Vielleicht - vielleicht nur, ich betone hier explizit die Unmöglichkeit, die Zukunft auch nur annähernd genau zu beschreiben - ist die Errichtung Technokratie die einzige Möglichkeit, uns die relative Ewigkeit zu sichern.
Die Ewigkeit, tiefste Sehnsucht des Menschen - im unstillbaren Hunger nach ihr verzehrten sich zeitlebens traurige Seelen und: Ganze Völker trieben sich in den Untergang.
Doch wir könnten im dritten Jahrtausend kaum weiter davon entfernt sein, diesen Traum verwirklichen zu können. Kriege verwüsten Menschlichkeit, Hochmut lässt kaum zehnjährige Reiche fallen, zerfallen, Staub werden. Doch das ginge noch, die Menschheit ist zäh, als Spezies überlebten wir Pest, Cholera und das Schreckensbild des nuklearen Winters. Doch wie gross muss die Hybris des Menschen sein, um zu glauben, wir könnten uns über alle anderen Arten herausheben, indem wir ihrem Schicksal nicht folgen, das heisst, nicht ausgerottet zu werden, mit dem Wandel der Jahrmillionen nicht vom Antlitz des so lieblichen wie unbarmherzigen Planeten getilgt zu werden. Spezies entstehen, gehen in andere Spezies über, verschwinden schliesslich gänzlich, als Sackgasse der Evolution. Wir sind nur Tiere, das egoistische Gen knüppelt uns und im Banne unserer Triebe hetzen wir den unmittelbaren Genüssen nach. Sei dies nun ein paar Waffen zu schieben, einen Bagle zu verschlingen oder ein Schäferstündchen einzulegen, wenn es sich nicht gebietet. Der Mensch ist schlichtweg nicht darauf ausgelegt, mehr als ein paar Jahre in die Zukunft blicken zu können. Alles, was darüber hinaus geht, übersteigt die paar Hirnwindungen, denen wir Panzerfaust und Mozart verdanken.
Will meinen, so lange wir Tiere bleiben, rückt die Ewigkeit in unerreichbare Ferne. Einzig, wenn aus unserer Scheinzivilisation - der Kultur, die doch nichts anderes ist, als ein Sammelsurium aus Instinkten und raren Geistesblitzen - eine echte Zivilisation entsteht und der Mensch als Art sich - gleich der Afghanin, die, nach Deutschland kommend, ihre traditionelle Art zu denken abstreifen muss, um den Prozess der Integration einzuläuten - von seinen Ursprüngen emanzipiert, kann nach der Ewigkeit gegriffen werden.
Doch wie überzeugt das eine triebgesteuerte Tier das andere, nicht mehr Sklave seiner Triebe sein zu wollen?
Ein totalitäres Regime. Die endgültige Kontrolle über jeden Bürger. Doch der Mann ist innerlich zerrissen, zuerst grüsst er den Herrn Offizier noch lächelnd, später wird er unwirsch, schlussendlich befleckt des anderen Blut seine Hände. Regimes können kontrollieren, unglaublichen Zwang ausüben, doch vor dem Aufstand sind sie nicht gefeit.
Lediglich ein kaltes, rationales Wesen kann sich im Besitz der Fähigkeit wähnen, ein die Jahrtausende überdauerndes funktionierendes politisches wie wirtschaftliches System aufzubauen. Das Leben auf das Wohl der Gesamtheit ausrichten, nicht der kurzfristigen Ekstase frönen, sich besser in die Studien vertiefen. Emotional erstarrt, die einzige legale Freude sind Buchstaben, altmodisch auf Papier aneinander gereiht. Eine ganze Spezies harrt ihrer Rettung, die sich zähflüssig aus Wissen und Perfektionismus herauskristallisieren wird. Vielleicht, doch das Volk wartet. Oder doch nicht? Es spürt nichts, überbordende Gefühle wurde schon vor hunderten Generationen aus dem menschlichen Erbcode gestrichen. Zu gross, die Gefahr, die ihnen entspringen kann.
Mh, zart zerrinnt die Schokolade in meiner Kehle, daraus ergiesst sich Kirsch. Erst harsch, herb, dann sanft und warm. Ich bleibe bei der Sinnlichkeit von Emotionen, auch wenn sie mein Tod bedeuten werden. Auch den Tod unserer Spezies. Doch selbst das Universum wird einen gräulichen Tod erleiden. Ob homo sapiens nun hunderttausend oder zehn Milliarden Jahre darin herumschwirrt, ist schlussendlich egal. Einzig, ob die Existierenden ihr Glück erhaschen können, sit von Bedeutung. Mein Glück, um nichts anderes wird es je gehen. Das egoistische Gen setzt meinen König matt. Ich falle in die Triebe zurück. Mein Magen knurrt und ich mache mir ein Lachsbrötchen.