Minarette, Verbote und Völkerrechte

Die Minarettinitiative steht1 und ein anderer Stellungskrieg ist entfacht.

Während für mich ein Minarettverbot eine klar unnötige Freiheitseinschränkung ist, frage ich mich gleichzeitig auch, ob es ernsthaft möglich ist, dass man bloss Minarette verbieten muss, damit der Islamismus ein bisschen an Boden verliert. Scheisse, nein, das frage ich mich nicht. Es besteht schlicht kein Zusammenhang zwischen Anzahl Minaretten und Einfluss des Islamismus. Ein Rassismusverbot verhindert schliesslich auch keinen Rassismus.

Aber lustig isses, wie sich Linke und Rechte darob die Köpfe ausreissen. Die eine zücken die Islamismuskeule, die anderen die Rassismuskeule. Ein Sommerlochspektakel!

  1. nzz - Initiative gegen Minarette eingereicht []






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7 Kommentare

  1. politik-blogs.ch

    links from TechnoratiMinarette, Verbote und VölkerrechtePubliziert am 9. July 2008 im Blog «DER MISANTHROP»

  2. Reto Nause

    Islam bedeutet übersetzt “Unterwerfung” oder “völlige Hingabe”. Gemeint ist damit die völlige Unterwerfung der Welt an Gott. Minarette sind Symbole der islamischen Dominanz. Sie ragen hoch in den Himmel hinaus und von ihnen herab wurde einst vom Muezzin fünfmal täglich zum Gebet aufgerufen. Heute macht man das mit Lautsprechern. Wenn Muslime nun im christlichen Abendland den Bau von Minaretten fordern, gleichzeitig den Christen jedoch in islamischen Ländern den Bau von Kirchen (selbst wenn diese keine Kirchtürme haben) verbieten, sollte dies eigentlich jeden stutzig machen. Wer ist schon so dumm, dass er einem anderen etwas zugesteht, was ihm vom anderen nicht zugestanden wird???

    Wenn man einigen islamischen Vorbetern zuhört, was diese über andere Religionen denken. Auch das gibt einem zu denken. Laisse-faire, Ignoranz und Toleranz gegenüber der Intoleranz ist total fehl am Platz.

  3. Benjamin B.

    Reto, ich bin absolut dafür, den Islamismus zu bekämpfen und werde fröhlich lachen, wenn es ihn nicht mehr gibt. Allerdings denke ich kaum, dass man ihn damit bekämpft, Minarette zu verbieten. Denn würde dies die Islamisten daran hindern, im Privaten für den Jihad zu werben?

    Nein. Den Islamismus muss man im Kern treffen. Und der Kern sind keine Türmchen, sondern Dogmen. Gegen diese haben wir unsere Vernunft, Humanismus und Redefreiheit.

    Klar, ich gestehe Angehörigen von anderen Nationen Rechte in meiner Nation zu, die ich in seiner Nation nicht hätte. Darum geht es ja gerade. Um Rechtsgleichheit und Liberalismus.

    Reto, könnten Sie mir garantieren, dass der Islamismus ausgerottet würde, wenn Minarette verboten wären, würde ich womöglich die Minarettinitiative befürworten. Doch bis sie mir Fakten liefern, die belegen, dass die Ausbreitung des Islamismus mit der Minarettdichte nicht nur korreliert, sondern auch in einem kausalen Zusammenhang steht, werde ich die Initiative nicht gutheissen.

  4. A. Müller

    Das ist mehr als ein Sommerlochspektakel. Der türkische Schriftsteller Zia Gökalp schrieb einst:

    “Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen. Die Minarette sind unsere Bajonette. Und die Kuppeln sind unsere Helme.”

    Es geht um die Symbolik und diese darf nicht unterschätzt werden. In Deutschland sind Nazi-Symbole verboten. Weshalb wohl?

  5. Benjamin B.

    Ich zweifle an der Sprengkraft von Symbolen. Ich zweifle sogar sehr stark daran, dass Symbolik einen grossen Effekt auf Gesellschaft und Politik hat. Ich wüsste schlicht nicht, wie dies funktionieren sollte.

    Wenn der Islamismus seine Theokratien in Europa errichten möchte, dann schafft er das nur, wenn er alteingesessene Europäer überzeugen kann. Es gilt also, unseren Mitbürgern aufzuzeigen, welche Bestie der Islamismus ist. Dann braucht es keinerlei Verbot, um den Islamismus eine Randerscheinung werden zu lassen.

  6. Markus

    Leider stimmt das nicht, was du hier erzählst. Minarette und Islamismus haben direkt miteinander zu tun! Wieso sonst, sollte Tadschikistan mit über 90% Moslems, den Bau von Minaretten verbieten? Die Regierung sagt ganz klar, dass dies eine Massnahme ist, um den radikalen Islamismus einzudämmen.

    Und wir Schweizer, welche keine Ahnung haben vom Islam, glauben an den Storch! Supi!

  7. Benjamin B.

    Schon mal daran gedacht, dass Tadschikistan eine Fehlüberlegung gemacht haben könnte?




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