wird weil er NR ist. Hier sollte die Freiheit an erster Stelle stehen. Unabhängig vom wirtschaftsliberalen Standpunkt sollte hier auch der ganz individuelle eine Frage spielen. Wenn 2 Individuen sich im gleichen Raum befinden muss man sich einigen, Toleranz zeigen, da der Raucher in diesem Fall die Freiheit des NR komplett abschnütz, ist ein Rauchverbot eine ideale Lösung da der Raucher zum Vollzug seiner Freiheit einfach nur kurz vor die Tür muss.
Und eine private Wohnung ist nun wirklich nicht das gleiche wie ein öffentlich zugängliches, privat geführtes, mit Angestellten, Lokal.
Thursday, August 28, 2008 at 16:58
Wenn es also in meiner Region keine Bar gibt, in der Hip Hop läuft, dann darf ich ein Gesetz erwirken, dass die Besitzer dazu zwingt, Hip Hop abzuspielen?
Denn ich werde massiv in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt, wenn nur Bars mit Pop-, Rock- oder Volksmusik verfügbar sind.
Friday, August 29, 2008 at 7:32
Was hat das mit der Musik zu tun? Erstens schädigt Musik nicht, zweitens kann man sie wählen, drittens schädigt sie die Angestellten nicht. Es geht hier lediglich um einen leicht vermeidbaren Innenraumschadstoff, der, nachdem alle freiwilligen Vereinbarungen scheiterten, nun per Gesetz einen Luftreinheitsstandard erhalten soll. Mehr nicht.
Musik ist zudem etwas was man zusätzlich und frei genießen kann, atmen hingegen muss man, muss jeder. Musik hören muss man nicht, das atmen einstellen oder gar die Lungen draussen abgeben kann man hingegen nicht. So ist das ganze eine simple Frage der Selbstbestimmung und Toleranz.
Im übrigen haben ja die Marktmechanismen versagt, was man nicht verschweigen sollte. Obwohl 80% Rauchfreiheit wollen wurde es nicht angeboten, obwohl in manchen Kneipen nur 10% Raucher waren, war es erlaubt. Klares Marktversagen also.
Zudem spricht sich die Mehrheit der Wirte für ein Rauchverbot ohne Ausnahmen aus, da dann keine Wettbewerbsverzerrungen auftreten.
Sunday, September 7, 2008 at 12:10
Was hat das mit Musik zu tun? Du sagtest, verrauchte Restaurants schränkten deine Bewegungsfreiheit und dein Sozialleben ein, weil du nicht in Restaurants gehen willst, in denen geraucht wirst. Will ich nicht Pop-, Rock- oder Volksmusik hören, so wird meine Bewegungsfreiheit ebenfalls eingeschränkt. Findest du nicht?
Ist dir schon mal durch den Kopf gegangen, einfach in rauchfreie Restaurants zu gehen und auf den einen oder anderen Restaurantbesuch zu verzichten? Schliesslich zwingt dich ja niemand, Zigarettenrauch einzuatmen, denn es zwingt dich niemand, ein Restaurant zu betreten. Du tust es freiwillig.
Es wäre zudem schön, wenn du deine Zahlen belegen würdest.
Wenn es gar kein Rauchverbot geben würde, dann würden auch keine Wettbewerbsverzerrungen auftreten. Ein Rauchverbot nimmt den Wirten gerade gewisse Wettbewerbsvorteile. Heute haben sie diese noch, bzw. können sie diese schaffen, indem sie z.B. das Rauchen in ihrem Restaurant verbieten. Solche Restaurants sollten deinen Zahlen zufolge extrem hohem Umsatz machen, da 80% von den Leuten dort essen wollen. Was zur Folge hätte, dass mehr und mehr Restaurants rauchfrei werden, da sich kein Wirt diesen Extraumsatz entgehen lassen will.