Nach dem Duce, dem Führer1, dem Mörgele/Mengele2 kommt nun noch Gleichschaltung, Parteidiktatur und Massenhypnose3. Erstere drei stammen vom FDP-Bundespräsidenten Couchepin , letztere drei vom SVP-Politiker Heinz Siegenthaler . Dazu nehme man eine Prise von SP-Nationalrat Andreas Gross’ Wahrheit4, die nun endlich ausgesprochen wurde .
Die SVP und allgemein die rechten Kreise werden von Linken schon seit einer Weile als Rassisten, Faschisten und Nazis betitelt. Das ist zu selben Teilen geschichtlich falsch wie auch populistische Stimmungsmache. Ironischerweise wird die Auschwitzkeule gemeinhin von jenen gezückt, die nie zögern, über den Populismus der momentan mit Abstand erfolgreichsten Partei der Schweiz zu fluchen und deren mangelnde Gesprächsbereitschaft zu beklagen. Bloss ist die Auschwitzkeule selbst ein Totschlagargument.
Wenn es nur das wäre… Der gleichsetzende Vergleich von rechten Politikern mit Nazischergen zeugt entweder von einem eklatantem Mangel an historischem Wissen oder aber von einer gefährlichen Verharmlosung der Naziverbrechen.
Die Auschwitzkeule zu schwingen hat nicht länger Seltenheitswert, es wird zu einem Alltagsgut. Schlimmer gar: Die Auschwitzkeule dient der blossen Provokation. Einmal geschwungen, sichert sie dem geneigten Schwinger für ein paar Tagen die nationalen Schlagzeilen. Um Auschwitz geht es dabei gar nicht mehr, sondern nur noch darum, politische Gegner mundtot zu machen. Man erspart sich damit auch die mühvolle Auseinandersetzung mit dem gegnerischen Standpunkt.
weltwoche - Wenn der Chef einen Scherz macht
[Addendum: Trotz dem vielfach beklagten und angekündigten Untergang der politischen Kultur hätte ich nie gedacht, dass sich die mediale Politik über Wochen nur um Nazivergleiche dreht. Nein, so viel konzentrierten Unverstand (Sorry für diesen Euphemismus.) hätte ich nicht erwartet.]
Friday, February 15, 2008 at 7:16