Nö. Ein paar vielleicht. Aber mich haben sie nicht erwischt.
Seit Dienstag trägt burnttongue.net sein neues Layout, und an jenem stürmischen Tag hisste ich die Flagge des Misanthropen. Ein paar Tumbleweeds rollten über den wüsten, staubigen Pfad, über den ich zu schreiten pflegte. Jener Moment, der nach warmem Bier und ausgedörrter Erde roch, war es, in dem ich mich für meine Subjektivität entschloss. Und das bleibt so.
Manch einer schreit vielleicht auf, wenn er das Wort Misanthrop nur schon geflüstert hört oder es niedergeschrieben sieht.
Die hier zum Beispiel.
Die verleumden mich sogar hier.
Doch frage ich mich, wenn wir Misanthropen solch verachtenswerte Wesen sind, wie konnte der Herr Goethe dann so locker darüber schreiben?
Selbst der Herr Schopenhauer und der Herr Swift wurden des Menschenhasses bezichtigt. Natürlich auch von denen.
Die mögen unsereinen nicht. Doch auch Molière sah es mit Humor. Auch sie hier nehmen es gelassen und sehen mich bereits als Conferencier.
Und er hier scheint auch kein Psychopath zu sein, genauso wenig wie dieser dort, der bloss “schief lächelt” zum bösen Spiel.
Ich hasse die Menschen nicht, ich liebe sie. Manche.
Ich bin bloss desillusioniert, anders als meine lieben sozialistischen Kollegas. Ganz gewiss bin ich auch kein Pessimist, bloss ein zynischer Realist.
Wieso ich mich dann einen Misanthropen nenne?
Aus leidiger Provokation. Und weil ich kein Gutmensch bin. Ich bin subjektiv. Etwas anderes kann ich nicht sein. Und so. Nur, damit sich nachher niemand beklagt, ich habe ihn beleidigt oder angegriffen. Es geschieht bloss im Namen der freien Meinungsäusserung. Behold! Magnifiez la liberté!