…oder Was einst der Erlösung glich ist nurmehr ein alter Kadaver, an dessen stumpfen Augen die Krähen picken.
Wirklich. Es gab ja einst eine Zeit, in der Web 2.0 noch neu und aufregend war und über jedem Blog noch der süss-herbe Geruch der Coolness lag. Doch jetzt, wo jede Homepage mit Web 2.0 vollgestopft ist, da ist die Luft irgendwie raus. Nicht, dass das ein Problem wäre, es stellt sich ja bei allem eine Gewöhnung ein. Und auch eine Reizüberflutung findet nicht statt. Es ist mehr so, dass die Qualität leidet und der gewöhnliche Scheissehaufen in die Blogosphäre Einzug gehalten hat. Ja, das Internet ist schon lange ein Plumpsklo. Doch nun hat’s auch uns erwischt. Ich bin nicht stolz darauf. Und ich möchte auch nicht behaupten, dass ich etwas dazu beitrage, die Situation zu retten oder gar sagen, ich wäre nicht Mitschuld an dieser ganzen Scheisse.
Ich stelle bloss fest.
Konsterniert.
Dass der gewöhnliche Bürger ja nicht gerade ein Vorbild ist, das wissen wir alle längst. Dass wir dazu neigen, mit dem Hals im Abwasser zu stehen, kann ich auch nicht verleugnen. Wo Menschen auftauchen, da geht halt ziemlich viel schief, und noch mehr geht vor die Hunde, und das meiste versinkt auch in einer Schlammlawine aus Talkshows, niederer Intelligenz, der Bild-Zeitung, schalem Bier und Schweineschwarten.
Ja, ich bedauere diesen Zustand.
Ja, ich will dass es aufhört.
Ja, ich denke, dass man daran kaum etwas ändern kann.
Doch verdammt, jeder, der einen Verstand hat, sollte doch begreifen, dass es unwürdig ist, wenn man Schlammschlachten schlägt (Wegen einem kleinen, unwürdigen Award, nach dem scheinbar doch so einige gieren, fliegen dutzende Hassworte und die Teilnehmerinnen gehen sich an die Kehle. Zickenkrieg herrscht. Angeführt von einem kleinen Mädel, von dem ich nicht weiss, ob ich es in einem Catfight sehen möchte.) oder mit Raketenwerfern kleinen Pressemeldungen nachrennt (Irgendein Chefredakteur bekommt 100′000-Euro-Boliden für Testfahrten geliehen. Und sofort lecken andere Blut und regen sich fürchterlich darüber auf.)
Es ist ganz einfach lächerlich. Wenn man seine Ressourcen an solch irrelevanten Themen verpulvern möchte, dann soll man das tun, aber bitte anderswo. Und gerade, wer mit so bedeutungsschweren Worten wie Realitätsverlust oder Selbstherrlichkeit hantiert, sollte mal etwas nachdenken. Zu einem Porsche vor der Haustüre sagen die Moralapostel auch nicht nein.
Um ehrlich zu sein:
Es könnte schön sein hier, doch die Gutmenscherei geht arg an die Klöten.
Kritik ist immer gut, doch wenn sie selbstgerecht wird, ist sie fehl am Platz. Und das machen Gutmenschen. Sie züchten in ihrem Vorgarten Dreck, den sie dann den Nachbarn ins Wohnzimmer werfen können und anschliessend erheben sie anklagend den Finger.
Leute, vergnügt euch offen ganz sinnfrei. Oder steckt eure Energie in etwas rein, das auch einen Nutzen hat. Sonst lasst’s sein.
May 27, 2007
Futterneid ^^
May 28, 2007
> die Gutmenscherei geht arg an die Klöten
Zum Glück an Deine.
May 28, 2007
@Pascal: Du hast es erfasst.
@Markus Merz: Leider. Wem’s völlig egal ist, der kann sich jedoch glücklich schätzen.